Themenspecial Senioren sparen

Ratgeber: Günstiger telefonieren im Krankenhaus

Viele Kliniken schalten den Patienten Telefonanschlüsse mit 01805-Rufnummern
Von Sascha Recktenwald / Björn Brodersen

Seit immer mehr Krankenhäuser das Telefonieren per Handy auf den Stationen - mit Ausnahme der kritischen Bereiche wie etwa der Intensivstation - erlauben, können Patienten teure Telefonkosten häufig umgehen, indem sie einfach ihr Handy zum Telefonieren mit ins Krankenhaus nehmen. Nur müssen sie in diesem Fall umdenken, sind doch in der Regel Handy-Telefonate teurer als Gespräche vom heimischen Festnetzanschluss aus. Ist das Telefonieren per Handy im jeweiligen Krankenhaus untersagt, können mobile Patienten die Anrufe in der Lobby oder im Außenbereich vornehmen.

Beispielsweise liegt bei vielen Mobilfunk-Discountern der Minutenpreis von 9 Cent pro Minute für Gespräche ins deutsche Festnetz oder in eines der deutschen Mobilfunknetze deutlich unter den Telefongebühren vieler Kliniken. Unter Umständen lohnt es sich auch, speziell für einen solchen Fall die SIM-Karte eines Mobilfunk-Discounters zu kaufen und übergangsweise zu nutzen. Bei Mobilfunkangeboten mit sogenanntem Community-Tarif gehen die Kosten sogar auf bis zu 1 Cent pro Minute für anbieterinterne Gespräche runter - das kann sich beispielsweise für Telefonate mit Familienangehörigen lohnen, die ebenfalls eine SIM-Karte dieses Mobilfunkanbieters nutzen. Wer übergangsweise eine andere SIM-Karte als gewöhnlich nutzt, weil sich sein herkömmlicher Tarif nicht für die vielen Telefonate während der Zeit in der Klinik eignet, und im Krankenhaus angerufen werden möchte, sollte daran denken, Freunden und Bekannten rechtzeitig die geänderte Rufnummer mitzuteilen.

Mobilfunkkunden mit einem Homezone-Tarif wie etwa o2 Genion, Vodafone Zuhause oder T-Mobile@home können den Bereich für günstigere Handy-Telefonate an den Standort des Krankenhauses verlegen lassen und sind gleichzeitig für andere günstiger über die dazu gehörende Festnetzrufnummer auf dem Handy erreichbar. Hier fallen jedoch Kosten für das Verändern des Homezone-Bereichs an. Bei o2 sind es zum Beispiel jedes Mal 5 Euro (im Online-Kundenmenü) oder 15 Euro (über Telefon-Hotline).

Telefonieren per Callback oder aus der Telefonzelle

Wer über kein Handy verfügt oder aus Angst vor einem Diebstahl das Mobiltelefon nicht mit ins Krankenhaus mitnehmen möchte, kann Telefonkosten im Krankenhaus sparen, indem er eine Telefonzelle benutzt, die sich meist im Eingangsbereich der Krankenhäuser befinden. Oder der Patient nimmt keine eigenen Anrufe vor und lässt sich nur von Freunden und Angehörigen anrufen. In diesem Fall zahlt er zwar die Tagesnutzungsgebühren für den Telefonanschluss im Krankenhaus, umgeht aber die hohen Minutenpreise für die Gespräche.

Erhält der Krankenhausbesucher einen Festnetzanschluss mit einer herkömmlichen geografischen Rufnummer und nicht mit einer teuren Sonderrufnummer, kann er auch einen sogenannten Callback-Dienst in Anspruch nehmen. Dazu ruft der Nutzer eine spezielle Rufnummer des Dienstes anruft, legt den Hörer wieder auf, wartet, bis der Telefoncomputer zurückruft, und kann dann die Verbindung zur Zielnummer aufbauen. Bezahlt wird der auch per Handy nutzbare Callback-Dienst per Vorauskasse. Hier sollte der Nutzer allerdings zunächst die Preise der verschiedenen Anbieter vergleichen und das passende Angebot auswählen, sonst zahlt er unter Umständen per Callback mehr als über den Krankenhaus-Telefontarif.

Erkundigen Sie sich zunächst nach allen Kosten fürs Telefonieren

Wer vor einem längeren Krankenhausaufenthalt steht und während dieser Zeit vom Krankenbett aus telefonieren möchte, sollte sich zunächst bei der Krankenhausverwaltung über alle Kosten - Tagesnutzungsentgelt, Minutenpreise, Kosten für eingehende Anrufe - des vom Krankenhaus gestellten Telefonanschlusses informieren. Gleichzeitig sollte er fragen, ob das Telefonieren per Handy in der Klinik erlaubt ist. Denn nicht nur mit dem Tarif eines Mobilfunk-Discounters telefoniert der Patient häufig per Mobiltelefon zu günstigeren Konditionen als von dem vom Krankenhaus bereitgestellten Anschluss aus.

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