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Test: Mit dem UMTS-Netbook im Pendlerzug

Zum Einsatz von mobilem Internet per Netbook im Regionalexpress
Von Günther Ohland

In Deutschland pendeln insgesamt rund 30 Millionen Menschen. Davon sind zirka 360 000 berufstätige Wochenendpendler. 1,5 Millionen von ihnen legen mehr als 50 Kilometer Fahrstrecke zu ihrem Arbeitsplatz zurück. Viele verbringen täglich zwei Stunden "auf Achse". Die Idee, mit dem Laptop die Zeit im Pendlerzug produktiv zu nutzen, liegt für viele von ihnen nahe. Ein modernes Netbook und der Datendienst UMTS könnten hier gute Dienste leisten. Wir haben im Test überprüft, ob sinnvolles Arbeiten mit dem Netbook mit mobilem Internetzugang im Regionalzug - dem klassischen Pendlerzug - möglich ist. Dabei haben wir das Netbook Acer Aspire One A150X mit Windows XP Home Edition sowie einen UMTS-fähigen web'n'walk-Adapter mit USB-Anschluss von T-Mobile genutzt.

Die Ausstattung des Netbooks Acer Aspire One

Netbooks eignen sich wegen ihrer vergleichsweise geringen Größe besonders gut für das mobile Arbeiten im Zug, sie passen zum Beispiel im ICE bequem auf das Klapptischchen am Sitz. Das Netbook Acer Aspire One
Bild: Acer
Das Acer Aspire One ist mit dem allgemein als Stromsparwunder gepriesenem Intel Atom-Prozessor, einem TFT-Bildschirm mit einer Diagonale von 8,9 Zoll und ebenfalls Strom sparender LED-Hintergrundbeleuchtung, 1 GB Arbeitsspeicher, einer 120 GB großen Festplatte, einem Kartenleser, einem eingebauten WLAN-Adapter und einer oberhalb des Displays eingebauten Webcam ausgestattet.

Das Netbook ist schon recht klein, doch die Tasten sind für normale Bürofinger immer noch groß genug. Das Tastaturlayout ist durchdacht, die Escape-, Lösch- und Einfügetasten sind nicht irgendwo versteckt, sondern gut zugänglich. Leider entspricht das Touchpad nicht ganz den Erwartungen. Die beiden "Maustasten" links und rechts des Pads sind so schwergängig, dass man mit beiden Händen zugreifen muss, um beispielsweise einen markierten Eintrag im Text zu verschieben. Dank der drei USB-Ports lässt sich jedoch eine externe Maus problemlos anschließen.

Das 8,9 Zoll kleine Display dagegen ist große Klasse: brillant, kontrastreich und scharf. Schon nach wenigen Minuten hat man vergessen, dass man vor einem "Minifenster" sitzt. Dokumente und Tabellen lassen sich gut lesen. Auch die eingebaute Webcam ist weit mehr als ein Notbehelf. Ein erster Test im Büro zeigte, dass Kamera und Bildschirm für ein Videotelefonat mit Skype ideal geeignet sind. Sogar die Client-Software des Profi-Videokonferenz-Tools Polycom funktionierte ausgezeichnet.

Installation von Software ohne DVD-Laufwerk

Bei der Installation von Software, die sich nicht einfach über das Web laden lässt, macht sich das Fehlen eines CD-Laufwerks störend bemerkbar. Es gibt aber eine Lösung für das Problem: Gibt es im Haushalt oder Büro einen anderen PC, wird einfach das CD- oder DVD-Laufwerk dieses Geräts für das Netzwerk freigegeben. Das Netbook nutzt dann das Laufwerk des fremden PCs über das Lokale Netzwerk wie sein eigenes. So ließ sich zum Beispiel im Test auch problemlos die Software des UMTS-Adapters von der mitgelieferten CD installieren. Der Kauf eines Extra-USB-DVD-Laufwerks für die Software-Installation ist nicht notwendig.

Überhaupt war die Installation des UMTS-USB-Sticks sehr einfach. Bequem, vielleicht aber auch etwas gefährlich, ist die Möglichkeit, die PIN-Abfrage des Netzzugangs auszuschalten. Erste Geschwindigkeitstests im Büro mit Netbook und UMTS brachten zufriedene Gesichter. Blitzschneller Seitenaufbau beim Browsen, selbst bei Youtube und der ZDF-Mediathek. Auch die eingebauten kleinen Lautsprecher und das Mikrofon sind besser, als erwartet. Für Musikgenuss sind sie allerdings nicht geeignet.

Lesen Sie auf der zweiten Seite dieses Testberichts: Mobiles Surfen via UMTS mit dem Netbook im Regionalzug.

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