Datenklau

Bankverbindungen von 17 000 Bürgern im Umlauf (aktualisiert)

Illegale CD mit kompletten Adress-, Geburts- und Bankdaten aufgetaucht
Von AFP / Marc Kessler

In Deutschland bahnt sich ein neuer Skandal um den Missbrauch von Bankdaten tausender Verbraucher an. Wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) berichtet, sind CDs mit den Namen, Geburtstagen, Adressen, Telefonnummern und Kontonummern von insgesamt rund 17 000 Bundesbürgern aufgetaucht. Die Daten wurden von einer Firma in Nordrhein-Westfalen an andere Unternehmen verkauft. Sie könnten laut VZSH in Zusammenhang mit einer Reihe von Betrugsfällen in den vergangenen Tagen stehen.

Im Dunkeln blieb bislang, woher die Daten stammen. Viele Betroffene, die sich bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein beschwerten, gaben an, dass sie vor längerer Zeit SKL-Lose per Kontoabbuchung bezahlt haben. Die Verbraucherzentrale hat anonym eine CD mit über 17 000 Datensätzen erhalten. Die Namen der Excel-Dateien weisen auf die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) hin. In einer Stellungnahme bestreitet die SKL, selbst Daten an Dritte weitergegeben zu haben. Man könne aber nicht ausschließen, dass dies über ein für die SKL ehemals tätiges Call-Center erfolgt sei. Die SKL kündigte an, in diesem Falle "konsequent dagegen vorzugehen."

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät indes, seine Kontoauszüge regelmäßig zu prüfen. Dies gilt auch für Kontobewegungen von Angehörigen, die aufgrund von Alter oder Krankheit den Überblick verlieren und dank des bekannten Geburtsdatums leichte Beute unseriöser Anbieter werden könnten.

Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, sprach von einem "Riesen-Skandal." Der Verkauf von Datensätzen, auf denen sowohl Namen als auch Kontendaten gespeichert seien, habe "eine völlig neue Qualität."