Ratgeber

Voice over IP: Für wen lohnt sich die Telefonie über das Internet?

Zahlreiche unabhängige Anbieter buhlen um die Gunst der Kunden
Von Thorsten Neuhetzki
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Vor einigen Jahren war Voice over IP (kurz VoIP) eines des Trend-Schlagworte. Viele, die einen DSL-Anschluss hatten, nutzten die Telefonie per Internet über Anbieter wie sipgate, Skype oder Pepphone statt über ihre eigentliche Festnetzleitung zu telefonieren. Nun - Ende 2008 - hat sich das Blatt gewendet. Die meisten DSL-Kunden bekommen von ihrem Anbieter direkt eine Festnetz-Flatrate dazu. Selbst bei der Telekom ist es schon schwierig, einen DSL-Anschluss ohne entsprechende Telefonie-Pauschale zu erhalten. Entsprechend zurückgegangen ist der VoIP-Hype. Doch die Nutzung von Internettelefonie-Anbietern kann sich für viele Kunden noch immer lohnen. Wir zeigen Ihnen, in welchen Anwendungsbereichen VoIP noch immer sinnvoll ist und was die Nutzung kostet.

Bequeme VoIP-Nutzung: So geht's

In den Köpfen vieler DSL-Kunden ist Internettelefonie noch immer eng verknüpft mit einem laufenden Computer und einem Headset über das telefoniert wird. Dabei sind diese Zeiten längst vorbei. Selbst für Skype, die nicht den ansonsten üblichen SIP-Standard nutzen, gibt es mittlerweile Telefone, die es ermöglichen, ohne Headset am PC zu telefonieren. In aller Regel kann auch ein VoIP-Nutzer mit seinem bisherigen Telefon weiterhin telefonieren.

Dazu verbindet er das klassische Telefon mit seinem DSL-Router, der SIP unterstützen muss. Bekanntestes Beispiel sind hier die FRITZ!Box-Fon-Geräte. Doch es gibt auch andere Hardware, etwa die Horstbox von D-Link oder der unlängst von uns getestete Telekom-Router Speedport W920V, mit denen Telefonie per Internet möglich ist. Selbst einige Handymodelle mit WLAN-Schnittstelle haben schon SIP-Clients an Bord, so dass sich in den heimischen vier Wänden per Internet telefonieren lässt.

VoIP: Hauptsache Breitband

Um Voice over IP sinnvoll zu nutzen, benötigt der Kunde eine Breitbandleitung. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um DSL oder einen Kabelanschluss handelt. Möglich ist auch die Nutzung über eine UMTS/HSDPA-Verbindung. Schwierig wird es mit der Nutzbarkeit über eine Satelliten-Breitbandleitung. Aufgrund der hohen Signallaufzeiten können hier nur VoIP-Dienste genutzt werden, die von dem Satelliten-Anbieter unterstützt werden.

Theoretisch möglich ist die VoIP-Nutzung per Computer und Software auch über eine ISDN-Leitung. Hier ist allerdings die Sprachqualität oftmals nicht gut. Zur Thematik der VoIP-Nutzung über eine Schmalbandleitung haben wir bereits einen ausführlichen Artikel veröffentlicht.

Interessant ist auch: Wer regelmäßig mit den gleichen Gesprächspartnern telefoniert, kann versuchen, diese auch von der Internettelefonie zu überzeugen - idealerweise beim gleichen Anbieter oder einem seiner Partner. Dann nämlich ist das Internettelefonat oftmals komplett kostenlos - egal ob es innerhalb der gleichen Stadt oder in den letzten Winkel der Welt geführt wird.

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