Navi-Test

Der Blaupunkt TravelPilot 700 im Navi-Test

Hersteller bietet ein mobiles Navigationsgerät der Luxusklasse
Von Marc Thorwartl
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Es ist derzeit nicht leicht, eine Kaufentscheidung bei mobilen Navigationsgeräten zu fällen. Je mehr Hersteller versuchen, auf dem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen, desto schneller fallen die Preise. Einfache Navigationssysteme sind schon für weniger als 100 Euro erhältlich, für die Varianten mit dem Staumelde-Dienst TMC zahlt der Kunde nur unwesentlich mehr Geld. Weshalb also sollten die Käufer bereit sein, deutlich mehr Geld in ein neues Navi zu investieren? Das neue Blaupunkt-Flaggschiff TravelPilot 700 kostet zum Beispiel 599 Euro. Dafür erhält der Nutzer ein wahres Funktions-Feuerwerk. Wir haben den Blaupunkt TravelPilot 700 im Test ausprobiert.

Der multimediale Alleskönner

Musik mit dem Internetradio Ebenso wie man den Sinn von Sprit fressenden Autos der Luxusklasse hinterfragen darf, verhält es sich bei Personal Navigation Devices (PND) der Spitzenklasse. Manchmal gönnt man sich einfach etwas mehr. Im Falle des TravelPilot 700 erhält der Käufer ein ganzes Sammelsurium an Features, die in ein kompaktes Gehäuse integriert sind. Wie in der Oberklasse Standard, werden die zu fahrenden Routen auf einem 4,3 Zoll großen Bildschirm angezeigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Navigationsgeräten bezieht der 700er seine Kartendaten nicht von einer Speicherkarte, sondern hat einen 8 GB großen Flash-Speicher an Bord. Auf ihm sind die Daten für Europa hinterlegt – auch die Straßen Osteuropas. Zusätzlich gibt es am Gerät noch einen SD-Karten-Slot. Somit können dann Sound- und Bilddateien auf dem Monitor oder über die Stereo-Lautsprecher abgespielt werden. Der TravelPilot unterstütz dabei die Video-Formate DivX, H.264, MPEG-2, WMV und XviD. Als Audio-Formate werden AAC, MP2, MP3, OGG und WMA verarbeitet.

Wer weniger gerne Filme aus der Konserve anschaut, der schaltet beim 700er einfach den DVB-T-Tuner ein. Gestochen scharf, kontrastreich und detailgetreu erscheinen die digitalisierten Programme auf dem Monitor im 16:9-Format. Der Sender-Suchlauf kann wahlweise automatisch oder manuell gestartet werden. Ein elektronischer Programmführer hilft, die Übersicht zu behalten, und ein Videotext komplettiert die Ausstattung im TV-Bereich.

Der Smartphone-Ersatz

Das mobile Büro hat bei Smartphones und PNDs längst Einzug gehalten. Jetzt stößt Blaupunkt mit seinem neuen Gerät in die Phalanx dieser Geräte vor. Dank WLAN 802.11b/g können problemlos E-Mails empfangen und versendet oder Internetinhalte mit dem Browser dargestellt werden, wenn ein Access Point mit Internet-Verbindung zur Verfügung steht. Alternativ ist es möglich, mit Bluetooth über ein UMTS-fähiges Handy das Internet zu nutzen.

Doch damit nicht genug. Auch die anderen Vorzüge des Internets nutzt der TravelPilot. Sie wollen Internetradio hören? Kein Problem. Oder vielleicht via VoIP telefonieren? Das ist ebenfalls möglich, allerdings nur über den SIP-Standard, denn das am weitesten verbreitete Skype-Protokoll ist nicht verfügbar. Ein kleines Office-Paket zum Lesen von Word-, Excel-, Powerpoint- und PDF-Dateien ist ebenfalls an Bord. Müßig zu erwähnen, dass auch eine Freisprech-Funktion integriert ist.

Kinderleichte Bedienbarkeit

Die Frage, ob sich all die Features auch nutzen lassen, ohne dass das Handbuch zum ständigen Begleiter wird, lässt sich ganz klar mit "Ja" beantworten. Der Startbildschirm zeigt lediglich vier Icons, die die jeweils hinterlegten Programme öffnen. Mittels der "Return-Taste", die am unteren Bildschirmrand erscheint, lässt sich jederzeit jeweils eine Programmstruktur zurückblättern. Auch die Parametereingaben für WLAN-Netze oder für das E-Mail-Programm sind Schritt für Schritt selbsterklärend und sollten einen Nutzer, der die IT-Grundbegriffe kennt, vor keine Probleme stellen. Lediglich der Adressabgleich mit dem Handy-Telefonbuch wollte partout nicht klappen. Egal, ob mit dem Nokia N80, dem Sony Ericsson K750i oder dem HTC P3470.

Wie der TravelPilot 700 mit der einzigartigen Video-Navigation die Routenplanung erleichtert, lesen Sie auf der zweiten Seite.

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