Regulierung

EU-Kommission bekräftigt Pläne für günstigere Handygespräche

Reding erwartet einheitliches Vorgehen der Wettbewerbshüter
Von Ralf Trautmann mit Material von dpa
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Die EU-Kommission hat heute wiederholt bekräftigt, das Telefonieren mit dem Handy weiter deutlich billiger machen zu wollen. EU-Kommissarin Viviane Reding machte in Brüssel entsprechende Vorschläge zur Senkung der sogenannten Terminierungsentgelte. Nach Einschätzung von Reding könnten binnen drei Jahren die Kosten für Handygespräche um bis zu 70 Prozent sinken.

Die Terminierungsentgelte berechnen sich Unternehmen, wenn Kunden in einem fremden Netz angerufen werden. Die Höhe dieser Kosten werden mit den nationalen Wettbewerbshütern, den sogenannten Regulierungsbehörden, festgelegt. In Deutschland ist die Bundesnetzagentur zuständig.

Nach Angaben der Kommission sind die Gebühren in den 27 Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich. In Zypern betragen sie 2 Cent je Minute, in Bulgarien hingegen minütlich 18 Cent. Sie seien im Schnitt zudem neunmal höher als die entsprechenden Gebühren im Festnetz. Im Telefonfestnetz koste eine örtliche Zustellung eines Anrufs durchschnittlich 0,57 Cent je Minute.

Die "enormen Unterschiede" verhinderten, dass sich in der Telekommunikationsbranche ein echter EU-Binnenmarkt bilde, "der ja den Wettbewerb zum Nutzen der Verbraucher fördern soll", beklagte Reding. "Die Verbraucher bezahlen den Preis für diese unterschiedliche Regulierungspolitik in den einzelnen Ländern." Sie erwarte binnen der nächsten drei Jahren ein einheitliches Vorgehen der Wettbewerbshüter in der EU, "um die Preise von Handygesprächen um etwa 70 Prozent gegenüber dem heutigen Niveau zu senken".

Unterstützung bekommt Reding von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. "Kostenorientierte Terminierungsentgelte werden zweifellos den Wettbewerb zum Vorteil der Verbraucher anregen, die dadurch niedrigere Endpreise erwarten können", sagte sie. "Diese Empfehlung wird auch großen Teilen der Telekommunikationsbranche nutzen, weil sie Wettbewerbsverzerrungen zwischen Festnetz- und Mobilfunkbetreibern beseitigen dürfte." Vor kurzem hatte Reding in einem Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD [Link entfernt] ) auch nicht ausgeschlossen, dass für die Annahme von Fremdnetzgesprächen künftig Kosten anfallen könnten. Dafür würde andere Dienste ja günstiger, wurde Reding zitiert.

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