verpixelt

Erster Eindruck: Samsung Omnia HD i8910 im Test

Verzögerungen beim Öffnen von Mediadateien, Software noch verbesserungsbedürftig
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Die Handy-Benutzung soll vor allem schnell und praktisch sein. Um ein paar Bilder zu zeigen oder schnell eine Nachricht zu verschicken, ist das Herausholen und Booten des Laptops viel zu umständlich. Schwups, einfach nur das Mobilfon in die Hand nehmen, ein paar Tasten drücken und komfortabel kommunizieren. Doch das Handy verliert seinen Handlichkeitsvorteil, wenn komplexe Software und große Dateien es so ausbremsen, dass es dem Nutzer bei der Bedienung nicht mehr hinterherkommt. Genau diese Gefahr besteht beim Samsung Omnia HD i8910, das auf dem Mobile World Congress in Barcelona neu vorgestellt wurde. Samsung OmniaHD i8910

So ist das Active-Matrix-OLED-Display mit 360 mal 640 Pixel wirklich schön anzusehen: leuchtstark und brillant. Auch der Weißpunkt stimmt - bei manchen früheren OLEDs erschienen eigentlich weiße Flächen eher gelblich. Und sehr spannend ist die Möglichkeit, von einem der drei (warum eigentlich drei?) frei konfigurierbaren Home-Screens in einem 3D-Effekt nach links in das Telefonbuch oder nach rechts in das Menü zu wechseln. Doch dann der Stilbruch: Man will eine SMS schreiben oder eine URL eingeben. Der Bildschirm wird plötzlich dunkel, so, als wäre das Gerät abgestürzt, und nach einer gefühlten kleinen Ewigkeit erscheint eine virtuelle Tastatur, auf der man auch dank des großen Displays relativ gut tippen kann.

Ausschnitt-Vergrößerung besser nicht benutzen

Ebenso scheint das Gerät mit den großen Bilddateien der 8-Megapixel-Kamera gut gefordert zu sein. Will man einen Ausschnitt vergrößern - angesichts dessen, dass das Display nicht einmal ein Dreißigstel der Pixelzahl der Kamera hat, sollte das ein normaler Vorgang sein - darf man schon wieder warten. Angesichts dessen, was man dann sieht, beschließt man, dass man die Zoom-Funktion des Samsung Omnia HD i8910 künftig besser nicht mehr nutzt. Aber was erwartet man auch anderes von einem Mini-Sensor hinter einer Mini-Linse? Samsung OmniaHD i8910

Der Browser des Testgeräts funktionierte leider erst gar nicht, so dass wir diesbezüglich einen Eindruck schuldig bleiben müssen. Bei der Nutzung anderer Applikationen vermissten wir des öfteren einen Zurück-Knopf. Es passiert schon recht leicht, dass man sich auf dem Display "verklickt", und dann befindet man sich etwas hilflos in der nächsten Phase der jeweiligen Anwendung.

Kinderkrankheiten eines Vorserien-Geräts?

Es ist durchaus denkbar, dass viele der genannten Probleme auf das noch nicht reife Stadium der Software zurückzuführen sind. Immerhin sind es noch ein paar Monate hin, bevor die Serienproduktion beginnt. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass unter dem aktuellen Entwicklungsdruck, möglichst schnell möglichst gute Alternativen zum iPhone auf den Markt zu bringen, die Qualität der Software leidet. Eine kleine Linse - eher ungeeignet für einen
8-Megapixel-Sensor

Zudem kann die Software dort nichts ausrichten, wo die Hardware des Samsung Omnia HD i8910 überreizt wird. 8 Megapixel ergeben nur dann Sinn, wenn sie hinter einer ausreichend großen Linse sitzen, die das Omnia HD nicht hat. So nimmt der Sensor statt eines Fotos ein Pixelgewitter auf.

Alle Versuche der Software, trotz des Rauschens ein ansehnliches Foto zu errechnen, resultieren zwangsläufig im Verlust von Details oder gar der Bildung von Artefakten. Die vielen Pixel des Sensors können so aber nicht zur Geltung kommen. Dieses zeigt eindrucksvoll auch unser Vergleichstest zwischen einer Spiegelreflexkamera und einer 8-Megapixel-Kamera im Nokia N86 8MP.

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