Tipps&Tricks

Tipps zur Handy-Nutzung im Urlaub

Diese Tipps und Informationen helfen, im Urlaub Kosten zu sparen
Von Anja Zimmermann

Das GSM-Standard-Netz ist in über 200 Ländern der Welt ausgebaut. Einschränkungen gibt es in Japan, Nord- und Südamerika, Südkorea sowie auf einigen Karibikinseln. Mit Dualband-Handys sollte das Telefonieren daher im europäischen Ausland kein Problem darstellen. Da in den USA der Frequenzbereich für Dualbandhandys auf 850 und 1900 MHz liegt, funktionieren die europäischen Dualbandhandys, die auf Frequenzen von 900 und 1800 MHz funken, dort nicht. Mit einem Tri- oder Quadbandhandy ist auch der Amerika-Urlauber auf der sicheren Seite, es sollte in den USA, Kanada, der Karibik und Südamerika funktionieren. In Japan oder Südkorea gibt es teils andere Frequenzen oder Mobilfunkstandards, sodass dort nur ein dafür geeignetes UMTS-Handys eingesetzt werden kann. Falls das eigene Handy sich nicht in ein Netz am Urlaubsort einbuchen kann, vermieten manche Anbieter geeignete Telefone für den Urlaub oder die Geschäftsreise.

Andere Länder, andere Technik

Auch wenn das eigene Handy am Urlaubsort funktioniert, lässt sich das Ladegerät unter Umständen nicht an die Steckdosen im Urlaubsland anschließen. Unterschiede in der Steckernorm und bei der Spannung können Probleme verursachen: Einen Adapter für den Stecker gibt es kostengünstig in jedem Baumarkt und auch ein Spannungswandler ist dort für um 10 Euro zu bekommen. Moderne Netzgeräte kommen mit Spannungen zwischen 110 und 240 Volt klar, allerdings sollte dies auf einem TÜV-geprüften Gerät vermerkt sein.

Wenn man dabei ist, im Vorfeld des Urlaubs die technischen Voraussetzungen abzuklären, sollte man schon mal alle Telefonnummern im Telefonbuch im internationalen Format beginnend mit +49 abspeichern. Das + ersetzt dabei die aus dem Festnetz gewohnte "00" für Auslandsgespräche. Es lässt sich bei vielen Mobiltelefonen durch längeres Drücken der "0" oder durch zweimaliges Drücken der Stern-Taste eingeben. Dann folgt der Ländercode, die Ortsvorwahl ohne Null und die Rufnummer. Wurde das schon zu Hause erledigt, kann man die gewünschten Nummern im Urlaub aus dem Speicher abrufen. Der Notruf 112 funktioniert mit allen Handys innerhalb der EU und in der Schweiz. Bei Reisen in andere Länder sollten sie sich die entsprechende Notrufnummer, beispielsweise 911 in den USA, heraussuchen, und im Handy abspeichern.

Achtung vor Taschendieben

Achtung vor Taschendieben
Quelle: dpa
An Flughäfen, Rastplätzen und Bahnhöfen mit hohem Menschenaufkommen ist auch das Diebstahlrisiko erhöht. Hochwertige Handys, mit denen zum Beispiel auch im Internet gesurft werden kann, können schnell Beute von Taschendieben werden. Deshalb sollten Sie Ihr Handy, genau wie die Geldbörse und andere Wertsachen auch, nicht unbeaufsichtigt auf der Strandliege lassen oder beim Ausflug in der Vortasche des Rucksacks aufbewahren. Sicherer ist es, das Handy in einer verschließbaren Innentasche oder an einer Kette unter dem T-Shirt um den Hals zu tragen, denn auch aus der Hosentasche könnte das Handy unbemerkt gestohlen werden. Kommt das Gerät ärgerlicherweise abhanden, sollte der Handynutzer die so genannte IMEI (Seriennummer) des Geräts notiert (Abfrage per *#06#) und auch eine Hotline-Nummer zum Sperren der SIM-Karte dabei haben. Denn gerät das Telefon in falsche Hände, können auch schon in wenigen Stunden enorme Mobilfunkkosten erzeugt werden.

Die Service-Nummern der Netzbetreiber
Der Preis für diese international erreichbaren Service-Hotlines variiert je nach Tarif und Netzbetreiber.
Aber nicht nur vor einem ungewollten Besitzerwechsel muss man im Urlaub das Handy schützen, auch Hitze, Sand und Wasser sind Gift für mobile Hardware. Bei Akkus, die sehr hohen Temperaturen ausgesetzt sind, weil sie vielleicht längere Zeit im Auto hinter der Windschutzscheibe gelegen haben oder einfach nur in der prallen Sonne auf dem Gartentisch, verringert sich die Ladekapazität und damit die Lebensdauer merklich. Idealerweise lassen Sie Ihr Handy in Räumen mit Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad.

Dreck und Sand können vor allem am Strand in die empfindliche Elektronik des Handys eindringen. Ein Sturz in den Swimming-Pool ist für das Gerät auch nicht unbedingt gesund. Manche Handy-Modelle können vor dem Ertrinken gerettet werden, indem das Handy direkt aus dem Wasser gefischt und, um einen Kurzschluss zu vermeiden, der Akku herausgenommen wird. Dann kann man die einzelnen Teile auseinandernehmen und vorsichtig trocknen. Aber bitte nicht in der prallen Sonne, sondern lieber mit einem sauberen, trockenen Tuch.

Handy am Steuer

Wenn man sich anhand dieser Tipps auf den Urlaub mit seinem Handy vorbereitet, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Oder doch? Telefonieren mit dem Handy am Steuer ohne geeignete Freisprecheinrichtung kostet in Deutschland 40 Euro plus einen Punkt in der Strafsünderkartei in Flensburg. Aber auch in anderen Ländern wird dieses "Vergehen" mit Geldstrafen belegt. Am empfindlichsten wird die Urlaubskasse mit umgerechnet 160 Euro in Norwegen belastet. Der ADAC hat bereits im April eine Übersicht über die aktuell gültigen Bußgelder in den europäischen Ländern bereitgestellt.

Fazit

Getreu nach dem Sprichwort "der frühe Vogel fängt den Wurm" gilt auch bei der Handy-Nutzung im Ausland, wer sich frühzeitig um günstige Tarife, Alternativen und sinnvolle Einstellungen kümmert, kann das Handy beruhigt mit in den Urlaub nehmen.

Tipps zur Handy-Nutzung im Urlaub
  • Rechtzeitig über Tarife und Einstellungen informieren
  • Mailbox abschalten; Alternativ: absolute Rufumleitung
  • Manuelle Netzwahl in Grenzgebieten
  • IMEI notieren, falls das Handy verloren geht
  • Hotline-Nummer zum Sperren der SIM-Karte notieren
  • Nummern im internationalen Format abspeichern
  • Handy vor hohen Temperaturen schützen
  • Freisprecheinrichtungen im Auto nutzen
1 2

Artikel aus dem Themenspecial "Reise und Roaming"

Weitere Artikel zum Thema Handy, PDA und Navigationsgeräte am Steuer