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Mobiles Breitband immer schneller: 14,4 MBit/s, 28,8 MBit/s und mehr

HSDPA noch nicht vollends ausgereizt, Nachfolger mit 100 MBit/s schon in Sicht
Von Ralf Trautmann

Das Internet hat hinsichtlich der gebotenen Bandbreiten eine Eigen-Dynamik entwickelt: Die Inhalte im Netz wurden in der Vergangenheit immer multimedialer, was zu einer erhöhten Nachfrage nach Bandbreite führte. Diese wiederum begünstigt ein immer größeres Angebot an Bandbreiten-hungrigen Anwendungen wie zum Beispiel Videoportalen oder Fernsehen.

Wer den Begriff Breitband hört, denkt in erster Linie an DSL, dank ADSL2+ aktuell verfügbar mit einem Downstream von bis zu 16 MBit. Die Telekom bietet zudem VDSL mit bis zu 50 MBit/s. Als Alternative steht das Kabel bereit, hier werden abseits von Test-Regionen aktuell bis zu 32 MBit/s im Flächenbetrieb geboten. Per Glasfaser, auch als FTTx bezeichnet, sind, wenngleich nur in einigen kleinen Regionen, 100 MBit/s und mehr möglich. Das war teuer:
UMTS-Versteigerung im Jahr 2000
Bild: dpa

Doch auch die drahtlose Konkurrenz der Mobilfunkzugänge schraubt die Datenübertraguns-Raten nach oben. Galt 2001 die Einführung von GPRS mit bis zu rund 53 kBit/s als revolutionär, ging es Schritt für Schritt weiter über UMTS hin zu HSDPA, das in immer neuen Geschwindigkeitsstufen angeboten wird. Aktuell ist in Deutschland 7,2 MBit/s hier die höchste Datenrate im Downstream für Endkunden. Zudem gibt es mit HPUPA ein Upload-Pendant zu HSDPA, mit dem aktuell schon 1,45 MBit/s ereicht werden, eine Bandbreite, die über dem Upstream klassischer DSL-Zugänge liegt. Wenn HSPA dann technisch irgendwann ausgereizt ist, sollen in der Folge die Datenraten vor allem über den Nachfolge-Standard LTE in noch ungeahnte Höhen schießen.

Zwischenzeitlich wurde durch die Einführung von EDGE zudem eine Erweiterung des GSM-Netzes geschaffen, die in der Praxis einen Downstream von 150 kBit/s bis 200 kBit/s und einen Upstream von rund 110 kBit/s erlaubt. Somit kommen auch Nutzer in nicht mit UMTS-versorgen Gebieten je nach EDGE-Ausbau in den Genuss einer Breitband-Anbindung - wenn auch im "unteren" Bereich. Die Weiterentwicklung EDGE evolved soll immerhin einen Downstream von 1,2 MBit/s erreichen, allerdings gibt es bisher weder eine entsprechende Netzaufrüstung noch passende Endgeräte.

Bestimmte Anwendungen sind zudem abseits der Bandbreite auch auf eine geringe Laufzeit der übers Internet empfangenen Datenpakete angewiesen, zum Beispiel VoIP-Telefonate oder der mittlerweile wirtschaftlich gewichtige Markt der Online-Spiele. Hier bringt HSDPA im Vergleich zu UMTS zwar schon eine Verbesserung, diese kann sich jedoch nicht mit drahtgebundenen Zugängen messen. Bei LTE soll diese dann nochmal deutlich reduziert werden.

EDGE, UMTS und HSDPA bei T-Mobile und Vodafone: Bandbreite und Abdeckung

Zunächst zum Stand der Dinge: Bei HSDPA sind die beiden D-Netz-Betreiber hinsichtlich der gebotenen Datenrate von bis zu 7,2 MBit/s eindeutig Vorreiter (sowohl bei T-Mobile als auch bei Vodafone im gesamten mit HSDPA aufgerüsteten Netz bis zu 3,6 MBit/s, partiell bis zu 7,2 MBit/s), zudem offerieren T-Mobile und Vodafone auch HSUPA mit 1,40 bzw. 1,45 MBit/s im Upstream. Der Fortschritt bei mobilem Breitband misst sich jedoch nicht nur an der angebotenen Höchst-Bandbreite, sondern auch an der Versorgung in der Fläche, und auch hier haben die beiden D-Netz-Betreiber die Nase vorn: T-Mobile hat sein gesamtes UMTS-Netz mit dem Daten-Turbo HSDPA bestückt, laut Vodafone steht der Turbo "größtenteils" im UMTS-Netz zur Verfügung. Die Düsseldorfer versorgen dabei 80 Prozent der Bevölkerung mit UMTS, im GSM-Netz werden 98 Prozent versorgt. T-Mobile konnte oder wollte zwar keine aktuellen Abdeckungs-Zahlen mitteilen, laut dem Unternehmen umfasst das UMTS-Netz allerdings "alle wichtigen Ballungsräume sowie alle Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern".

Die Bonner bieten außerdem EDGE flächendeckend im GSM-Netz an. Vodafone plante zwar ursprünglich lediglich die Versorgung UMTS-freier Gebiete mit der GSM-Erweiterung, und selbst das nicht flächendeckend, mittlerweile baut das Unternehmen EDGE aber auch in UMTS-versorgten Gebieten aus. Aktuell sind weite Teilen Deutschlands mit Schwerpunkt im Norden, Osten und Südosten versorgt. Im Westen und Südwesten finden sich dagegen momentan noch die größten Lücken.

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