Kaufberatung

Ratgeber: Entscheidungskriterien für den Kauf eines Netbooks

Ein Netbook ist kein Ersatz für einen Desktop-Rechner
Von Anja Zimmermann / Marc Kessler

Wie wir auf der vorherigen Seite bereits dargestellt haben, sind die Vorzüge eines Netbooks das geringe Gewicht, die vergleichsweise hohe Akkulaufzeit und die dadurch für den Anwender erreichte Mobilität. Um zu zeigen, für wen sich die Anschaffung eines Netbooks lohnt, werden wir im Folgenden exemplarisch verschiedene Nutzergruppen und deren Ansprüche an den kleinen transportablen Rechner aufzeigen.

Pendlern, die auf dem Hin- oder Rückweg ins Büro oder zur Uni arbeiten wollen oder müssen, kommt ein Netbook sehr entgegen. Im Durchschnitt wiegen Netbooks maximal soviel wie eine 1,5 Liter PET-Wasserflasche, können aber platzsparender im Rucksack oder einer Umhängetasche überallhin mitgenommen werden: Um unterwegs online Zeitungsartikel zu lesen, E-Mails zu beantworten oder mit den Kollegen, die bereits - oder immer noch - im Büro sind zu chatten.

Das Netbook als Arbeitsgerät der Pendler

Skype ist auf vielen Netbooks bereits vorinstalliert und bietet die Möglichkeit, EeePC 1000H im Größenvergleich
Bild: teltarif.de
auch von unterwegs Bildtelefonate zu führen oder Videokonferenzen abzuhalten. Wie dies praktisch in einem Regionalexpress durchs Ruhrgebiet aussehen kann, haben wir vor Kurzem für Sie getestet. Im Büro angekommen, wird der Pendler das Netbook zusammenklappen und seine Arbeit mit dem PC oder Laptop am Schreibtisch fortsetzen, da ein Netbook vom Display her doch zu klein ist, um den ganzen Tag daran zu arbeiten.

Beim Studenten kann das Netbook in den Vorlesungen oder in der Bibliothek den Collegeblock aus Papier und den Kugelschreiber ersetzen. Dank seines schlanken kompakten Formats passt das Netbook gut auf ein Hörsaalpult. Seine Hausarbeit wird aber auch der Student eher auf einem PC oder Laptop mit größerem Display schreiben, da es auf Dauer einfach angenehmer ist. Obwohl auf dem Netbook Open Office installiert ist (oder installiert werden kann), würde der Student beim Erstellen einer PowerPoint-Präsentation mit vielen Bildern an die Kapazitätsgrenzen des Netbooks stoßen.

Geschäftsleute bevorzugen Subnotebooks

Unter anderem aus diesem Grund bevorzugen Business-Anwender das Subnotebook. Sie sind in der Lage, die hohen Anschaffungskosten zu tragen und nutzen für ihre Arbeit, die sie oft auf Reisen mobil im Flugzeug oder Zug erledigen, das kleinere Subnotebook mit einer Bildschirmgröße von etwa 10 bis 13 Zoll. Die große Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig akzeptablem Gewicht macht ein Subnotebook für diese Anwendergruppe attraktiv.

Das Netbook hingegen ist für den Business-User ein "mobiler Begleiter" für die Freizeit. Er kann es nutzen, um auf der Terrasse im Liegestuhl, der Skihütte oder gemütlich auf dem Sofa im Internet zu surfen und private E-Mails zu versenden. Packt ihn Think Pad X200
Bild: IBM
der Arbeitseifer und hat er sein Arbeits-Notebook gerade nicht zur Hand, kann er natürlich auch mit dem Netbook wichtige Dinge sofort erledigen.

Als abschließendes Beispiel haben wir noch den Privatanwender, der ein mobiles Endgerät sucht. Ihm sollte aber bewusst sein, dass ein Netbook keinen PC oder Laptop ersetzt, auch wenn als Betriebssystem Windows XP zum Einsatz kommt. Auf Grund der geringen Prozessorleistung ist es beispielsweise nicht möglich, umfangreiche Office-Anwendungen, Bildbearbeitungs-Software oder Grafikprogramme zu nutzen. Auf Grund des nicht vorhandenen CD-/DVD-Laufwerks können (solche) Programme sowieso nur über einen Umweg - sprich durch die Übertragung von einem anderen PC -, per WLAN oder über das mobile Internet installiert werden.

teltarif-Ergonomie-Hinweise:
  • Für längeres Arbeiten empfiehlt sich die Verwendung
    einer externen, an die Handgröße angepasssten Maus
    auf einer festen Unterlage.
  • Achten Sie auf einen entspiegelten Bildschirm.
  • Die Entfernung zw. Auge und Display sollte circa 50 bis 60 cm betragen.
Der Privatanwender sollte auf Grund des relativ günstigen Preises also nicht auf die Idee kommen, ein Netbook als Desktop-Ersatz anzuschaffen. Als mobiler Begleiter auf Reisen macht ein Netbook aber durchaus Sinn (und Spaß!), denn auch der Privatanwender möchte heute im Camping-Urlaub mobil surfen und auf dem Laufenden bleiben. Wichtig ist allerdings ein günstiger Datentarif, sonst kann das Surfvergnügen bei der nächsten Rechnung zu einer bösen Überraschung führen. In unserem Mobilfunk-Datenrechner finden Sie den richtigen Tarif.

Fazit: Ein günstiges Notebook ist kein Netbook

Obwohl es keine allgemeingültige Definition des Netbooks gibt, grenzen sich die Geräte als eigene Klasse ab. Vergleichsweise lange Akku-Laufzeiten, im Höchstfall ein 10-Zoll-Display und kein optisches Laufwerk sind Charakteristika, die das Netbook vom viel teureren und leistungsfähigeren Subnotebook abheben.

Netbook-Zielgruppe sind Menschen, die beruflich oder privat viel unterwegs sind und wärenddessen im Internet surfen wollen oder müssen, E-Mails schreiben und Office-Dokumente erstellen. Um große Grafikdateien zu bearbeiten, die digitale Fotosammlung zu verwalten oder aktuelle Spiele zu spielen, ist ein Netbook weniger geeignet. Nutzer mit hohen (Leistungs-) Ansprüchen sollten dafür ein teures und leichtes Subnotebook, ein dazu vergleichsweise günstiges - dafür aber wiederum schwereres - Notebook oder gleich ihren Desktop-Rechner zu Hause nutzen.

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