Breitband

Neuer 2-Wege-Satelliten-Dienst Avanti Broadband gestartet

Dienst soll zunächst über Intelsat 903 realisiert werden
Von Thorsten Neuhetzki / Ralf Trautmann
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Internet via Satellit ist für jene Kunden, die auf dem sprichwörtliche "Platten Land" wohnen, oftmals die einzige Möglichkeit, eine Internet-Flatrate bzw. einen Zugang mit Breitband-Charakter zu erhalten. Seit einigen Jahren gibt es dabei auch Zwei-Wege-Lösungen, die sowohl den Up- als auch den Downstream über den Satelliten ermöglichen. Eine Telefonleitung ist nicht nötig. Bislang teilten sich diesen Markt die Satellitennetzbetreiber Astra und Eutelsat, die über Vertragspartner in Deutschland den Endkundenmarkt erschließen. Nun gibt es offenbar einen neuen Anbieter, der versucht, Endkunden für sich zu gewinnen.

Dabei handelt es sich um die die in London ansässige Avanti Communications Ltd [Link entfernt] . Das Unternehmen plant, einen eigenen Satelliten mit dem Namen HylasOne ins All zu schießen. Dieser soll auf 33,5 Grad West positioniert werden und über 2 Ku- und und 6 Ka-Band-Transponder mit jeweils 8 Spotbeams verfügen. Diese Ka-Band-Spotbeams, die sich für eine Internetnutzung optimal eignen, decken Deutschland jedoch nur zum Teil ab. Die Ku-Transponder sollen für HDTV genutzt werden. Einen konkreten Starttermin gibt es noch nicht, die Rede ist jedoch vom Frühjahr dieses Jahres. Geplante Abdeckung durch Hylas
Bild: avantiplc.com

Da sich HylasOne noch nicht im All befindet, verwendet Avanti derzeit andere Satelliten-Ressourcen, um einen Breitband-Dienst bereit zu stellen. Verwendet wird dazu der Intelsat 903 auf 34,5 Grad West. Hier hat das Unternehmen vier Transponder im konventionellen Ku-Band gemietet, um den Breitbanddienst zur realisieren. Mit HylasOne wären die jetzt an Endkunden ausgelieferten Systeme nicht kompatibel. Abgesehen davon, dass die Satellitenschüssel um knapp 1 Grad auf eine andere Position gedreht und exakt eingemessen werden muss, ist eine Ku-Band-Schüssel nicht im Ka-Band nutzbar.

iP Softcom: Erster Wiederverkäufer mit (zu) langer Laufzeit

iP Softcom, ansässig im Brandenburgischen Mittenwalde, bietet jetzt als erster Wiederverkäufer den Internet-via-Satellit-Zugang von avanti auch in Deutschland. Allerdings verlangt der Anbieter aktuell den Abschluss eines Vertrages mit 36 Monaten Laufzeit, der laut Verbraucherzentrale Berlin nach dem BGB ausgeschlossen ist.

iP Softcom will bei dieser Laufzeit Hardware subventionieren und die Preise nicht nach Bandbreite, sondern nach Volumen staffeln. Daher gibt es laut iP Softcom auch keine Drosselung bei Vielnutzung, nach Verbrauchen des Volumens ist keine Verbindung mehr möglich. Es kann aber zusätzliches Volumen für einen Monat hinzu gebucht werden. Der Kunde hat die Zahl zwischen Prepaid- und Postpaid-Zahlung, wobei erstere Variante bei derartigen Angeboten naturgemäß günstiger ist. Die Postpaid-Abrechnung erfolgt für Privat-Kunden im Lastschriftverfahren, für Firmenkunden per Rechnung.

Wer die erforderliche Hardware für 599 Euro haben will, zahlt für 1,2 GB Inklusivvolumen 44,51 Euro pro Monat, für 2 GB Volumen 54,62 Euro und dann gestaffelt im Höchstfall für 10 GB Volumen 163,86 Euro. Ein zusätzliches GB für einen Monat wird mit 18,21 Euro berechnet. Bei der Prepaid-Variante fallen für 1,2 GB Volumen 39,27 Euro an, hier in den selben Volumen-Staffelungen bis 10 GB dann 144,59 Euro. Wer für die Hardware 1050 Euro zahlt, kann 1,2 GB für 18,21 Euro versurfen, auch hier gibt es Staffelungen bis zu 10 GB, die 137,56 Euro kosten. Prepaid kostet das Volumen zwischen 16,07 Euro (1 GB) und 121,38 Euro (10 GB).

Die Preise sind im Vergleich sowohl zu Astra2Connect-Lösungen wie zum Beispiel filiago als auch Eutelsat-Systemen wie bei Schott ziemlich hoch, Vorteil laut iP Softcom ist aber eben der für 2-Wege-Satelliten-Internet tatsächlich vergleichsweise hohe Downstream von bis zu 4 MBit/s und Upstream von bis zu 1 MBit/s. Die vorgenannten Lösungen ermöglichen höchstens 2 MBit/s im Down- und 156 kBit/s im Upstream.

Zu allen Preise hinzu kommen noch potenzielle Kosten für die Installation der Anlage, wenn diese nicht selbst vorgenommen wird. Da aber die Vertragslaufzeiten wohl einer Überarbeitung bedürfen, bleibt abzuwarten, wie sich das Angebot entwickelt.

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