Regelbetrieb

ARD überführt Mediathek in Regelbetrieb

Neue Plattform bündelt Beiträge zum Abruf, als Podcast oder Download

Die ARD hat jetzt nach Abschluss des Testbetriebs die Mediathek inzwischen in den Regelbetrieb überführt. Das neue Portal vernetzt die Audio- und Videoinhalte der Landesrundfunkanstalten und bietet den Nutzern von ARD.de einen Zugriff auf Sendungen und Beiträge aus Hörfunk und Fernsehen im Internet.

Beschränktes Angebot

Das Portal bietet zumindest laut ARD-Angaben ein "breites Spektrum an Inhalten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissen und Bildung sowie Unterhaltung". Nach Themen und Stichwörtern aufbereitet, werden die Beiträge zum Abruf, als Podcast oder Download bereitgestellt. Im Vergleich zur Testversion ist das Angebot allerdings nicht größer geworden: es besteht vorrangig aus Hörfunkbeiträgen oder kleinen Video-Clips, komplette eigenproduzierte Sendungen wie man sie in der ZDF-Mediathek findet, gibt es kaum. Zudem ist die Navigation für den User nicht einfach, da das Portal bei der Standard- Suche alle Ergebnisse - Hörfunk- und Fernsehbeiträge, Streams, Podcasts und Downloads - zusammen fasst und eine gezielte Suche beispielsweise nach Videostreams erschwert. Ferner war zumindest im Zeitraum unseres Tests das Portal oft überlastet. Mehrfach stürzte der Computer beim Abruf eines Streams ab.

Uneinheitliche technische Standards

Bei einigen Nutzern hat der Start der Mediathek auch zu Verwirrungen aufgrund der fehlenden einheitlichen technischen Standards geführt. So werden zum Beispiel nicht nur Beiträge im unter anderem von Videoportalen wie Youtube eingesetzten Flash-Format angeboten, sondern auch in Windows Media oder MP4, während beim ZDF alle Beiträge mit einheitlichen Playern, die dazu noch frei wählbar sind, abgespielt werden können. Auch die Bildqualität lässt oft zu wünschen übrig, vor allem im Vollbildmodus. Das ZDF liefert dagegen in der Mediathek 1,5 MBit/s und mehr.

Sendungen bald nur noch sieben Tage zum Abruf?

Immerhin verspricht die ARD laut Mitteilung, den Sendungsbestand sukzessive um neue Formate erweitern zu wollen. Für die Nutzer bleibe der Zugriff kostenfrei, die eingestellten Beiträge sind durch die Rundfunkgebühr bereits finanziert. Ungeklärt ist noch, ob die ARD ihre Beiträge, wie im Rundfunkänderungsstaatsvertrag vorgesehen, künftig nur noch eine Woche lang zum Abruf anbieten darf. Der für die Onlinestrategie der ARD federführende Intendant des SWR, Peter Boudgoust, wies auf den Widerspruch zwischen Auftrag und den geplanten starken Beschränkungen für die öffentlich-rechtlichen Onlineangebote hin: "Wir sollen im Internet Orientierung anbieten, allen Bevölkerungsgruppen Angebote machen und Medienkompetenz vermitteln. Deshalb wäre es wenig sinnvoll, wenn die Sachgeschichte mit der Maus, das Wissenschaftsfeature zur Hirnforschung und die Erklärstücke zum Tibetkonflikt oder zum US-Wahlkampf nach sieben Tagen aus dem Angebot gelöscht würden. Das würde niemandem nutzen - und das würde auch kein Gebührenzahler verstehen", so Boudgoust.