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Technikneuheiten von der IFA

Fernseher mit RSS-Feed, Kopfhörer für Gamer sowie weitere Highlights
Von Anja Zimmermann / Ralf Trautmann /

Während das terrestrische Digitalfernsehen DVB-T in Deutschland eine Erfolgs-Story ist, führt das digitale Radio bislang ein Schattendasein. Bis auf wenige Ballungsgebiete ist die Programm-Auswahl recht klein, die Empfangsqualität lässt insbesondere in Häusern zu wünschen übrig und die Empfangsgeräte sind recht teuer. Ferner gibt es im analogen UKW-Band fast überall in Deutschland eine inzwischen recht große Anzahl an Programmen. Kein Wunder also, dass sich nur wenige Bundesbürger zum Kauf eines DAB-Digitalradio-Empfängers entschlossen haben.

Anlässlich der Internationalen Funkausstellung in Berlin hat der öffentlich-rechtliche Senderverbund ARD nun angekündigt, mit dem Digitalradio neu durchstarten zu wollen. Dazu sei eine gemeinsame Initiative der Landesrundfunkanstalten, des Deutschlandradios und der privaten Programmanbieter erforderlich. Entsprechende Konzepte sollen schon in Kürze vorgelegt werden. Das TechniSat Multyradio
Bild: TechniSat

Der Neustart soll dann allerdings mit dem neuen DAB+ Verfahren erfolgen, das bei gleichem Frequenzspektrum ein deutlich größeres Programm-Angebot ermöglicht, ohne dass die Übertragungsqualität leidet. Möglich macht dies ein verbesserter Audio-Codec, der bei DAB+ zum Einsatz kommt. Nachteil: Die bisherigen DAB-Radios werden nach Umstellung der Übertragungsnorm wertlos.

Bisherige DAB-Programme werden mittelfristig abgeschaltet

Wann das bisherige DAB-Angebot abgeschaltet wird, ist offen. Aus Branchenkreisen war am Rande der IFA zu erfahren, dass die Sender aus- oder auf den neuen Standard umgeschaltet werden, wenn mit DAB+ etwa 70 Prozent Deutschlands abgedeckt sind. Wann dies der Fall sein wird, kann derzeit niemand sagen, da es bislang nicht mal einen offiziellen Termin für den Start des neuen digitalen Radios gibt. Wie DAB+ klingt, führte das Deutschlandradio auf seinem Stand in Halle 2.2 auf dem Messegelände unter dem Berliner Funkturm vor.

In der gleichen Halle war auch der Digitalradio-Gemeinschaftsstand zu finden, wo überwiegend noch herkömmliche DAB-Radios zu bestaunen waren. Immerhin berücksichtigen erste Hersteller aber die bevorstehende Umstellung und weisen ihre Empfänger als für DAB+ vorbereitet aus.

Autoradio für die digitale Kurzwelle

Eine Messe-Neuheit gab es auch vom digitalen Lang-, Mittel- und Kurzwellenradio DRM, das es ermöglicht, auch ganze Kontinente und selbst Regionen in Übersee mit nur einer einzigen Sendeanlage zu versorgen. Bereits berichtet haben wir über das Multyradio von TechniSat. Auf der IFA wurde zusätzlich der Prototyp eines DRM-Autoradios gezeigt. Das Gerät hat die Bezeichnung SRZ RP-220 DRM und wird von der russischen FirmaSarapul Radiozavod gefertigt. Neben DRM-Sendungen sind auch analoge Lang-, Mittel-, Kurz- und Ultrakurzwellenprogramme zu empfangen. Außerdem lassen sich Radiosendungen auch auf einer Speicherkarte aufzeichnen. Mit der Markteinführung wird im Führjahr 2009 gerechnet. Der Verkaufspreis ist noch nicht bekannt. Das neue WLAN-Radio von Pure
Bild: Pure

WLAN-Radios von immer mehr Herstellern

Immer mehr Hersteller produzieren inzwischen WLAN-Radiogeräte, mit denen man über einen Breitband-Internet-Zugang Hörfunksendungen und Podcasts empfangen kann, die via Internet ausgestrahlt werden. Grundig präsentierte schon im vergangenen Jahr solche Empfänger. Nach der diesjährigen IFA sollen die Geräte nun tatsächlich auf den Markt kommen. Sangean hat den Kooperationspartner gewechselt. Die neuen Internetradios greifen nun auf die Datenbank von vTuner, nicht mehr von Reciva zu. Der Chipsatz ermöglicht somit nicht mehr den Empfang von Sendern, die den Real-Audio-Codec nutzen. Dafür können Programme im AAC+ Standard empfangen werden. Pure und Olympus haben sich für einige Empfänger auch von den beiden großen Plattformen unabhängig gemacht. Sie verwenden eigene Sender-Datenbanken bzw. die Stationsliste der Shoutcast-Plattform.

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