OS

Übersicht: Das leisten die Betriebssysteme für Smartphones

Symbian, Windows Mobile, Android, Mac OS X, Blackberry, Palm webOS
Von Ralf Trautmann
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Wie klassische Desktop-Computer oder Laptops benötigen auch Smartphones ein Betriebssystem, um die integrierte Hardware überhaupt nutzbar zu machen. Anders als im PC-Markt mit Windows dominiert aber in diesem Segment kein Betriebssystem (Operating System, OS) mit einem fast monopolistischen Marktanteil. Für Smartphones gelten daher andere Ausgangsbedingungen: Ein bestimmtes Endgerät wird immer mit einem bestimmten Betriebssystem ausgeliefert, wer sich für ein Modell entscheidet, muss ergo mit dem jeweiligen OS leben. Andererseits hat der Kunde eben auch die Wahl aus einer Vielzahl von verschiedenen Endgeräten und damit auch aus verschiedenen Systemen. Manche Systeme werden dabei Hersteller-übergreifend eingesetzt, andere sind nur auf Geräten eines einzelnen Hardware-Produzenten anzutreffen. Zur ersten Kategorie gehören hierbei die etablierten Varianten Symbian und Windows Mobile sowie der Newcomer Android. In der zweiten Kategorie findet sich das RIM OS auf Blackberrys, das Mac OS X auf dem iPhone sowie zukünftig das webOS von Palm. Grundlegende Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme für den Endanwender haben wir für Sie zusammengestellt.

Symbian: Der Marktführer

Symbian mit S60-Oberfläche Symbian gehört zu den mobilen Betriebssystemen, die nicht an einen bestimmten Hersteller gebunden sind und nimmt weltweit den ersten Platz unter den OS ein, wobei die Verbreitung in Europa im Gegensatz zu den USA bedeutend höher ist. Doch Symbian ist (noch) nicht gleich Symbian: Bei diesem OS gibt es jeweils auch noch einen speziellen Plattform-Aufsatz. Der bekannteste dürfte hierzulande die S60-Plattform sein, die in zahlreichen Nokia-Smartphones im Einsatz ist, aber zum Beispiel auch auf dem Samsung i8510 innov8 verwendet wird. Eine alternative Variante, deren Entwicklung allerdings mittlerweile eingestellt wurde, ist UIQ, zu finden auf diversen Sony-Ericsson- und Motorola-Smartphones. Wenngleich die OS-Basis dieselbe ist, läuft eine S60-Anwendung nicht unter UIQ und umgekehrt. Das Ende von UIQ ist aber unter anderem dem Bestreben verschiedener Hersteller geschuldet, die Plattform-Vielfalt zugunsten eines einzigen "Aufsatzes" zu überwinden.

Symbian bringt von Haus aus fast alles mit, was der Nutzer von einem Smartphone erwarten kann. Was nicht zum Standardrepertoire gehört, kann dank des großen Angebotes an Applikationen nachgerüstet werden. Experten sagen dem Symbian-System in der S60-Variante unter anderem sehr gute Multimedia-Qualitäten nach. Die Synchronisation von Kontakt- und Kalenderdaten mit einem klassischen Microsoft Outlook funktioniert nahezu reibungslos. Auf mobile Office-Anwendungen muss ebenso nicht verzichtet werden, wobei entsprechende Applikationen selbstverständlich auch die Microsoft-Office-Formate unterstützen. Auf diesem Sektor gilt trotzdem das Redmonder "Original" (siehe nächster Abschnitt) als einen kleinen Schritt voraus. Seit der im vergangenen Oktober erschienenen aktuellsten Version S60 5th Edition unterstützt das System auch Touchscreen-Funktionalität, um damit zum Beispiel das 5800 XpressMusic auszustatten.

Bei Symbian wurde in der Vergangenheit zudem bezüglich der Sicherheit erheblich nachgerüstet, und zwar nicht nur im System "unter der Haube": Nachdem erste, ernst zu nehmende Schädlinge für dieses Betriebssystem auftauchten (die allerdings im Vergleich zu PC-Varianten hinsichtlich der Verbreitung eine erheblich geringere Bedrohung darstellten), setzte Symbian auf ein neues, restriktives Zertifikat-System. Dieses geriet unter anderem in die Kritik, da es Entwicklern Zugriff auf systemnahe Funktion nur noch nach einer kostenpflichtigen Zertifizierung erlaubte und so die Entwicklung von Applikationen erschwerte, was wiederum das Softwareangebot für Endanwender einschränkte. Allen Befürchtungen zum Trotz ist die Software-Versorgung für Symbian-Geräte allerdings nach wie vor herausragend gut.

Gerüchten zufolge will Nokia auf dem Mobile World Congress in der kommenden Woche eine zentrale Vertriebs-Plattform für Symbian-Software starten, die im Gegensatz zu Apple AppStore allerdings nur ein ergänzender Vertriebsweg sein soll.

Auf dem Mobile World Congress, Leitmesse für Handys und mobile Anwendungen, wird teltarif übrigens mit vier Redakteuren für Sie vor Ort sein und Sie dank verlängerter Redaktionszeiten immer aktuell über alle präsentierten Innovationen auf dem Laufenden halten. Alle News finden Sie auf unserer speziellen Sonderseite.

Vom Software-Riesen aus Redmond: Windows Mobile

Nicht nur am PC:
Windows Mobile
Microsoft hat es sich nicht nehmen lassen, auch in den Markt mit mobilen Betriebssystemen einzusteigen. Der Software-Gigant stellt selbst keine Endgeräte her, das System kommt aktuell zum Beispiel auf dem Samsung i900 Omnia, oder Sony Ericsson XPERIA X1 sowie auf einzelnen Geräte von LG oder Motorola und zahlreichen Smartphones von HTC oder Asus zum Einsatz.

Windows Mobile wirkt zwar zunächst komplexer als Symbian, wer den Dreh aber einmal raus hat, wird auch mit dieser Oberfläche problemlos zurecht kommen. Nutzer eines Windows-PCs sind hier klar im Vorteil: Die Steuerung eines Windows-Mobile-Gerätes ist natürlich technisch nicht mit einem klassischen PC vergleichbar, hinsichtlich des Grundkonzeptes bemüht sich der Software-Gigant aber, das Look&Feel des mobilen Betriebssystems vom PC-OS zu übernehmen. So ist denn auch Windows Mobile 6 (sowie die aktuelle Version 6.1) an Windows Vista angelehnt.

Doch nicht nur optische Ähnlichkeiten sollen dem Smartphone-Besitzer die Nutzung des Endgerätes erleichtern, auch diverse Programme des großen Bruders sind hier wiederzufinden: Gesurft wird mit einer mobilen Variante des Internet Explorers, Videos und Musik spielt der Windows Media Player. Mit Office Mobile gibt es auch eine mobile Version der PC-Office-Suite. Eine Stärke des Microsoft-Produktes ist fast selbstverständlich, dass es sich zur Darstellung entsprechender Dokumente besonders gut eignen soll. Die Synchronisation mit Outlook klappt hier ebenfalls erwartungsgemäß gut, wobei diese auf Windows-Mobile-Geräten überraschenderweise sogar langsamer sein kann als bei Symbian-Smartphones. Punkten kann Windows Mobile unter anderem durch eine ebenfalls hohe Zahl verfügbarer Zusatz-Applikationen, vor allem auch aus dem Business-Bereich. Anwendungen sollen aller Wahrscheinlichkeit nach bald auch hier über eine neue, spezielle Online-Plattform des Unternehmens zu haben sein, die Berichten zufolge im Zuge des Mobile World Congress vorgestellt wird.

Alles in allem also handelt es sich bei Windows Mobile wie bei Symbian um ein ausgereiftes System. Übrigens wird zum jetzt anstehenden Mobile World Congress die neue Version 6.5 des OS erwartet. Windows Mobile 7 wird dann wohl 2010 kommen und zum Beispiel mit einer neuen Internet-Explorer-Version aufwarten.

Auf der folgenden Seite finden Sie Details zum Google-Betriebssystem Android und zum Mac OS X auf dem Kulthandy iPhone.

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