Kurztest

Die neuen Funktionen von Microsofts Windows Mobile 6.1

Microsoft will mehr Nutzer vor allem bei privaten Anwendern gewinnen
Von Björn Brodersen
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Im PC-Bereich arbeiten die meisten Anwender mit dem Betriebssystem Windows, doch auf den Smartphones ist das Pendant von Microsoft für mobile Endgeräte, Windows Mobile, weniger bekannt. Zwar setzen etliche Business-Anwender auf Windows Mobile, weil ihnen das Betriebssystem vom PC her vertraut ist. Doch unter Nutzern, denen beispielsweise Multimedia- oder Social-Networking-Funktionen wichtiger sind, fand Windows Mobile bislang weniger Anklang. Das will der Hersteller Microsoft jetzt ändern: Das Betriebssystem für Smartphones soll das gesamte Anwendungs-Spektrum im Consumer-Bereich abdecken. Mit der neuen Version Windows Mobile 6.1, das im April in Las Vegas auf der CTIA Wireless erstmals der Öffentlichtkeit gezeigt wurde, öffnet sich Microsofts mobiles Betriebssystem neuen Nutzergruppen. Wir haben jetzt im Rahmen einer Pressevorführung in Hamburg einen näheren Blick auf die Consumer-Funktionen von Windows Mobile 6.1 werfen können.

Für eine einfachere Handhabung des Windows-Mobile-Handys sorgt der auf dem Startbildschirm abgelegte Menü-Punkt "Erste Schritte". Über dieses Hilfsmenü kann der Einsteiger bestimmte Grundeinstellungen des Handys-Betriebssystem nach Anleitung vornehmen. Dazu gehören etwa Uhrzeit- und das Datums-Einstellungen, das Einrichten des mobilen Zugangs zu E-Mail-Postfächern, das Festlegen eines Kennworts für eine datensichernde Gerätesperre, das Einrichten einer Verbindung zu einem Bluetooth-Headset sowie das Bestimmen von Hintergrundfarbe auf dem Handy-Display und des Standard-Klingeltons. Beim "Erste-Schritte"-Menü handelt es sich zwar nicht um einen Einrichtungsassistenten, in dem der Nutzer direkt zur Eingabe der notwendigen Einstellungen aufgefordert wird, es stehen aber Links zu den jeweiligen Konfigurationsmenüs bereit.

Mobiler E-Mail-Abruf, Internet Explorer und Startbildschirm

"Erste-Schritte"-Menü Auch die Konfiguration des mobilen E-Mails-Abrufs geht leichter vonstatten: Der Nutzer gibt nur noch seine E-Mail-Adresse, seinen Benutzernamen sowie sein Passwort fürs E-Mail-Konto ein, die benötigten Server-Informationen ruft das System selbstständig ab. Unterstützt werden die Abruf-Standards POP3 und IMAP. Es können gleichzeitig Nachrichten von mehreren E-Mail-Adressen abgerufen werden, nicht nur von Freemailern, sondern auch von Mailkonten einer eigenen Domain - in letzterem Fall muss der Windows-Mobile-6.1-Nutzer noch den Namen seines Webhosters in den E-Mail-Einstellungen eingeben. Nutzer, die über ein Windows-Live-Hotmail-Konto verfügen, können sich neu eingetroffene Mails auch automatisch auf das Handy übertragen lassen (E-Mail-Push).

Der integrierte Internet Explorer 5 bietet eine Stufen-Zoom-Funktion und wie der Opera Mini oder Nokia Minimap ein Vorschaufenster bei längerem Scrollen auf einer Webseite. Nützlich ist auch die Copy&Paste-Funktion: Beispielsweise kann der Windows-Mobile-6.1-Nutzer Textpassagen auf einer Internetseite markieren und kopieren und dann in eine E-Mail einfügen und versenden - so wie am PC. Auch Multimedia-Angebote wie etwa Videoclips von YouTube lassen sich darstellen. Die Nachfolgeversion Internet Explorer 6 will Microsoft Ende dieses Jahres herausbringen, sie soll beispielsweise Adobe-Flash- und Silverlight-Unterstützung mitbringen. Beides soll das Multimedia-Erlebnis auf dem Handy bereichern.

Zu den Neuerungen von Windows Mobile 6.1 gegenüber den Vorgängerversionen gehört auch ein neuer Startbildschirm, der den schnelleren und einfacheren Zugriff auf zentrale Informationen wie E-Mail, Musik und Bilder erlaubt. Auch Informationen wie entgangene Anrufe, neue Nachrichten und vereinbarte Termine können angezeigt werden. Die gewünschten Optionen werden je nach Gerät und Vorliebe des Nutzers per Icon auf dem Startbildschirm abgelegt. Neue Kurznachrichten werden beispielsweise wie beim Instant Messaging zusammen mit den vorhergehenden Nachrichten einer SMS-Unterhaltung gezeigt, sortiert nach Kontaktpersonen.

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