Ausschreibung

congstar will DSL-Komplettpakete auch über andere Netze anbieten

Telekom-Tochter plant Einkauf von Leitungen bei Arcor, Telefónica & Co.
Von AFP / Björn Brodersen

Die Billigmarke der Deutschen Telekom, congstar, will auch mit Konkurrenten ihres Mutterkonzerns zusammenarbeiten und ihr DSL-Komplettpaket congstar komplett über deren Netze anbieten. "Wir werden künftig per Ausschreibung entscheiden, von welchem Anbieter wir das Netz nutzen", sagte congstar-Geschäftsführer Alexander Lautz dem Handelsblatt. Wenn also Rivalen wie etwa die Anbieter Arcor oder Telefónica mit ihren Netzen bessere Preise böten, würde Congstar weniger Leistungen bei der Telekom einkaufen. Vertragsverhandlungen mit einem Konkurrenten laufen demnach bereits, noch in diesem Jahr solle die erste Fremdkooperation starten. Treu bleiben will congstar allerdings T-Mobile: Die Handy-Angebote des Discounters sollen weiter über die Telekom-Mobilfunk-Tochter laufen.

congstar, das 2007 gestartet ist, hat diese Freiheiten an sich bereits seit Anfang an, will sie aber erst jetzt nutzen. Die Verhandlungen mit Konkurrenten seien aber "kein Kulturumschwung", sagte ein Telekom-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Congstar müsse als Discounter "bestimmte Preispunkte erreichen" - das sei nicht immer zu erzielen, wenn die Tochter die Vorleistungen der Telekom einkaufe. congstar werde daher auf eine Mischung beim Einkauf der Netze und Kapazitäten setzen, fügte er hinzu.

congstar, das Internet-, Telefon- und Mobilfunkanschlüsse anbietet, ist ein sogenannter Reseller: Die Tochter des ehemaligen Monopolisten hat keine eigenen Netze, sondern kauft Leistungen in großen Umfang bei anderen Betreibern ein und bietet diese den Kunden dann billiger an. Am vergangenen Dienstag hat congstar ein DSL-Komplettpaket herausgebracht, bei dem die Kunden auf den herkömmlichen Festnetz-Anschluss der Telekom verzichten können. Wie das Angebot preislich einzuordnen ist, erfahren Sie in unserem aktuellen DSL-Tarifvergleich.