Überblick

DSL-Tarife mit fester IP-Adresse im Vergleich

Statische IP-Adressen im DSL-Paket oder als einzelne Option
Von Björn Brodersen

Online-Gaming, Musik-Streaming oder das Veröffentlichen von Webcam-Bildern im Netz: Es gibt mehrere Gründe, warum auch für private Internetnutzer eine feste IP-Adresse interessant sein kann. Wir zeigen Ihnen, bei welchen DSL-Anbietern Sie möglichst günstige Anschlusspakete oder Zugangsangebote mit fester IP-Adresse finden und worauf Sie bei der Tarifwahl achten sollten. Außerdem erfahren Sie, welche alternativen Dienste es zu einer festen IP-Adresse im DSL-Anschlusspaket gibt.

Hintergrund: Dazu eignet sich eine feste IP-Adresse

Ohne eine IP-Adresse kann ein ins Internet eingewähltes Endgerät wie etwa ein PC oder ein Smartphone nicht gefunden werden. Das heißt, dass keine Daten an dieses Gerät gesendet werden können. In dieser Hinsicht ist die IP-Adresse (Internet Protocol Address) so etwas wie die Postadresse eines Haushalts oder die Rufnummer eines Telefonanschlusses. Damit sich die Internetnnutzer eine IP-Adresse besser merken können, wird der aus vier Oktetts bestehenden numerischen Adresse häufig ein Domain-Name - zum Beispiel www.teltarif.de - zugewiesen.

In der Regel wird dem Endgerät (Host) bei jeder Einwahl ins Netz eine neue IP-Adresse zugeteilt. Diese wird als dynamische IP-Adresse bezeichnet. Eine solche dynamische IP-Adresse vergeben die Internetprovider normalerweise an ihre Privatkunden. Behält der Host dagegen bei jeder Einwahl ins Internet die ursprünglich zugeteilte IP-Adresse, so wird diese als "fest" oder "statisch" bezeichnet. Der Rechner des Nutzers ist in diesem Fall immer unter derselben Adresse erreichbar.

Eine feste IP-Adresse kann nicht nur für Gewerbetreibende, Selbstständige oder Telearbeiter interessant sein, sondern auch für private Internetnutzer, die von unterwegs auf die auf ihrem PC gespeicherten Daten zugreifen (Remote Access), die Daten mit anderen Nutzern austauschen, die eine Homepage auf ihrem eigenen Rechner hosten, eine feste Webcam installieren oder von zu Hause aus Musik oder Internetradio-Sendungen ins Netz übertragen wollen. Auch bei einem Betrieb eines Mailservers kann eine dynamische IP-Adresse Schwierigkeiten bereiten, weil viele andere Mailserver solche E-Mails als vermeintlichen Spam blockieren. Und passionierten Online-Gamern kann eine feste IP-Adresse das Leben leichter machen, beispielsweise wenn sie einen Game-Server betreiben wollen.

Im Privatkunden-Bereich eher die Ausnahme als die Regel

Anders als im Geschäftskunden-Bereich sind die DSL-Anschlussangebote mit fester IP-Adresse für Privatkunden eher die Ausnahme als die Regel. Internetprovider vergeben normalerweise eine dynamische IP-Adresse via PPP ("Point-to-Point-Protocol" zum Verbindungsaufbau über Wählleitungen) oder PPPoE ("PPP over Ethernet": Hierüber identifiziert sich ein DSL-Nutzer bei seinem Internetprovider für sein Zugangskonto) an ihre Privatkunden, um die Zahl der IP-Adressen möglichst gering zu halten. Das gelingt, da nicht immer alle Kunden eines DSL-Providers gleichzeitig online sind. Würde ein Provider nur feste IP-Adressen vergeben, bräuchte er mindestens eine IP-Adresse pro Kunde. Theoretisch wäre es also möglich, dass eine Einwahl ins Internet scheitert, weil der Internetprovider zu dem gegebenen Zeitpunkt über keine freie IP-Adresse verfügt.

Teilweise bieten die Internetprovider fertige DSL-Anschlusspakete an, die bestimmte Webhosting-Dienste und eine feste IP-Adresse einschließen und auch für private Anwender sowohl verfügbar als auch erschwinglich sind. In unserem unten stehenden Preisvergleich ausgewählter DSL-Anschlusspakete für private Anwender stellt der Alice-Comfort-Anschluss von HanseNet das preislich attraktivste Angebot dar: Der Kunde zahlt kein einmaliges Anschluss-Bereitstellungsentgelt, die Mindestvertragslaufzeit beläuft sich auf nur einen Monat, und der monatliche Grundpreis von knapp 40 Euro schließt eine Doppel-Flatrate fürs Internetsurfen und Telefonieren ins deutsche Festnetz ein.

Wie bei dem Versatel-Angebot handelt es sich bei dem Telefonanschluss um einen ISDN-Anschluss. M-net bietet eine feste IP-Adresse gegen monatlichen Aufpreis zu den Vollanschluss-Paketen an, QSC hat eine im entbündelten DSL-Angebot Q-DSL office integriert. Hinsichtlich der Anwendungen, für die eine feste IP-Adresse geeignet ist, sollten die Nutzer bei der Tarifwahl auch auf eine ausreichend hohe Geschwindigkeit für den Datenversand achten. Dabei sollten die Interessenten sich nicht nur auf die theoretischen Höchstwerte der Provider verlassen, die in der Praxis selten erreicht werden.

Ausgewählte DSL-Anschlusspakete mit fester IP-Adresse auf einen Blick

DSL-Tarife mit fester IP-Adresse für Privatkunden HanseNet M-net QSC Versatel
Alice Comfort Maxi DSL Q-DSLoffice VT easy flat
Anschlussart DSL + ISDN DSL + Analog DSL-only DSL + ISDN
Summe der einmaligen Einrichtungsentgelte 0,00 0,00 12 Mon.: 117,81
24 Mon.: 70,21
36 Mon.: 0,00
70,10
Telefon-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz inklusive 9,90 - inklusive
monatliches Grundentgelt für DSL-Anschluss und -Zugang  
DSL 2000 39,90 42,25 46,41 55,34
DSL 3000 43,25
DSL 6000 46,25
DSL 16000 53,25
(DSL 18000)
61,28
Sonstiges  
Weitere Inklusivleistungen Mail-Domain mit 10 Mailboxen;
1 GB für Webspace und Online-Festplatte
10 Mail-Adressen;
10 MB Webspace
3 Domains;
50 MB Webspace;
100 Mail-Adressen
Auslands-Flat;
10 Mail-Adressen mit 1 GB Speicherplatz
Mindestvertragsaufzeit in Monaten 1 12 12 12
Stand: 20. Juli, Preise in Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Eine feste IP-Adresse muss jedoch nicht immer im DSL-Paket gebucht werden, sondern kann auch einzeln bei einigen Providern bestellt werden. Zudem gibt es Software-Alternativen für DSL-Kunden, denen eine dynamische IP-Adresse zugteteilt wurde. Mehr darüber erfahren Sie auf der folgenden Seite.

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