4G

Schnelles, mobiles Internet: Verizon Wireless mit LTE ab 2010

Anbieter will auch ländliche Gebiete erschließen
Von Ralf Trautmann mit Material von dpa
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Der US-amerikanische Mobilfunkanbieter Verizon Wireless plant den Netz-Aufbau mit dem UMTS-Nachfolgestandard Long Term Evolution (LTE), passend auch als 4G bezeichnet, und will ab 2010 bereits ersten Kunden die Nutzung ermöglichen. Dies kündigte Verizon-Technikchef Dick Lynch heute auf dem Mobile World Congress in Barcelona an. In der Folge soll das Netz auf weite Teile des Landes ausgeweitet werden, auch auf Regionen, die aktuell nicht mit mobilem Breitband-Internet versorgt sind, zum Beispiel im ländlichen Raum.

In Feldversuchen habe Verizon in der Spitze mittels LTE Downloadraten von 50 bis 60 MBit/s erreicht, die dann aber in der Praxis tatsächlich gebotenen Raten würden erst zur Einführung des Netzes bestimmt. LTE soll noch deutlich höhere Übertragungs-Geschwindigkeiten für die Internet-Nutzung unterwegs ermöglichen, Entwickler versprechen Downloadraten von mehr als 100 MBit/s.

Der US-Mobilfunkanbieter will beim LTE-Ausbau mit verschiedenen Partnern zusammenarbeiten - darunter die drei größten Netzausrüster Ericsson, Alcatel-Lucent und Nokia Siemens Netzworks. Für den Netzaufbau möchte Verizon Wirelss das 700-MHz-Band nutzen und schnell eine große Flächenversorgung wie auch eine hohe Nutzbarkeit in Gebäuden erreichen. Die "Kostenstruktur" soll deutlich unter dem aktuellen Niveau für die Mobilfunkversorgung liegen.

Verizon Wireless ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Verizon Communications und dem britischen Mobilfunk-Anbieter Vodafone. Mit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Alltel rückte Verizon Wireless mit inzwischen knapp 84 Millionen Kunden zur Nummer eins auf dem US-Markt vor.

Ericsson baut Netz in Schweden, Verträge auch in Japan

Der Netzwerkausrüster Ericsson hatte bereits vor der Mobilfunk-Messe den Aufbau eines Netzes in Schweden angekündigt. Die Bewohner der Hauptstadt Stockholm sollen Mitte 2010 in den Genuss der schnellen Breitbandverbindungen kommen. Auch in Japan gibt es bereits Verträge.

Fast zehn Jahre nach dem Startschuss für UMTS sei es an der Zeit für eine neue Technologie, sagte Ericsson-Vertriebschefs Torbjörn Possne der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Meiner Meinung nach wird ein LTE-Netz zunächst in den USA oder Westeuropa aufgebaut, wo sich die Mobilfunkbetreiber den Aufbau leisten können." Über einen zeitlichen Rahmen oder Kosten für den Ausbau wollte Possne nichts sagen. Zumindest auf technischer Seite sieht er aber keine großen Hindernisse - LTE sei sowohl zu GSM als auch zu WCDMA (3G, UMTS) abwärtskompatibel. Das hieße, Teile der vorhandenen Netze und vor allem der Standorte könnten weiterverwendet werden.

Possne sieht als Einsatzszenario für LTE vor allem die reine Datenübertragung mit Laptops und Notebooks und weniger die Nutzung mit Handys. Die entsprechenden Chipsätze dürften rechtzeitig zum kommerziellen Start der LTE-Netze verfügbar sein, sagte Possne.

Wie bereits berichtet experimentiert auch T-Mobile schon mit LTE mittels entsprechender Test-Verbindungen. Zur Verfügbarkeit in Deutschland äußerte sich die Telekom-Mobilfunksparte allerdings nicht. Hierzu seien auch noch Fragen bezüglich der zusätzlich notwendigen Frequenzspektren offen.

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