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congstar komplett im DSL-Tarifvergleich

Ist die Telekom-Tochter günstiger als 1&1, freenet oder o2?
Von Björn Brodersen
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Wie berichtet bietet die Telekom-Tochter congstar seit gestern ein DSL-Komplettpaket an, bei dem die Kunden auf den herkömmlichen Festnetz-Anschluss der Telekom verzichten können. Für monatliche Grundpreise zwischen 19,99 Euro und 34,98 Euro - je nach Wohnort und gewählter Anschluss-Bandbreite - erhalten die Kunden ein DSL-Flatrate-Paket mit integriertem VoIP-Anschluss. Für monatliche Grundpreise zwischen 24,99 Euro und 39,98 Euro steht für congstar komplett eine Doppel-Flatrate fürs Internetsurfen und fürs Telefonieren über die Breitband-Leitung ins deutsche Festnetz zur Auswahl.

Zurzeit können nur Nutzer eines Telefonanschlusses der Deutschen Telekom in die DSL-Komplettpakete von congstar wechseln. Erst später soll es auch für Festnetz-Kunden von alternativen Vollanschluss-Anbietern möglich sein, direkt auf congstar komplett umzusatteln. Interessierten Telefonkunden der Telekom steht jedoch nicht nur congstar komplett offen: Andere DSL-Anbieter wie 1&1, freenet oder o2 bieten solche DSL-Komplettpakete ohne herkömmlichen Festnetz-Anschluss schon länger in bestimmten Regionen an. Während wir gestern bereits das congstar-komplett-Angebot auf Einfachheit und Transparenz untersucht haben, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag, welcher Anbieter das günstigste DSL-Komplettpaket mit Doppel-Flatrate führt.

Die monatlichen Grundpreise

Mit den neuen DSL-Komplettpaketen trifft sich die Telekom-Tochter in preislicher Hinsicht auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Ein Paket aus DSL-2000- und VoIP-Anschluss sowie DSL-Flatrate für knapp 20 Euro im Monat finden Einsteiger und Provider-Wechsler auch bei 1&1 oder freenet. Ebenso sieht es bei einer Doppel-Flatrate aus: Mit 24,99 Euro pro Monat in den Städten unterbietet congstar nicht den Grundpreis von Providern wie 1&1 oder freenet für ein DSL-2000-Paket. Sparsame finden bei Lidl Komplett sogar ein DSL-1000-Anschlusspaket mit Doppel-Flatrate fürs Internetsurfen und VoIP-Telefonate ins deutsche Festnetz für 21,98 Euro pro Monat. Allerdings gibt es bei der VoIP-Telefonie Lidl Komplett nicht dieselben Qualitätssicherungs-Mechanismen wie etwa bei den NGN-Anbietern 1&1, congstar, freenet oder o2.

Auch bei den höheren Anschluss-Bandbreiten ändert sich das Bild nicht: Nur wer die Datenrate eines DSL-16000-Anschlusses ausnutzen kann und in einer größeren Stadt wohnt, spart bei freenet Komplett 5 Euro pro Monat gegenüber den DSL-Komplettangeboten von congstar oder 1&1. Heißer Preistipp ist hier das DSL3+-Angebot von Strato, das je nach Wohnort 24,95 Euro oder 29,95 Euro pro Monat kostet.

Ab sofort kann auch der congstar-DSL-Neukunde auf die Einmalkosten für die Anschluss-Bereitstellung und die notwendige Hardware verzichten - allerdings nur, wenn er wie bei vielen anderen DSL-Anbietern in eine 24-monatige Mindestvertragslaufzeit einwilligt. Wer sich von Beginn an die Möglichkeit für einen schnellen Ausstieg aus dem DSL-Vertrag offen halten möchte, zahlt 59,99 Euro für die Anschluss-Bereitstellung und - bei Bedarf - 49,99 Euro für einen neuen VoIP-fähigen WLAN-Router. Wer schon einen DSL-VoIP-Router besitzt und diesen weiter verwenden möchte, spart bei congstar und bei etlichen anderen Anbietern die Hardware-Kosten in jedem Fall. Nur für die Nutzung von o2 DSL müssen Neukunden auf jeden Fall eines der drei Geräte, die der Münchener DSL- und Mobilfunkanbieter vertreibt, kaufen. Für Lidl Komplett beginnen die Hardware-Preise des Anbieters erst bei knapp 30 Euro.

Die weiteren Nutzungspreise

Neben den Einmal- und Monatskosten für den DSL- und Telefonanschluss müssen bei der Tarifwahl auch die weiteren Nutzungskosten berücksichtigt werden. Darunter fallen beispielsweise die Kosten für Telefonate über den Breitband-Anschluss in die Mobilfunknetze oder ins Ausland und Kosten für Anrufe auf die Kundendienst-Hotline. Bei den Gesprächspreisen fällt auf: Im Gegensatz zu den den anderen Anbietern in unserem Vergleich zahlen congstar-komplett-Nutzer für Anrufe auf andere congstar-komplett-Anschlüsse. Die Telekom-Tochter berechnet dafür den Minutenpreis von 2,9 Cent, der ohne VoIP-Flatrate für eine Verbindung zu einem anderen deutschen Festnetz-Anschluss anfällt. Eine Vergünstigung gibt es nur für Telefonate zu congstar-Mobilfunkanschlüssen: Diese Anrufe kosten mit 9 Cent pro Minute deutlich weniger als die üblichen 22 cent pro Minute für Gespräche in die deutschen Mobilfunknetze.

Telekom-Kunden können bei einem Wechsel zu congstar komplett bis zu zehn bestehende Rufnummern mitnehmen und auf den neuen Anschluss übertragen lassen. Wie üblich berechnet congstar als neuer Provider den Kunden keine Portierungs-Kosten. Je nach gewählter Anschluss-Klasse können congstar-komplett-Nutzer bis zu vier parallele Telefongespräche über die Breitband-Leitung führen. In den meisten Haushalten dürften aber auch die zwei "Leitungen" bei 1&1, freenet und o2 ausreichen. Wichtig in allen Fällen: Call by Call ist nicht möglich.

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