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Bei sozialen Netzwerken auf den Datenschutz achten

Sonst macht sich der StudiVZ-, Facebook- oder XING-Nutzer gläsern
Von Christopher Sternemann
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Polizei, Personaler und Journalisten müssen heutzutage oft nicht einmal mehr ihren Schreibtisch verlassen, um Informationen oder gar den Aufenthaltsort einer Person herauszufinden. Virtuelle soziale Netzwerke wie StudiVZ, MySpace, Xing oder YouTube sind bei Nachforschungen außerordentlich hilfreich. Wieviele Spuren die Nutzer dabei im Internet hinterlassen und welche Konsequenzen das Entblößen der eigenen Identität im so genannten Web 2.0 nach sich ziehen kann, ist vielen Nutzern gar nicht bewusst.

Wohnort, Alter, Beziehungsstatus und Freundeskreis sind nach nur wenigen Klicks bekannt. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage veröffentlichen mittlerweile acht Millionen Deutsche persönliche Informationen in diversen Business- und "Gruschel"-Clubs. Vor allem Jugendliche veröffentlichen unbedacht Fotos auf Social-Networking-Seiten, ohne mögliche Spätfolgen zu bedenken: Je mehr Informationen die Nutzer preisgeben, desto eher können diese auch missbraucht werden. Neben Kriminellen, die etwa Kontodaten ausspionieren wollen, zeigen sich zunehmend Werbefirmen interessiert an Adressen und persönlichen Vorlieben der Community-Mitglieder.

Trotz zahlreicher Proteste und Anschuldigungen zum Missbrauch des Datenschutzes und der Weitergabe an Dritte nehmen die Nutzerzahlen stetig zu. StudiVZ beispielsweise hat dabei zu Jahresbeginn seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert, die es den Machern erlauben, personalisierte Werbung auf den Profilen zu schalten. Diese Einstellungsoption kann der Nutzer zwar selbst beeinflussen, oftmals aber sind die Fährten zu Drittanbietern für den Nutzer auf den ersten Blick nicht erkennbar.

Es ist wichtig, von Anfang an seine Online-Identität und seine Online-Reputation zu schützen. Die virtuellen Altlasten können Jahre später noch Karrieren ruinieren. Mindestens jeder dritte Personalchef nutzt gezielt das Internet, um sich vor einem Vorstellungsgespräch über die Bewerber zu informieren. Ganze 57 Prozent der Personaler, so die Studie des Bundes Deutscher Unternehmensberater (BDU [Link entfernt] ) haben aufgrund des persönlichen Internetprofils schon einmal Kandidaten gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Sicherheitsbedrohung für Unternehmen

Das Angestellte während der Arbeitszeit auch privaten Interessen im Web nachgehen, wird von Unternehmen vielfach geduldet und ist Ergebnis einer aktuellen Befragung von Trend Micro. 13 Prozent der Befragten gaben an, aus dem Unternehmensnetzwerk heraus Social-Networking-Seiten zu besuchen. Weil in den kommenden Jahren die jetzt noch junge Web-2.0–Generation auf dem Arbeitsmarkt nachrücken wird, könnte dies bald sogar völlig neue Verhaltensmuster von Mitarbeitern nach sich ziehen. Möglicherweise sind die Arbeitnehmer zukünftig auch vom Büro aus auf den populären Web-2.0-Plattformen aktiv, mit weit reichenden Folgen für das Unternehmen. Grundsätzlich müssen Firmen darauf vorbereitet sein, dass mit der veränderten privaten Internet-Nutzung am Arbeitsplatz ein erhöhtes Risiko für die IT-Sicherheit einhergeht.

Die Business-Networking-Plattform Xing hat eine Funktion eingeführt, bei der Mitglieder erkennen können, wenn einer ihrer direkten Kontakte beispielsweise das Unternehmen wechselt, einen neuen Kontakt hinzufügt oder sonstige Angaben in seinem Profil ändert. Auch die Eintragung von Terminen oder der Beitritt zu einer Gruppe wird angezeigt. Die Anzeige der meisten Detailinformationen lassen sich in den Einstellungen zur Privatsphäre zwar abschalten, einige Angaben wie ein Positions- oder Firmenwechsel sind für Premium-Mitglieder aber weiterhin über die Suchfunktion einsehbar. Xing-Mitglieder und Kritiker haben wegen dieser Funktion datenschutzrechtliche Bedenken geäußert.

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