Handicap

PC-Hilfsmittel für Senioren und Menschen mit Handicap

Windows optimieren und zusätzliche Hardware
Von Christiane Freitag
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Auch Menschen mit körperlichem Handicap, sei es durch Alter, sei es durch Behinderungen, wollen Zugang zur Welt der Computer haben. Für beeinträchtigte Nutzer gibt es daher verschiedene Hilfsmittel, die die Bedingung des PC erleichtern: Zum einen bringt das Betriebssystem Windows von Haus aus eine Vielzahl von Konfigurations-Möglichkeiten mit, zum anderen ist Hardware erhältlich, die die Nutzung des PCs auch bei schweren Beeinträchtigungen ermöglicht.

Völlig kostenfrei: Windows optimieren mit Eingabehilfen

Unter dem Menüpunkt "Systemsteuerung/Eingabehilfen" hält Windows verschiedene Hilfsmittel bereit, die den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend eingestellt und variiert werden können. So ist es zum Beispiel möglich, akustische und optische Signale zu aktivieren, Sounds können visuell oder umgekehrt Sprachausgaben schriftlich dargestellt werden. Durch Veränderung der Schriftgröße und des Kontrastes lässt sich die Lesbarkeit optimieren. Hierzu steht eine Auswahl von 30 verschiedenen Kontrasten und hoher beziehungsweise extra hoher Farbauflösung. Auch die Profile "Windows-Standard" und "Windows klassisch" können "groß" oder "extra groß" eingestellt werden. Die Maus kann per Menüpunkt durch die Zehnertastatur emuliert, die Zeigergeschwindigkeit separat eingestellt werden. Auch die Geschwindigkeit der Blinkrate des Cursors und dessen Breite lassen sich einstellen. Durch Aktivierung der Anschlagverzögerung werden kurze oder wiederholte Tastenanschläge ignoriert. Die Schnelligkeit der Tastaturanschläge, die ignoriert werden sollen, lässt sich individuell auf 0,5 bis zu 2 Sekunden festlegen. Die Anschlaggeschwindigkeit, das heißt wie lange die Tasten gedrückt werden müssen, kann auf einen Wert zwischen 0 und 20 Sekunden eingestellt werden.

Elektronische Hilfsmittel

MOMObil im Einsatz Wenn das Handicap zu groß ist, um die PC-Nutzung über Softwarekonfigurationen zu ermöglichen, kann auf spezielle Soft- und Hardware zurückgegriffen werden. Eine große Auswahl an speziellen Zusatz-Tools für Menschen mit Behinderungen gibt es zum Beispiel bei der Firma Incap. Hier sind unter anderem Großfeldtastaturen, Kommunikationshilfen, spezielle Software, Bildschirmtastaturen und vieles mehr erhältlich, alles allerdings im eher gehobenen Preissegment. Großfeldtastaturen beispielsweise sind vorgesehen für Menschen, die aufgrund von motorischen Einschränkungen, Koordinationsproblemen oder Sehschwächen eine herkömmliche Tastatur nicht oder nur bedingt bedienen können. Außerdem gibt es spezielle Tastaturen für Einhänder, erhältlich ab rund 500 Euro.

Das MOMObil ist ein Kommunikationsgerät mit Sprachausgabe – und übersetzt die Symbole oder Schriftzeichen in Lautsprache. Das mobile Kommunikationsgerät ist laut Hersteller an die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Nutzers anpassbar: Es kann über eine Tastatur oder den integrierten Touchscreen bedient werden, aber auch über eine Kopf- oder Augensteuerung, wenn die Bewegungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt sind. Ein solches Gerät kostet allerdings auch etwa 7000 Euro.

Mit einer Software lässt sich das Modul MOMO um E-Mail-Funktionen erweitern: So können auf unkomplizierte Weise elektronische Nachrichten geschrieben, empfangen und verwaltet werden. Außerdem kann der Nutzer ein Adressbuch anlegen. Die Bedienung erfordert nach Herstellerangaben keine besonderen Computer-Kenntnisse, die Steuerung kann auch im Scanningverfahren oder einer Kopf- oder Augensteuerung erfolgen. Diese Lösung kostet rund 230 Euro.

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