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Air Berlin travel&talk: Eine Preissenkung, die keine ist (aktualisiert)

Zwar günstigere Minutenpreise, dafür Gesprächszuschlag von 75 Cent
Von Marc Kessler
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E-Plus und Air Berlin haben heute unter dem Titel "Preiswerte Festtagsgrüße aus dem Winterurlaub" eine Senkung der Minutenpreise für Roaming-Gespräche aus dem EU-Ausland nach Deutschland bekanntgegeben. Statt bislang 39 Cent kostet die Gesprächsminute im Prepaid-Tarif travel&talk Prepaid  nun 25 Cent. Der entscheidende Haken der angeblichen Preissenkung: Nun gibt es - wie bislang nur im Postpaid-Tarif - einen einmaligen Gesprächszuschlag in Höhe von 75 Cent.

teltarif.de hat nachgerechnet: Lohnenswert sind die neuen Konditionen erst nach der fünften Gesprächsminute. Vorher zahlt der Nutzer nun dank Gesprächszuschlag von 75 Cent drauf; das proklamierte Versprechen "Air-Berlin-Kunden telefonieren EU-weit günstiger" verkehrt sich für die wohl meisten Kunden ins exakte Gegenteil.

Dass die neuen Preise sogar höher liegen als der von der EU-Komission festgesetzte EU-Tarif, der seit 30. August maximal 54,74 Cent pro Minute für abgehende Gespräche innerhalb der EU vorsieht, zeigt sich in der neuen Gestaltung der Fußnote. Hier heißt es: "Die Preise für 'travel&talk' Prepaid weichen von den Preisen des gesetzlich vorgesehenen EU-Tarifs ab". Wer eine Minute oder weniger telefoniert, zahlt dank der neuen Konditionen nun nämlich einen ganzen Euro.

Bestandskunden werden automatisch umgestellt

Altkunden werden automatisch auf die ab heute geltenden, neuen Bedigungen umgestellt. Das teilte die E-Plus-Pressestelle gegenüber teltarif.de mit. Eine Widerspruchsmöglichkeit oder Ähnliches sei nicht vorgesehen.

Air Berlin, deren Namen der Tarif immerhin trägt, fühlt sich nicht verantwortlich für die Änderungen im travel&talk-Prepaid-Tarif. "Für die Preisgestaltung unserer Premium-Partner", so eine Sprecherin der Unternehmens, "sind wir nicht zuständig."

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