Gerüchte

Internet-via-Satellit-Anbieter: Zusammen gegen die Telekom?

Branchenkreise spekulieren über Zusammenarbeit verschiedener Astra2Connect-Anbieter
Von Thorsten Neuhetzki

Seit Anfang Juni vermarktet die Deutsche Telekom wie berichtet das Astra2Connect-System. Dabei startet das Unternehmen zwar keine Massenvermarktung, spricht aber zumindest jene Kunden an, die bei einer DSL-Verfügbarkeitsprüfung kein auf die Festnetzleitung basiertes DSL bekommen können. Das Besondere am Telekom-Angebot: Der Kunde zahlt für die Bereitstellung effektiv nur etwas 120 Euro, während er bei anderen Anbietern 300 Euro und mehr auf den Tisch legen muss, um die benötigte 2-Wege-Satelliten-Schüssel zu bekommen. Genau dieser hohe Preisunterschied scheint nun den anderen Astra2Connect-Anbietern zu schaffen zu machen.

Aus Branchenkreisen war zu erfahren, dass es Gespräche zwischen dem Reseller Yato und den anderen Anbietern starDSL und Filiago über eine Zusammenarbeit gab. Dazu passt, dass Yato derzeit auf der eigenen Homepage die Tarife zwar noch präsentiert, der Kunde den Zugang aber nicht buchen kann. Yato habe sein Budget für das Marketing auf Null zurückgefahren, hieß es aus Branchenkreisen. Dabei gebe es zwischen Yato und dem Astra2Connect-Betreiber SES Astra in Luxemburg einen mehrjährigen Vertrag, der eine eine bestimmte hohe Anzahl an verkauften Endgeräten vorsieht. Diese hohe Anzahl sei sehr unrealistisch zu erreichen, so der Branchenkenner.

Auf Anfrage der teltarif-Redaktion bei Yato hieß es, man arbeite derzeit an einer Pressemitteilung. Diese werde "zeitnah" veröffentlicht. Zum Inhalt wollte man jedoch keine Angaben machen.

Bleibt zu hoffen, dass das zunächst kundenfreundlich erscheinende Angebot der Telekom am Ende nicht dazu führt, dass den Mitbewerbern die Luft ausgeht und die Telekom ein Monopol für Satelliten-Internet erlangt. Immerhin: Es gibt neben Astra2Connect ein zweites Satellitensystem. Dabei handelt es sich um tooway von Eutelsat, das in Deutschland unter anderem von TelDaFax und der Internetagentur Schott vermarktet wird. Auch hier muss der Kunde jedoch hohe einmalige Kosten für die benötigte spezielle Satelliten-Schüssel zahlen.

Wenige Stunden nach der Veröffentlichung dieses Artikels kam die Bestätigung: Yato gibt sein Geschäft ab. Mehr lesen Sie in einer aktuellen Meldung.