Highspeed

Vodafone: "Geschwindigkeit ist die Killerapplikation"

Arcor-Festnetz und Vodafone-Mobilfunknetz sollen zusammenwachsen
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Vodafone sieht hohe Übertragungsgeschwindigkeiten als Killerapplikation. Das erklärte Hartmut Kremling, Geschäftsführer Vodafone Deutschland und Vorstand Arcor AG für Technik, anlässlich der 4. Vodafone-Innovation-Days in Düsseldorf. Mit GSM und EDGE erreiche Vodafone schon heute 96 Prozent der deutschen Bevölkerung. Das UMTS/HSPA-Netz habe eine 80-prozentige Bevölkerungsabdeckung.

Derzeit werde über HSDPA schon an vielen Hotspots eine Übertragungsbandbreite von 7,2 MBit/s erreicht. Noch in diesem Jahr ist - wie bereits berichtet - eine Erweiterung auf 14,4 MBit/s geplant und für das kommende Jahr kündigt Vodafone eine Erweiterung auf 28,8 MBit/s an. Uploads über HSUPA seien derzeit mit 1,4 MBit/s möglich. Deutschlands zweitgrößter Mobilfunk-Netzbetreiber rüste das Netz aber derzeit bereits um, so dass schon bald bis zu 2 MBit/s im Upstream erreicht werden können.

Anlässlich der Innovation Days zeigte Vodafone auch gemeinsam mit Nokia Siemens Networks die Möglichkeiten, die der UMTS-Nachfolger LTE in Zukunft bietet. Vodafone spricht bei LTE derzeit von Bandbreiten von bis zu 173 MBit/s im Downstream bzw. 58 MBit/s im Upstream. Damit sollen unter anderem hochauflösende TV-Übertragungen (HDTV) möglich sein. Weitere Anwendungen sind ferngesteuerte Webcams und die Multiuser-Multimedia-Kommunikation mit Voice-over-IP und Video.

Künftig gemeinsame Rufnummer für Handy und Festnetz

Für die Zukunft denken Vodafone und Arcor ferner über eine einheitliche Rufnummer für Handy und Festnetz nach. Zumindest für Geschäftskunden soll eine derartige Lösung noch im November eingeführt werden. Dabei will der Netzbetreiber eingehende Anrufe auf allen gerade eingeschalteten Telefonen signalisieren und es bleibt dem Kunden überlassen, wo er sein Gespräch entgegennimmt.

Derartige Versuche gab es von Vodafone mit der Universal Number bereits in der Vergangenheit. Damit konnten Anrufe intelligent auf den Handy- oder Festnetz-Anschluss geleitet werden. Nachteil: Die Anrufer zahlen bei dieser Lösung immer den Minutenpreis für ein Gespräch ins Mobilfunknetz.

Arcor hatte sich wiederum vor einigen Jahren im Bereich der persönlichen Rufnummern mit der Vorwahl 0700 engagiert. Auch damit können Anrufe parallel oder nacheinander auf verschiedene Anschlüsse terminiert werden. Allerdings behandeln die meisten Telefongesellschaften die 0700 als Sonderrufnummer, so dass sich auch dieser Service nicht etablieren konnte.

Neben einer gemeinsamen Rufnummer soll es perspektivisch auch eine gemeinsame Mailbox für Festnetz und Mobilfunk geben. Einen Zeitrahmen hierfür nannte Vodafone allerdings noch nicht.

Arcor versorgt derzeit rund 60 Prozent der Bevölkerung mit seinen Festnetz- und DSL-Anschlüssen. Dabei ist für die Zukunft ebenfalls eine Erweiterung der Bandbreiten vorgesehen. Perspektivisch werden über VDSL2 bis zu 100 MBit/s im Downstream angestrebt.

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