Themenspecial Reise und Roaming sparen

So sparen Sie beim mobilen Internet im Ausland

Daten-Roaming ist teuer, Auslands-Optionen machen die Kosten etwas erträglicher
Von Anja Zimmermann
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Bei den Roaming-Entgelten in Staaten außerhalb der EU müssen die Kunden zumeist noch tiefer in die Tasche greifen. Bei E-Plus beispielsweise werden 99 Cent pro 50 kB in der Ländergruppe "alle übrigen Länder" fällig. Nutzer die mit ihrem voreingestellten Auslandstarif im Urlaub Datendienste nutzen, wissen meist nicht, in welcher Ländergruppe der jeweilige Anbieter sein Urlaubsland gelistet hat: Dadurch kann hier die Kostenfalle richtig zuschnappen.

Bei T-Mobile steigt der Preis für diese Länder auf 79 Cent pro 50 Kilobyte. Zwar wird hier in etwas nutzerfreundlicheren kleineren Datenschritten abgerechnet, dennoch zahlt der Kunde einen Preis der um 800 Prozent höher ist als in den EU-Ländern. Ein weiterer Stolperstein besteht für Vodafone-Kunden, die ohne Option surfen: Befindet sich die SIM-Karte in einem Netz eingebucht, das zu keinem Kooperationspartner von Vodafone gehört, werden unkalkulierbare Beträge des fremdländischen Netzbetreibers berechnet. Deshalb sollten die Kunden ihr Handy so konfigurieren, dass die Netzauswahl manuell getroffen werden kann.

Übersicht Länder in den Ländergruppen

Stand: 03.07.2008 T-Mobile Vodafone E-Plus o2
Gruppe 1 Alle EU-Länder, Réunion, Gibraltar, Französische Karibik, Kroatien Vodafone-Netze: Großbritannien, Niederlande, Italien, Spanien, Schweden, Irland, Island, Griechenland, Portugal
Vodafone-Partnernetze: Finnland (Elisa), Österreich (Mobilkom), Dänemark (TDC), Frankreich (SFR), Belgien (Proximus), Schweiz (Swisscom)
Alle EU-Länder, Monaco, Französisch Guayana, Martinique, Guadeloupe, Réunion, Kanalinseln, Gibraltar, Island, Vatikan, San Marino, Liechtenstein, Norwegen, Azoren, Madeira, Kanarische Inseln Alle EU-Länder, Andorra, Französisch Guayana, Gibraltar, Guadeloupe, Guernsey, Island, Insel Man, Réunion, Jersey, Kroatien, Liechtenstein, Martinique, Monaco, Norwegen, San Marino, Schweiz, Vatikan
Gruppe 2 Restliches Europa, USA und Kanada - Albanien, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Faröer, Insel Man, Israel, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Russland (westl. des 39. Längengrades), Schweiz, Serbien, Türkei, Ukraine, Weißrussland, Kanada und USA Albanien, Bosnien-Herzegowina, Faröer, Kanada, Kosovo, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Serbien, Türkei, USA und Puerto Rico
Gruppe 3 Alle übrigen Länder Für andere Länder und Netze keine gesicherten Preise Alle übrigen Länder Alle übrigen Länder mit o2-Roaming-Abkommen

Sparen mit Mobilfunkoptionen

Mit Options-Tarifen der Netzbetreiber lässt sich hingegen einiges an Geld sparen. So bietet zum Beispiel Vodafone ab dem 20. Juli mit Vodafone World Data einen Tarif für alle EU-Länder an, womit die Kunden für 19 Cent je 50 kB unterwegs das Internet nutzen können. Bereits jetzt gibt es WebSession International, mit der der Kunde für 14,95 Euro innerhalb von 24 Stunden bis zu 50 MB Datenverkehr verursachen kann. Preislich vergleichbare Angebote gibt es auch von o2 und T-Mobile: Dem Kunden entstehen pro Tag Kosten, die nicht mehr als 15 Euro betragen. T-Mobile macht den Abrechnungsschnitt um Mitternacht (MET). Auch wenn der Kunde seine Internetsitzung erst um 23.30 Uhr begonnen hat, werden 14,95 Euro abgerechnet. Bei o2 besteht die Besonderheit, dass dies der Standard-Tarif ist, der zwischen dem dritten und fünfzigsten Megabyte mit 15 Euro abgegolten wird.

Unser fiktiver Mallorca-Urlauber kann zwar mit diesen Angeboten sparen, zahlt aber, wenn er jeden Tag ein solches 15 Euro Angebot bucht, immer noch 150 Euro allein für die Datenkosten. Mit der WebSession International pro kann für 29,95 Euro pro 24 Stunden in den Vodafone-Partnernetzen in Hongkong (SmarTone), Indien (Vodafone Essar), Malaysia (Celcom), Singapur (M1), Süafrika (Vodacom) und USA (Cingular USA) gesurft werden.

Mit dem E-Plus Reisevorteil kann das Internet ab 6 Cent pro 10 kB genutzt werden. Im Vergleich mit den Tarif-Optionen der anderen Anbieter, die jeweils eine Tagesnutzung von 50 MB für 15 Euro ermöglichen, kann der Reisevorteil nicht mithalten, denn 50 MB schlagen hier mit 300 Euro zu Buche. Trotzdem bieten die unterschiedlichen Auslands-Optionen dem Nutzer eine gewisse Kostenkontrolle. Vor Abreise sollte sich ein Mobilfunkkunde zum einen von seinem Netzbetreiber über mögliche Optionen zu seinem bestehenden Mobilfunkvertrag informieren. Dabei ist es wichtig, die angegebenen Preise mit den Mengenangaben in Relation setzen: Nicht jeder Kunde erkennt sofort, dass 40 Cent pro 10 kB teurer ist als 1,90 Euro für ein Megabyte. Hierbei bekommt der Nutzer einen gewissen Überblick über die möglichen (hohen) Kosten so dass er sein Nutzerverhalten im Urlaub gegebenenfalls seinem Geldbeutel anpassen kann.

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