Bilanz

Motorola verkaufte nur 28,1 Millionen Handys in drei Monaten

Hersteller schafft es knapp aus der Verlustzone
Von dpa / Thorsten Neuhetzki
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Der kriselnde Mobilfunk-Ausrüster Motorola hat sich im zweiten Quartal ganz knapp aus den roten Zahlen gerettet. Das verlustreiche Handygeschäft blieb allerdings auf Talfahrt. Unter dem Strich lag das Konzernergebnis mit vier Millionen Dollar überraschend im Plus nach einem Minus von 28 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel um sieben Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar (5,2 Mrd Euro), wie der US-Konzern am Sitz in Schaumburg (US-Bundesstaat Illinois) mitteilte.

Motorola verkaufte mit 28,1 Millionen Handys im zweiten Quartal erneut rund ein Fünftel weniger Geräte. Marktführer ist mit großem Abstand Nokia. Motorola ist seit längerem hinter Samsung auf Platz drei zurückgefallen, Konkurrent LG holt stark auf und liegt nur noch knapp dahinter. Motorolas Produktpalette gilt noch immer als nicht attraktiv genug. Der Umsatz im Handygeschäft fiel um 22 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Das operative Minus der Sparte erhöhte sich nochmals um vier Prozent auf 346 Millionen Dollar.

Der seit Jahresbeginn amtierende Motorola-Chef Greg Brown baut den Konzern derzeit radikal um. Tausende Arbeitsplätze fielen bereits seit vergangenem Jahr weg. Das Handy-Geschäft wird in ein ebenfalls börsennotiertes Unternehmen abgetrennt. Im Nacken sitzen Brown einige kritische Großaktionäre um den streitbaren Investor Carl Icahn. Der zweitgrößte Bereich, die Netzwerksparte, wird auch neu organisiert. Experten halten den Verkauf von Teilen daraus für möglich. Die Sparte schreibt aber ebenso Gewinne wie der dritte Bereich mit Kommunikationstechnik für Firmen.

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