Handy-Chat

Günstiger als SMS: Instant Messaging per Handy

ICQ, Windows Live und andere Messenger können auch mobil genutzt werden

Die drei kleineren deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber E-Plus, o2 und vistream untersagen in ihren AGB nicht die Nutzung von Instant Messaging. Im Gegenteil, Fonic - Discounter im o2-Netz - erklärte auf seiner Pressekonferenz anlässlich der Internationalen Funkausstellung (IFA) Ende August auf Nachfrage sogar ausdrücklich, die Nutzung sei erlaubt.

Eigene Messaging-Clients gibt es von den kleineren Netzbetreibern allerdings nicht. Das ist nicht weiter schlimm, denn es gibt inzwischen eine große Anzahl kostenloser und auch kostenpflichtiger Messaging-Programme, die mit beliebigen Providern genutzt werden können. Technisch funktionieren diese Messenger auch bei T-Mobile und Vodafone, auch wenn die Netzbetreiber die Nutzung offiziell nicht gestatten. Mit Fring kann man auch Skype nutzen

Kostenlos: Fring, Palringo und Instango

Beispiele für kostenlose Instant Messenger zur Nutzung am Handy sind Fring [Link entfernt] , Palringo und Instango [Link entfernt] . Fring gibt es unter anderem für Symbian-, Windows-Mobile- und Java-Handys. Die Software unterstützt den Windows Live Messenger, Google Talk, ICQ, Twitter, Yahoo! und AIM. Darüber hinaus können die Nutzer über Skype telefonieren und chatten und selbst VoIP-Gespräche über einen SIP-Provider sind möglich. Besonderheit: Fring kann automatisch zwischen WLAN und GPRS/UMTS wechseln, so dass man automatisch Datenübertragungskosten spart, wenn man sich beispielsweise zu Hause oder am Arbeitsplatz im Bereich des eigenen WLAN-Hotspots bewegt.

Telefongespräche gibt es bei Palringo zwar nicht. Dafür können die Nutzer kurze Sprachmitteilungen (Push-to-Talk) austauschen und sich gegenseitig Fotos zeigen. Außerdem wird neben den "gängigen" Messengern auch Gadu-Gadu unterstützt und Palringo-Nutzer können untereinander in Gruppen chatten. Erhältlich ist Palringo für Symbian und Windows Mobile, für Java-Handys und sogar für das Apple iPhone. Außerdem gibt es Clients für PC und Mac.

Instango ist nur für Java-Handys verfügbar und hat zusätzlich zu den Instant Messages unter anderem auch eine Push-to-Talk-Funktion. Kostenpflichtig können die Kunden auch telefonieren und SMS-Mitteilungen verschicken. Unterstützt werden die Messenger von Google, ICQ, AIM, MSN, Yahoo!, GaduGadu, QQ und Jabber. Mit Instango können auch SMS-Mitteilungen verschickt werden

Nicht in die Kostenfalle tappen: Auf den Datentarif kommt es an

Zwar sind Messenger wie Fring, Palringo und Instango kostenlos. Es fallen jedoch Kosten für den zur Nutzung erforderlichen Internet-Zugang an. Zeitbasierte Tarife wie der GPRS-Standardtarif von T-Mobile und o2 oder der Datentarif von callmobile bzw. klarmobil eigenen sich nicht für mobiles Instant Messaging, da so ständig im Hintergrund der Gebührenzähler tickt.

Besser sind die nach dem übertragenen Datenvolumen abgerechneten Preismodelle. Dabei sollte der Megabyte-Preis möglichst unter 50 Cent liegen. Das ist bei Discountern wie simyo und solomo, congstar und BILDmobil der Fall. Einige Anbieter - zum Beispiel BILDmobil - stellen keinen vollwertigen Internet-Zugang zur Verfügung, sondern nur einen WAP-2.0-Zugang. In diesem Fall muss ein Messenger genutzt werden, der anstelle einer Socket-Verbindung auch mit einer HTTP-Verbindung genutzt werden kann. Das ist beispielsweise bei Instango, aber auch beim reinen ICQ-Java-Client Jimm der Fall, der ebenfalls kostenlos erhältlich ist.

Wie hoch die Kosten sind, hängt vom Nutzungsverhalten und vom Datentarif jedes einzelnen Kunden ab. Beispiel: Bei einem Test mit Instango hatten wir insgesamt etwa 150 Messenger-Kontakte, die naturgemäß beim Programmstart geladen werden. Innerhalb von fünf Stunden wurden knapp 500 kB an Daten übertragen, wobei die Software immer im Hintergrund lief und hin und wieder Textbotschaften ausgetauscht wurden. Mit simyo (24 Cent pro Megabyte) würde man hierfür demnach knapp 12 Cent zahlen, RTLmobil-Kunden (35 Cent pro Megabyte) bekämen rund 17 Cent vom Guthaben abgebucht. Bei den Netzbetreibern, wo die GPRS-Standardpreise nicht so günstig sind, empfiehlt sich die Buchung eines kleinen Datenpakets.

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