Kosten sparen

Die wichtigsten Spartipps für die Handy-Nutzung

Für manchen Mobilfunkkunden wird das Handy sogar zur Schuldenfalle
Von Björn Brodersen
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Die Handy-Nutzung kann teuer sein. Vor allem Jugendliche geben einen Großteil ihres Taschengelds für das Telefonieren, das Versenden von Kurznachrichten und die Nutzung von Internetdiensten per Handy aus. In einzelnen Fällen erweist sich das Handy für den Nutzer sogar als Schuldenfalle. Die Ursachen dafür sind einfach: Dazu gehören die Wahl des Verbrauchers eines Mobilfunktarifs, der nicht zum eigenen Nutzungsverhalten passt, und ein allzu sorgloser Umgang mit Geld und dem Handy. Teilweise ist den Handy-Nutzern gar nicht bewusst, wie teuer zum Beispiel mobile Datendienste, Telefonate im oder ins Ausland (Roaming) oder der Anruf auf Sonderrufnummern in ihrem Mobilfunktarif ist. Wir erklären Ihnen, was die größten Kostenverursacher bei der Handy-Nutzung sein können und wie Sie sich auf einfache Weise vor diesen Kostenfallen schützen können.

Viele verlieren im Tarifdschungel den Durchblick

Mobilfunkanschlüsse in Deutschland Eine Umfrage unter 1 000 Handy-Nutzern von TNS Infratest im September dieses Jahres hat ergeben: Über die Hälfte der Bundesbürger weiß nicht, welche Preise in ihrem gebuchten Mobilfunktarif für Gespräche ins Festnetz oder in die Mobilfunknetze anfallen - in Zeiten von Mobilfunk-Discountern, die stark mit einem Einheitspreis für Inlandstelefonate und den SMS-Versand werben, ein überraschendes Resultat. Dabei liegt die Zahl der "unwissenden" Mobilfunkkunden im Bereich der einkommensschwächeren Haushalte und der älteren Menschen über 50 Jahre deutlich über dem Durchschnitt: 70 Prozent der Befragten aus diesen Gruppierungen kennen die Preise ihres Handy-Tarifs nicht. Bei den über 60-Jährigen sind es laut Umfrage sogar mehr als 80 Prozent.

Beispiel ungeeigneter Mobilfunktarif:
Wer regelmäßig aus Deutschland mit dem
Handy ins Festnetz der Türkei telefoniert, zahlt
im populären Zehnsation-Free-Tarif von E-Plus
1,84 Euro pro Minute. Mit dem KolayKart-Tarif
von Ay Yildiz (Prepaid-Tarif im Netz von E-Plus)
sind es nur 9 Cent pro Minute.

Das Umfrageergebnis lässt einen weiteren Schluss zu: Wer von den Tarifinformationen überfordert ist, findet nur schwer den richtigen Mobilfunktarif für sein individuelles Telefonverhalten und zahlt unter Umständen viel mehr für die Handy-Nutzung als in einem passenden Tarif. Auch Jugendliche, die sich den Tarifinformationen in der Werbung der Anbieter gewachsen fühlen, sind vor einer falschen Tarifwahl nicht gefeit. Schuldnerberater wissen: Manche Jugendliche kaufen aus Prestigegründen mehr, als sie sich leisten können, und übersehen eher versteckte Kosten, weil sie sich vor Vertragsabschluss das Kleingedruckte nicht durchlesen.

Der Weg zum maßgeschneiderten Mobilfunktarif

Die richtige Tarifwahl treffen Sie am besten mit unserem Mobilfunk-Profilrechner. Zunächst schätzen Sie möglichst genau ihr künftiges Handy-Nutzungsverhalten - Telefonie und SMS - ein und geben die entsprechenden Werte nach Vorgabe in dem Profilrechner ein. Der Tarifrechner sucht daraufhin ohne Rücksicht auf Netzzugehörigkeit oder Vertragsart (zum Beispiel Prepaid oder Postpaid) die günstigsten Mobilfunktarife für das angelegte Nutzerprofil heraus. Diese können Sie sich in Ruhe im Detail anschauen und so Ihren "maßgeschneiderten Mobilfunktarif" heraussuchen.

Beispiel ungünstige Vertragsklausel:
Auslaufen des Vertrags die SIM-Karte an den
Anbieter zurücksenden oder zahlen sonst
knapp 30 Euro "SIM-Kartenpfand".

Vergessen Sie für die Tarifwahl zwei Vorurteile: Prepaid-Tarife seien teurer als Handy-Laufzeitverträge und die subventionierten Handy-Angebote der Mobilfunkbetreiber günstiger als das selbst im freien Handel erworbene Mobiltelefon. Rechnen Sie lieber selbst nach, was günstiger für Sie ist: Gerade der eigene Handykauf ohne gleichzeitigen Abschluss eines Laufzeitvertrags kann sich wegen der größeren Freiheit bei der Tarifwahl rechnen. Nehmen Sie sich außerdem immer die Zeit, vor Vertragsabschluss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters in Ruhe durchzulesen - hier finden sich vereinzelt versteckte Kosten wie etwa Telefonminuten-Begrenzungen bei sogenannten Flatrate-Tarifen oder andere kundenunfreundliche Bestimmungen des Vertrags.

Roaming-Telefonate und Anrufe auf Sonderrufnummern sind deutlich teurer

Spartipps fürs Ausland:
Ebenfalls erst auf den hinteren Seiten der Preisinformationen finden Sie Angaben zu den Kosten für Anrufe auf Sonderrufnummern und für die Handy-Nutzung des Mobilfunkanschlusses im Ausland. In der Regel bewerben die Anbieter ihre Preise für die Handy-Nutzung im Inland und nicht die meist deutlich teureren Entgelte für die Nutzung im Ausland - trotz der Preisobergrenzen im Euro-Tarif im EU-Gebiet. Das betrifft sowohl ab- als auch eingehende Handy-Telefonate im Ausland sowie die mobile Datennutzung, selbst das Abrufen der eigenen Mailbox aus dem Ausland kann wie im Detail erläutert zur Kostenfalle werden. Wichtig für Auslandsreisende mit einem Mobilfunk-Minutenpaket: Die monatlichen Inklusivminuten gelten nur fürs Telefonieren innerhalb der deutschen Landesgrenzen.

Neben der falschen Tarifwahl - was können weitere Gründe für eine hohe Handy-Rechnung sein und wie können Sie sich davor schützen? Das erfahren Sie auf der zweiten Seite dieses Ratgebers.

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