Terminierungsentgelte

Gespräche aus anderen Handy-Netzen künftig kostenpflichtig?

Reding schließt nicht aus, dass für die Annahme von Fremdnetzgesprächen künftig Kosten anfallen
Von Marie-Anne Winter
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Über die Bemühungen der EU-Kommission, die Kosten für Handy-Gespräche in ganz Europa anzugleichen, haben wir bereits ausführlich berichtet. Nachdem die Roaming-Kosten zumindest für Mobilgespräche in der EU bereits reguliert wurden, sollen auch die Terminierungsentgelte sinken, die sich die unterschiedlichen Netzbetreiber innerhalb eines Landes für die Zustellung von Mobilfunk-Gesprächen in ihre Netze berechnen. Dabei waren Preise von 1 bis 2 Cent pro Minute im Gespräch. Derzeit berechnen die Mobilfunker innerhalb Deutschlands deutlich mehr für die Benutzung ihrer Netze: 8,78 Cent (bei T-Mobile und Vodafone) bzw. 9,94 Cent (bei E-Plus und o2). Die Festnetzanbieter bekommen allerdings nur 0,69 Cent je Minute für die Weiterleitung zu ihren Anschlüssen und fühlen sich entsprechend benachteiligt.

Die radikale Absenkung der Weiterleitungspreise in den Mobilfunknetzen könnte allerdings einen unangenehmen Nebeneffekt haben: Handynutzer könnten künftig für das Annehmen eines Handygesprächs vielleicht ebenso bezahlen müssen, wie das bereits jetzt bei Gesprächen im Ausland der Fall ist. In einem Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD [Link entfernt] ) schloss EU-Telekomkommissarin Viviane Reding die Einführung solcher Gebühren für ankommende Gespräche aus anderen Handy-Netzen nicht aus.

"Warum nicht?" zitiert das Blatt Reding. "Der ganze Markt entwickelt sich, deshalb sollten wir nicht auf Regeln sitzen bleiben, die seit zehn Jahren gelten. Ich finde nicht, dass EU-Kommissare über Geschäftsmodelle entscheiden sollten, sondern die Betreiber." Die EU-Kommissarin verwies darauf, dass andere Dienste ja günstiger würden.

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