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Kompromissvorschlag für schnelles Internet über TV-Frequenzen

Fernsehsender sollen Ausgleichszahlungen über Fonds bekommen
Von AFP / dpa / Björn Brodersen
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Im Streit um die Nutzung von Fernsehfrequenzen für Internetverbindungen hat der Branchenverband Bitkom einen Kompromiss vorgeschlagen. Ein Teil der Frequenzen für das digitale Fernsehen soll demnach genutzt werden, um den ländlichen Raum mit schnellem Internet zu versorgen, erklärte Bitkom heute. Im Gegenzug sollen die Fernsehsender Ausgleichszahlungen in einen Fonds erhalten.

Der obere Bereich der Fernsehfrequenzen ist besonders gut geeignet, um schnelles Internet zu übertragen, da die Funkwellen relativ einfach Hindernisse umgehen und - etwa im Gegensatz zu vielen Mobilfunk-Frequenzen - auch gut in Häusern zu empfangen sind. Damit ließen sich daher abgelegene Regionen mit schnellem Internet versorgen, die nicht an das DSL-Netz angeschlossen sind. In Deutschland sind das rund 600 Gemeinden, die zu weit von den Vermittlungsstellen der Telekom-Anbieter entfernt sind, um versorgt zu werden, und sich dadurch auch wirtschaftlich im Nachteil sehen. Neben den Ortschaften ohne Anschluss verfügen zudem viele Gemeinden nur über sehr geringe Bandbreiten.

Die Nutzung von Fernsehfrequenzen für Internetverbindungen ist durch die Digitalisierung des Antennenfernsehens möglich geworden. Durch die Einführung des sogenannten DVB-T-Standards in vielen Regionen können sich nur etwa vier Sender den alten Platz eines Senders teilen. Dennoch wehren sich die Rundfunkbetreiber gegen eine Nutzung von Fernsehfrequenzen für Internet, da sie um ihre Entwicklungsmöglichkeiten fürchten. Laut Bitkom wird die TV-Übertragung durch den Kompromissvorschlag nun kaum eingeschränkt, zwei Drittel des angestrebten Frequenzbereichs seien ohnehin der Bundeswehr zugewiesen. Für Fernsehsender, die dennoch ihren Kanal wechseln müssten, solle der von den Internetanbietern aufgebaute Fonds die Kosten übernehmen.

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