steigende Kosten

Telekom will mehr Geld von der Konkurrenz

Call by Call und Verbindungen zu Telekom-Kunden sollen teurer werden
Von AFP / Anja Zimmermann
AAA
Teilen

Kunden von Konkurrenten der Deutschen Telekom müssen bald womöglich mehr für Telefongespräche zahlen. Der Ex-Monopolist fordert für das Zusammenschalten des eigenen mit fremden Telefonnetzen deutlich mehr Geld, wie das Unternehmen ankündigte. Die sogenannten Interconnectiongebühren sollen demnach um bis zu zehn Prozent steigen. Diese Entgelte fallen an, wenn ein Kunde eines Telefonanbieters jemanden anruft, der seinen Anschluss bei einem anderen Anbieter hat - etwa der Telekom. Betroffen sind nur Telefongespräche im Festnetz, deren Zahl seit Jahren abnimmt.

Durch die beantragte Erhöhung der Interconnectionsgebühren dürften die Telefontarife etwas steigen - allerdings um weniger als zehn Prozent, da das Zusammenschalten der Netze nur eine Vorleistung ist, die die Telekom für ihre Wettbewerber erbringt. Die Telekom verfügt über ein bundesweites Telefonnetz. Diese flächendeckende Netzinfrastruktur vorzuhalten, habe seinen Preis, erklärte das Unternehmen. "Und die Kosten dafür kann die Deutsche Telekom nicht alleine tragen", erklärte Festnetzvorstand Timotheus Höttges.

Preise gehen zurück, da immer mehr über Handy telefoniert wird

Das sogenannte Verkehrsvolumen im klassischen Sprachnetz der Telekom sei seit 2002 um etwa zehn Prozent jährlich zurückgegangen, erklärte Höttges. Grund ist, dass immer mehr Telefonate über Handys, über die Netze anderer Betreiber oder über das Internet geführt werden. Die Kosten für den Betrieb des Festnetzes seien aber nahezu gleich geblieben, erklärte Höttges. Die Kosten pro Verbindungsminute seien dadurch deutlich gestiegen.

Die Telekom verwies auch darauf, dass letztlich Arbeitsplätze gefährdet seien, wenn die Kosten zwar weiter stiegen, die Preise für die Konkurrenten aber gleich blieben. Der Konzern verlangt von seiner Konkurrenz daher für Verbindungen über kurze Strecken in der Tarifzone "local" (Ortsnetz) 0,47 statt 0,43 Cent und für weitere Strecken in der Zone "single transit" (regional) 0,78 statt 0,71 Cent. Sinken soll der Preis für die nach Telekom-Angaben seltener benötigte Zone "double transit" (bundesweit) von 1,08 auf 0,78 Cent. Die Interconnection-Entgelte wurden zuletzt für zweieinhalb Jahre von der Bundesnetzagentur festgesetzt, die Genehmigung läuft am 30. November aus.

Nach Angaben aus Unternehmenskreisen liegt der Umsatz der Telekom aus den Entgelten bei einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Insgesamt müssten die 70 bis 80 betroffenen Wettbewerber mit der beantragten Erhöhung demnach 40 bis 60 Millionen Euro mehr pro Jahr an die Telekom zahlen.

Weitere Artikel zur aktuellen Festnetz-Interconnection-Entscheidung

Weitere Artikel zur aktuellen Situation der Deutschen Telekom

Teilen