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Ratgeber: Radio aus aller Welt mit dem WLAN-Empfänger hören

Internetradio-Empfänger inzwischen für unter 100 Euro erhältlich

Einer der Anbieter, der mit Reciva zusammenarbeitet, ist die deutsche Firma dnt mit ihren IPdio-Geräten. Diese gibt es in Form eines Küchenradios, eines Radioweckers oder auch als Musikanlage, um nur einige Beispiele zu nennen. Dabei liegt dnt preislich unter den Angeboten von Noxon. So kostet das IPdio clock Internetradio - der Radiowecker - im Online-Shop des Herstellers 89,95 Euro. Das IPdio mini ist für 109 Euro gelistet.

Sowohl Terratec, als auch dnt ermöglichen den Käufern ihrer Internetradio-Empfänger, eigene Programme hinzuzufügen. Zwar werden die Programm-Tabellen von vTuner und Reciva nahezu täglich aktualisiert. Dennoch kann es vorkommen, dass ausgerechnet der eigene Lieblingssender noch nicht gelistet ist, so dass er mit dem gekauften Gerät von Haus aus nicht zu empfangen ist. Grundig stellte schon im vergangenen Jahr erste WLAN-Radios vor

Bei den Noxon-Empfängern funktioniert das, indem man von einem Computer im gleichen WLAN-Netz über den Internet-Browser auf das Radio zugreift und dort das gewünschte Programm und dessen Stream-Adresse nachträgt. Alternativ können die Kunden auch den passwortgeschützten Bereich der vTuner-Homepage radio567.com nutzen, um neue Programme einzutragen oder Favoriten festzulegen, die in bestimmten Ordnern abgelegt werden.

Besitzer eines dnt-Radios müssen die eigenen Sender dagegen über die Reciva-Homepage nachtragen. Nachteil: Sollte Reciva - aus welchen Gründen auch immer - den Dienst in der Zukunft nicht mehr anbieten, so können keine neuen Sender mehr in die angeschlossenen Radios eingespielt werden.

Empfangsgeräte von weiteren Herstellern

Neben Terratec und dnt gibt es WLAN-Radios inzwischen von zahlreichen weiteren Herstellern. Dazu zählt unter anderem das auch als Produzent von Kurzwellen-Receivern bekannte Unternehmen Sangean, das zunächst mit Reciva zusammengearbeitet hatte, auf der Internationalen Funkausstellung aber auch Geräte mit vTuner-Datenbank vorgestellt hat.

Grundig, früher ebenfalls ein Produzent klassischer Weltempfänger, stellte erste WLAN-Internetradios schon im vergangenen Jahr vor. Nun sollen diese auch wirklich lieferbar sein. Die bisher unter anderem auf DAB-Radios

spezialisierte Firma Pure bringt mit dem Evoke Flow einem Empfänger auf den Markt, der auch Internetradio-Sender wiedergibt. Nicht zuletzt zeigte auf der IFA in Berlin auch der MP3-Player-Spezialist iRiver einen Webradio-Receiver.

Geräte bieten Zusatzdienste

Inzwischen bieten nahezu alle Hersteller ihren Kunden neben dem reinen Internetradio-Empfang auch verschiedene Zusatz-Funktionen. Dazu gehört, dass über die Geräte auch Podcasts Mit einem FM-Transmitter lassen sich die Programme auf herkömmliche Radios übertragen empfangen werden können. Auf dem PC gespeicherte Musik-Dateien lassen sich auf das WLAN-Radio streamen und dort wiedergeben. Terratec bietet zusätzlich - teilweise gegen Abo-Gebühren - Dienste von Anbietern wie Besonic, Classical.com, Deutsche Welle, Musicload, MP3tunes und demnächst auch Napster an.

Wer herkömmliche Radiogeräte in der Wohnung mit dem Webradio-Signal versorgen möchte, kann auf die inzwischen legalen FM-Transmitter zurückgreifen, die das Signal in einem eng begrenzten Radius verbreiten. Alternativ haben die meisten Geräte einen Line-Ausgang, so dass sie auch mit der HiFi-Anlage verbunden werden können. Anstelle von WLAN ist bei den meisten Empfängern auch die Internet-Verbindung über ein Netzwerkkabel möglich.

Fazit: Große Programmvielfalt zum immer kleineren Preis

WLAN-Radios sind ausgereift und bieten eine Vielfalt von oft mehr als 10 000 Sendern in hoher Qualität. Darüber hinaus lassen sich auch Podcasts nutzen und die eigenen MP3-Dateien abspielen. Einige Anbieter haben Zusatz-Features wie iPod-Unterstützung oder verschiedene Abo-Dienste integriert.

Dabei gibt es Internetradio-Empfänger inzwischen auch für den relativ kleinen Geldbeutel. Musste man vor zwei Jahren noch rund 200 Euro investieren, so gibt es inzwischen auch qualitativ hochwertige Angebote zu Preisen unter 100 Euro. So wird der Webradio-Empfang auch ohne PC ähnlich selbstverständlich wie der klassische Radioempfang.

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