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So kommen Sie weiterhin an ein neues Windows XP

Microsoft nimmt Betriebssystem Ende des Monats vom Markt
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Mit Ablauf des 30. Juni dieses Jahres ist das Ende von Windows XP besiegelt. Der Redmonder Software-Riese Microsoft nimmt zum kommenden Monat das Betriebssystem unwiderruflich vom Markt. Im Einzelhandel können dann nur noch Restbestände von Windows XP erworben werden. Auch wenn Microsoft es gerne anders darstellt und die Verkaufsstatistiken für Windows Vista relativ gut aussehen, ist Windows XP in Anwenderkreisen noch immer der Favorit unter den Windows-Betriebssystemen.

Schon im Vorfeld des herannahenden Aus für Windows XP kam es immer wieder zu massiven Protesten der Nutzer und PC-Hersteller. In einer Flut von Beschwerden und Petitionen fordern XP-Nutzer auf der ganzen Welt das Fortbestehen von Windows XP. Es bleibt zwar beim Verkaufsende im Juni. Dies bedeutet jedoch nicht zwangläufig, dass diese Ära damit endgültig beendet ist und Microsoft-Kunden nunmehr zu Windows Vista "gezwungen" werden.

Es gibt für den Handel und auch für den Anwender einige Ausnahmen und Hintertürchen, die es erlauben, auch nach dem Stichtag auf legalem Weg an eine Lizenz für das anerkannt zuverlässige Betriebssystem zu gelangen. Da sich so mancher PC-Hersteller vorsorglich mit Windows-XP-Lizenzen eingedeckt hat, ist davon auszugehen, dass noch geraume Zeit Rechner mit vorinstalliertem XP angeboten werden.

Windows-XP-Key als kostenlose Beigabe zu neuem Windows Vista

Heimanwender haben zunächst noch weiterhin die Möglichkeit, neue Windows-XP-Lizenzen zu erwerben - wenn auch teilweise auf Umwegen. Die vermutlich für Heimanwender interessanteste Lücke des Microsoft-Vertriebssystems ist der Kauf einer Vista-Lizenz mit dem Recht, auf Windows XP "abzusteigen". Diese schon von jeher in den Lizenzbedingungen der Vista-Spitzeneditionen Busines und Ultimate verankerte Möglichkeit wurde jetzt zum "Todestag" von Windows XP wieder ans Tageslicht befördert. Kein geringerer als Microsoft-Chef Steve Ballmer hat kürzlich in einem Interview noch einmal indirekt auf den "Downgrade-Paragrafen" hingewiesen. Sinngemäß sagte er: "Kaufen Sie Vista und Sie bekommen XP geschenkt."

Wenn Sie also Windows Vista in der Business- oder Ultimate-Version erwerben, erhalten Sie gratis einen Produktschlüssel für Windows XP Professional dazu. Zwischenzeitlich sind nahezu alle Versandhändler dazu übergegangen, ihren Kunden entsprechende Angebote zu offerieren. So können Sie bei den bekanntesten Häusern der Branche beispielsweise die Edition Vista Business System Builder inklusive XP-Key bereits ab etwa 100 Euro zuzüglich Versandkosten bestellen. Bei Ihrer Bestellung sollten Sie nicht übersehen, dass Sie lediglich den Installations-Code für eine Pro Version von Windows XP erhalten, im Lieferumfang aber keine XP-Setup-CD enthalten ist. Diese müssen Sie sich selbst beschaffen.

Das Downgrade-Recht erlaubt es, ein bereits vorhandenes XP-Installationsmedium zu verwenden und mittels des neuen Codes ein zweites Mal zu aktivieren. Problematisch ist dieses Angebot also für Kunden, die nicht über ein XP-Setup-Medium verfügen. Diese sind nämlich – trotz des legal erworbenen Installations-Codes – gezwungen, sich einen entsprechenden Datenträger auf illegalem Weg zu besorgen. Für diese Kunden ist die Downgrade-Möglichkeit also praktisch eine wertlose Option. Darüber hinaus ist es nach den Microsoft-Bestimmungen nicht erlaubt, ein auf diesem Weg erworbene Lizenz für Windows XP neben der gleichzeitig gekauften Vista-Lizenz zu verwenden. Sie müssen sich also für eines der Betriebssysteme entscheiden und dürfen nicht etwa Windows XP auf dem Notebook und Windows Vista auf dem Desktop-Rechner einsetzen.

Alternative: Windows XP auf Billig-Rechnern

Auf Ultra-Low-Cost-PCs (ULPC) sowie auf den immer beliebter werdenden Mini-Notebooks oder PCs der Billig-Klasse - beispielsweise auf dem Asus EeePC 900, der angekündigten Asus Eee Box oder dem EeePC-900-Konkurrenzmodell akoya Mini von Medion, das ab 3. Juli bei Aldi Süd für 399 Euro verkauft wird - wird es wie berichtet auch weiterhin Windows XP geben. Auf diese relativ dürftig ausgestatten Rechnern läuft Vista entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt. Um zu verhindern, dass diese Rechner des unteren Preissegments mit einem Linux-Betriebssystem ausgestattet werden, will Microsoft für diese Geräte weiterhin OEM-Versionen von Windows XP an die Hersteller abgeben. Allerdings ist die Erlaubnis, Windows XP auf den preisgünstigen PCs zu installieren, an harte Vorgaben aus Redmond gebunden.

So darf Windows XP nur auf Systemen mit einem Display von maximal 10,2 Zoll sowie einer Festplatte mit einem Fassungsvermögen von höchstens 80 Gigabyte installiert werden. Darüber hinaus muss in den Geräten ein Prozessor verbaut sein, dessen Taktfrequenz 1 GHz nicht überschreitet. Allerdings sollen zu diesem Punkt bereits Ausnahmeregelungen in Arbeit sein, die den Einsatz von den demnächst auf den Markt kommenden modernen CPUs für mobile Geräte klären. Windows XP für die kleinen Rechner soll zunächst bis 2010 erhältlich sein.

Support für Windows XP endet am 14. April 2009

Ganz gleich, auf welchem Weg Sie eine Windows-XP-Lizenz erwerben: Wichtig ist, dass Microsoft dieses Betriebssystem auch in den kommenden Jahren durch regelmäßige Sicherheitskorrekturen und Fehlerbereinigungen unterstützt. Nach derzeitigem Stand beendet Microsoft den Mainstream-Support für Windows XP am 14. April 2009, den Extended Support bis 8. April 2014. Mit Windows 7 hat Microsoft übrigens schon den Nachfolger von Windows Vista für 2010 angekündigt.

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