Test

Jetzt schon im Test: Der Ultra Portable PC Sony Vaio P

Test-Betrieb unter Windows 7 Beta und zwei Linux-Distributionen
Von Jan Rähm

In der vergangenen Woche hat Sony auf der CES in Las Vegas die neue Vaio-P-Serie vorgestellt. Das Vaio P ist ein extrem kleines Notebook - genauer gesagt ein Ultra Portable PC. Es handelt sich bei dem Gerät also nicht um ein Netbook, wie Sony weiterhin betont. Herzstück des Geräts ist der Intel-Prozessor Atom Z520 mit 1,33 GHz beziehungsweise ein Atom Z530 mit 1,6 GHz - das Modell mit dem leistungsfähigeren Prozessor wurde jedoch noch nicht für den deutschen Markt angekündigt. Dafür werden alle in Deutschland erhältlichen Geräte mit 2 GB Arbeitsspeicher und einer Festplatte herkömmlicher Bauart mit einer Kapazität von 60 GB versehen sein. Wir hatten jetzt die Gelegenheit, mit als erstes den Sony Vaio P im Test auf die Probe zu stellen. Da es bei dem Testgerät noch um ein Vorseriengerät handelte, mussten wir auf das hierzulande serienmäßig verbaute UMTS- und auf das GPS-Modul verzichten. Bezüglich des UMTS-Moduls behalfen wir uns mit einem USB-UMTS-Stick.

Flacher als eine Schachtel Zigaretten

Ultra Portable PC Sony Vaio P11
Foto: teltarif.de
Das Sony Vaio P11 zum Testen kam in einer 55 mal 40 mal 13 Zentimeter großen Kiste an, der Ultra Portable PC an sich ist aber wie versprochen nur 24,5 mal 1,98 mal 12,00 Zentimeter klein. Bildlich gesprochen ist das Sony Vaio P11 kaum breiter als zwei nebeneinander gelegte Männerhände mittleren Ausmaßes oder, anders ausgedrückt, kleiner als eine normale Desktop-Tastatur. Das Sony Vaio P11 ist zudem flacher als eine Schachtel Zigaretten. Mit diesen Ausmaßen liegt der Ultra Portable PC sehr gut in der Hand. Dazu tragen auch die verwendete hochwertige Plastik sowie die ebenso hochwertige wie von Sony gewohnte Verarbeitungsqualität bei.

Trotz der geringen Größe hat Sony am Vaio P11 eine sehr gut nutzbare, voll ausgestattete Tastatur untergebracht. Praktisch: Die sonst nur einmal ausgeführte Fn-Taste zum Aufruf von Mehrfachbelegungen findet sich auf dem Vaio P gleich zweimal - einmal links und einmal recht des Tastenfeldes. Ein Manko haben die Tasten dennoch, zumindest in dem uns zum Testen zur Verfügung gestellten Vorseriengerät: Der Druckpunkt ist etwas zu schwammig. So spürt man nicht immer, ob man eine Taste gedrückt hat oder nicht. Davon agebesehen tippt es sich sehr gut auf dem Sony Vaio P11.

Als Zeigegerät nutzt Sony einen Trackstick. Dessen Benutzung ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber nach kurzer Zeit flitzt der Mauszeiger wie gewohnt über den 8 Zoll großen Bildschirm. Der strahlt hell und sollte trotz starker Spiegelung auch in der Sonne gut ablesbar sein. A propos Ablesbarkeit: Das Display löst ungewohnt hoch auf. Satte 1 600 mal 768 Pixel realisiert Sony auf den Vaio-P-Geräten. Dadurch werden Programmfenster, Schriften, etc. sehr klein dargestellt. Trotzdem konnten wir im Test gut mit dem Gerät arbeiten. Notfalls steht die Vergrößerungsfunktion des Betriebssytems zur Verfügung, für die Sony dem Vaio-P-Modell zwei spezielle Sondertasten spendiert hat - beide sind an der Lupe zu erkennen.

Windows XP wäre die bessere Wahl gewesen

Sony Vaio P11 unter Linux
Foto: teltarif.de
Im Test-Betrieb wich die Freude am Sony Vaio P11, was am Betriebssytem lag. Vorinstalliert ist Windows Vista Home Basic samt dutzender Anwendungen, bei denen es sich meist nur zum 60-Tage-Test-Versionen handelt. Für diesen geballten Leistungshunger ist die Strom-Spar-CPU absolut zu schwach dimensioniert. Mehrere Minuten braucht das Sony Vaio P11 für einen Kaltstart. Im Betrieb hakt das System beim Starten selbst einfachster Anwendungen. Die Installation unseres USB-UMTS-Sticks dauert mehr als zehn Minuten, in denen das System kaum ansprechbar ist. Die Systemlast liegt während dessen fast ununterbrochen bei mehr als 80 Prozent. Hier sind wir sehr enttäuscht und denken, Windows XP wäre die bessere Wahl für den Ultra Portable PC gewesen - Alternativen müssen her. Wir sind gespannt, wie sich das Notebook unter der fertigen Version von Windows 7 schlägt.

Im Test haben wir zunächst statt Windows 7 zwei Linux-Ableger auf dem Sony Vaio P11 ausprobiert, jeweils eine Kopie von Eeebuntu 2.0 und Easy Peasy 1.0 (ehemals Ubuntu Eee). Die Versuchsstellung im Test: Wir wollten beide für Netbooks ausgerichtete Betriebssysteme von einem externen DVD-Laufwerk aus im Live-Modus, also ohne Installation, auf dem Sony Vaio P11 - das ja ein Ultra Portable PC und kein Netbook ist - zum Laufen bringen. Da die USB-Ports nur unzureichend Energie liefern, erfordert der Anschluss des externen DVD-Laufwerks den Einsatz eines Netzteils. Alternativ könnte man auch beide USB-Ports belegen, das ist jedoch schwierig, da diese sich je ganz links und ganz rechts und somit weit voneinander entfernt befinden.

Die Ergebnisse des Linux-Test-Betriebs auf dem Sony Vaio P erfahren Sie auf der folgenden Seite. Außerdem lesen Sie: Das Sony Vaio P11 unter Windows 7 Beta.

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