Navigation

Samsung Omnia: Navigation mit erheblichen Startschwierigkeiten

Samsung SGH-i900 Omnia mit Route 66 im kurzen Detail-Test
Von Anja Zimmermann /
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Der Handyhersteller Samsung preist sein Smartphone i900 Omnia als aktuelles Flaggschiff seines Sortimentes an und wirbt vor allem mit den vielfältigen Multimedia-Funktionen. Gerne wird das Gerät auch zum iPhone-Killer ernannt, da es ebenfalls über einen Full-Touchscreen verfügt, mit einer besseren Kamera ausgestattet und frei erhältlich ist.

Samsung i900 OMNIA 8GB

Das mit Windows Mobile 6.1 ausgestattete Omnia schnitt in unserem ersten umfangreichen Test allerdings insgesamt ziemlich mittelmäßig ab. In einem Detail-Test haben wir jetzt die Navigations-Funktion, die über das integrierte GPS-Modul genutzt wird, genauer unter die Lupe genommen.

Route-66-Kartenmaterial liegt bei

Samsung Omnia
mit Route 66
Dem Omnia liegt auf einer 1-GB-Speicherkarte mit Mobile 8 von Route 66 inklusive Kartenmaterial von Deutschland, Österreich und der Schweiz eine vollwertigen Navigationslösung bei. Die Nutzung der Software sowie der ausgelieferten Karten ist zeitlich unbegrenzt ohne Zusatzentgelt möglich. Updates und der Stauinfo-Service müssen jedoch bei Route 66 käuflich erworben werden.

Das Stau-Feature zeigt, ähnlich wie ein RSS-Feed, alle Staus auf den ausgewählten Autobahnen an. Klickt der Nutzer auf einen entsprechenden Stau, kann er sich diesen auch direkt auf der Karte anzeigen und eine alternative Strecke zum Umfahren suchen lassen.

Mit der vollständigen Route-66-Navi-Software sowie dem integrierten GPS-Modul ist - zumindest theoretisch - alles mit an Bord, was der Nutzer zum Navigieren braucht. Dies ist ein signifikanter Unterschied zu vielen anderen Geräten, auch zum iPhone 3G, bei denen Google Maps der Gipfel der serienmäßigen Navigationsfreuden ist.

GPS-Signal wird gesucht...

Das Omnia kann (zumindest in der Theorie) mittels des GPS-Moduls direkt die aktuelle Position bestimmen und darstellen. Der "Samsung Navigator" - wie die Route-66-Software im Programm-Ordner bezeichnet wird - tat sich im Test jedoch zunächst mit der Standortsuche ziemlich schwer. Nach sehr langer Zeit (bedeutend länger als bei einer "durchschnittlichen Erstortung" mit anderen Geräten) vermutete uns das Omnia erst einmal in Brasilien oder vor der Küste Italiens, obwohl wir uns in Berlin auf einer Straße mit freiem "Zugang zum Himmel" befanden. Leider fand das Handy zunächst auch im Auto den aktuellen Standort nicht.

Abhilfe schafft eine spezielle Option mit dem Namen XTRA, die sich unter dem Menüpunkt "Erweitertes GPS" in den Einstellungen von Windows Mobile findet. Ist diese aktiviert, wird die GPS-Positionsbestimmung durch Daten erleichtert, die sich das Handy per Datenübertragung aus dem Internet holt: Hier gilt es zu bedenken, dass Datenentgelte anfallen können, wenngleich die übertragene Datenmenge nicht allzu groß ist. Beim Omnia muss zudem die Internet-Verbindung nach Beenden der Navigations-Software aktiv getrennt werden, eine potenzielle Kostenfalle.

POIs mit nützlichen Infos

Nach dieser Starthilfe funktionierte das Navigieren dann aber größtenteils problemlos. Die Lautstärke der Sprachansage ist über den integrierten Lautsprecher moderat. Allerdings darf auch nicht vergessen werden, dass es sich um ein Handy und nicht um ein originäres Navigationsgerät handelt, so dass hier eine gewisse Nachsicht angebracht ist.

Mit Route 66 kann das Handy als Navigationssystem in drei Varianten genutzt werden: für Autofahrer, für LKW-Fahrer und für Fußgänger. Die Routenplanung berücksichtigt optional auch die gewünschte Fahrtgeschwindigkeit. Im Fußgängermodus kann die Software sogar spezielle Fußwege ermitteln, die zum Beispiel die Navigations-Lösung von Wayfinder auf dem W760i von Sony Ericsson nicht erkannt hat. Wird eine Route für Fußgänger geplant, die aber eindeutig nicht an einem Stück zu bewältigen ist, wird der Nutzer darauf hingewiesen, Zwischenstopps einzufügen.

Im Vorfeld einer Navigation kann die Route unter dem Menüpunkt "Reiseplanung" im Überblick angeschaut werden. Das Suchen und Finden eines Ziels funktioniert sehr schnell und ohne Fehler. Handelt es sich hierbei um einen "Dienstleister", stehen oft auch detaillierte Informationen zu Öffnungszeiten sowie die Telefonnummer zur Verfügung. Diese Nummer kann dann auch direkt aus der Navigationsanwendung angewählt werden.

Die farbliche Darstellung auf dem Display ist kontrastreich und gut zu erkennen. Die Strecke ist in der Standard-Ansicht in einem grellen Grün markiert, wenn die Lichtverhältnisse nicht so gut sind, kann auf die Nachtfärbung umgeschaltet werden. Wer die Darstellung individuell gestalten will, kann nahezu jede Färbung für Straßen, Art der Bebauung etc. selbst definieren.

Fazit: Mehr als nur ein Telefon?

Auch wenn die Navigations-Funktion des Smartphones von Samsung nicht in den Vordergrund gestellt wird, ist sie wichtiger Bestandteil des "Gesamtpakets Omnia". Die Umsetzung kann dabei nur als durchwachsen bewertet werden: Ist die Ortung einmal gelungen, funktioniert das Programm zuverlässig und bietet dem Nutzer vielfältigste Funktionen. Die Erst-Nutzung kann einen indes in den Wahnsinn treiben, da das Gerät ohne Starthilfe ewig lang versucht, die GPS-Position zu ermitteln. Nutzer diverser Online-Foren teilen übrigens dieses Problem.

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