Schufa

Hindernis für neuen Handy-Vertrag: Ein negativer Schufa-Eintrag

Selbst mehrere Handy-Verträge können neuen Vertragsabschluss verhindern
Von Sebastian Friedrich / Björn Brodersen
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Wer allerdings gerechtfertigt einen "negativen Eintrag" aufweist, muss auf mobiles Telefonieren nicht verzichten. Erstens handhaben die Mobilfunkanbieter die Gewichtung der die durch die Auskunfteien ermittelten Score-Werte unterschiedlich. Und zweitens kommen Prepaid-Verträge als Alternative in Betracht. Hier hat der Mobilfunkanbieter kein Ausfallrisiko, so dass ihm der Schufa-Eintrag egal sein dürfte.

Alternativ bieten sich spezielle Verträge wie etwa der 10 Euro pro Monat teure Handy-Tarif Weißfunk des Anbieters schwarzfunk im Netz von E-Plus. schwarzfunk wirbt damit, dass Interessenten unabhängigen von ihren Schufa-Einträgen einen Vertrag abschließen können. Auch bei dem Mobilfunkprovider debitel können Kunden häufig trotz eines negativen Schufa-Eintrags einen Mobilfunkvertrag abschließen, wobei sie auch hier eine Kaution hinterlegen, die nach Ablauf der Vertragszeit zurückgezahlt wird. Vorsicht bei unseriösen Angeboten mit überteuerten Minutenpreisen und Kostenfallen: Man sollte sich die Vertragsbedingungen sehr genau anschauen, um sicherzugehen, dass diese Möglichkeit nicht teuer erkauft wird.

Nutzer des Weißfunk-Tarifs müssen zum Beispiel nicht nur 10 Euro monatliches Grundentgelt, 25 Euro einmaligen Anschlusspreis sowie 15 Cent pro Telefonminute und pro abgesandter SMS-Nachricht im Inland bezahlen sondern auch noch eine Kaution in doppelter oder dreifacher Höhe ihres selbst festgelegten maximalen Gesprächsumsatzes hinterlegen. Zum Vergleich: Aktuelle Tarifangebote ohne monatliche Grundgebühr von Mobilfunk-Discountern bieten Nutzungspreise von 9 Cent pro Telefonminute sowie pro versendeter SMS-Mitteilung.

Nach Vertragserfüllung soll der schwarzfunk-Kunde den Kautionsbetrag mit 2 Prozent p.a. verzinst zurückerhalten - zumindest ist ein neues Handy in der monatlichen Grundgebühr enthalten. Wer seine Handy-Rechnung per Überweisung bezahlt, muss eine Kaution in Höhe von zwei zuvor vom Kunden selbst festgelegten Betragsobergrenzen für die monatliche Handynutzung hinterlegen. Bei Zahlung per Lastschrift sind es drei Monatsobergrenzen.

debitel bietet Mobilfunkvertrag notfalls gegen Kaution

Auch bei debitel können Handynutzer mit einem negativen Schufa-Eintrag einen Mobilfunkvertrag abschließen, wenn sie eine Kaution zwischen 100 bis 200 Euro hinterlegen - im ersten Jahr allerdings nicht gleich mehrere. Weitere Beschränkungen: Internationales Roaming und Anrufe auf teure Sonderrufnummern sind in den ersten drei Vertragsmonaten nicht möglich, bei Erreichen eines Umsatzes von 75 Euro in einem der ersten drei Monate behält sich debitel eine Sperrung des Mobilfunkanschlusses vor. Der Kautionsbetrag wird dem Kunden nach zwölf Monaten gutgeschrieben, etwaiges Guthaben wird nach zwölf Monaten gegen die anfallenden Rechnungen verrechnet.

Doch eine Gewähr für einen Vertragabschluss hat der Kunde nicht: Bei Bestellung zu Testzwecken der damals neu eingeführten crash-Tarife wurde einem teltarif.de-Mitarbeiter ein Vertragsabschluss von debitel wegen "zu zahlreicher vorhandener Mobilfunkverträge" verweigert.

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