Preisvergleich

Ratgeber: Sparen beim Handy-Telefonieren im Ausland

Die Tarif-Optionen der Mobilfunkanbieter lohnen sich nicht immer
Von Björn Brodersen

Zumindest diejenigen Handy-Besitzer, die ihren Urlaub in einem anderen EU-Staat verbringen, können inzwischen zumindest für jeweils kurze Telefonate in die Heimat beruhigt zum Handy greifen. Dafür hat vor einem Jahr die EU-Kommission mit einer Kostenbegrenzung für Roaming-Telefonate (Euro-Tarif) gesorgt. Damals hatte die EU-Kommission durchgesetzt, dass Roaming-Gespräche innerhalb der EU-Grenzen für den Handy-Nutzer nicht mehr als 58,31 Cent bei abgehenden bzw. 28,56 Cent bei eingehenden Gesprächen pro Minute kosten dürfen. Die Verordnung sieht vor, dass der Euro-Tarif zum 30. August dieses Jahres um knapp 3,5 Cent für abgehende und knapp 2,4 Cent pro Minute für eintreffende Gespräche in einem anderen EU-Land weiter sinken wird. Mobilfunk-Betreiber wie T-Mobile und Vodafone haben schon erklärt, dass sie die Preissenkungen erst nach den Schul-Sommerferien vornehmen werden.

Der Eingriff in den Markt hat allerdings seitdem auch zu teilweise deutlich höheren Entgelten für Handy-Gespräche aus entfernteren Gegenden der Welt geführt. Wie berichtet müssen vor allem deutsche Handy-Besitzer jetzt wesentlich mehr für Handy-Anrufe aus einem afrikanischen Land, Indien, Japan oder dem Mittleren Osten zahlen als noch vor zwei Jahren.

Spareffekt tritt bei Roaming-Optionen der Netzbetreiber nur manchmal ein

Keine günstigen netzinternen Telefonate im Ausland Diese hohen Preise für Handy-Telefonate von einem anderen Kontinent nach Deutschland kann der Kunde kaum umgehen. Nur der Reisevorteil von E-Plus sorgt bei abgehenden Gesprächen außerhalb des EU-Bereichs für einen echten Preisvorteil gegenüber dem Standard-Roaming-Tarif. Im unübersichtlich gestalteten ReiseVersprechen greift dagegen Vodafone seinen sich außerhalb der EU aufhaltenden Kunden bei ankommenden Anrufen auf dem Handy tiefer in die Tasche als im Standard-Tarif World.

Die Option Relax Holiday von T-Mobile, die Option My Europe Top von o2 und auch der Reisevorteil von E-Plus lohnen sich vielmehr für diejenigen Kunden, die sich in einem anderen EU-Land oder im europäischen Ausland aufhalten und dort häufiger und länger mit dem Handy telefonieren wollen. Bei Relax Holiday von T-Mobile und dem Reisevorteil von E-Plus erzielt der Kunde allerdings allgemein gesehen nur bei abgehenden Gesprächen einen Preisvorteil gegenüber dem jeweiligen Standard-Tarif des Netzbetreibers, bei Relax Holiday innerhalb von vier Wochen sogar nur einmalig für 30 Minuten. Das ReiseVersprechen von Vodafone ist dagegen nicht nur unbegrenzt für längere Handy-Telefonate innerhalb der EU interessant, sondern auch in neun weiteren, entfernteren Ländern der Welt.

Eine wesentlich günstigere Alternative zum teuren Telefonat nicht nur aus einem fernen Reiseland ist: Man sendet die Nachricht oder die Urlaubsgrüße per SMS-Mitteilung. Je nach Netzbetreiber und Reiseland variieren die Versandkosten zwischen 29 und 71 Cent pro Mitteilung mit maximal 160 Zeichen. Auch hier will wie berichtet die EU-Kommission noch günstigere Preise für den grenzüberschreitenden Versand innerhalb der EU durchsetzen.

Ein Wechsel des Mobilfunkanbieters kann sich für Kosmopoliten lohnen

Der Tarifvergleich zeigt: Handy-Telefonate im Ausland können weiterhin sehr teuer sein. Sorgfältiges Vergleichen der Tarife vor Urlaubsantritt ist also weiterhin wichtig für diejenigen, die auch am Urlaubsort nicht auf das Handy verzichten wollen. Dabei sollten die Kunden beachten, dass die Options-Tarife in der Regel nur für bestimmte Reiseländer gelten und in den restlichen Regionen die Preise der Stand-Roaming-Tarife anfallen. Wer zu Hause in einem passenden Handy-Tarif telefoniert, wird für den einen Jahresurlaub sicherlich nicht den Mobilfunkanbieter wechseln wollen und findet möglicherweise eine günstigere Variante für Handy-Telefonate im Ausland in einer Roaming-Option des Anbieters. Für denjenigen Handy-Nutzer, der häufig im Ausland weilt, kann sich allerdings ein Wechsel des Mobilfunkanbieters rechnen. Wer mit einer Prepaid-Karte telefoniert, sollte überprüfen, ob mit der SIM-Karte Roaming in seinem Reiseland überhaupt möglich ist. In einigen Ländern ist dies nicht der Fall.

Die manuelle Wahl des Mobilfunknetzes im Reiseland spielt übrigens in den aktuellen Roaming-Tarifen kaum noch eine Rolle, da in der Regel unabhängig vom jeweils genutzten Netz bzw. dem Roaming-Partner des deutschen Mobilfunkanbieters einheitliche Preise gelten. Es kann jedoch sein, dass beim Roaming in einem Vertragstarife der Roaming-Partner zusätzliche Zuschläge erhebt, die direkt an den Kunden weitergeleitet werden. Als Kostenfalle im Auslandsurlaub kann sich eine bedingte Rufumleitung zur Mailbox erweisen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, stellt vor Urlaubsantritt eine absolute Rufumleitung zur Mailbox ein. Den Unterschied erklärt Ihnen unsere entsprechende Infoseite.

Weitere Hinweise zur Handy-Nutzung im Ausland liefert Ihnen unser Reise-Ratgeber. Ausführliche Informationen zu den Options-Tarifen der Netzbetreiber finden Sie auf einer eigenen Infoseite.

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Artikel aus dem Themenspecial "Reise und Roaming"