nachgerechnet

Die neuen Tarife der Deutschen Telekom im Vergleich

Übersichtlichere Tarifstrukturen, aber nicht immer günstigere Preise
Von Björn Brodersen
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Am 19. Mai ist es wieder soweit: Die Deutsche Telekom führt neue Tarife fürs Telefonieren und Surfen im Internet über die DSL-Leitung ein. Wie bereits berichtet bedeuten die neuen Angebote in preislicher Hinsicht keinen Schlag gegen die Anschlussangebote der Wettbewerber. Vor allem die Doppel-Flatrate-Pakete bieten regionale und überregionale Wettbewerber um bis zu 10 Euro pro Monat günstiger an als der Bonner Konzern. Wie sieht es aber mit Einsteigern oder wechselwilligen Nutzern aus, die fest entschlossen sind, einen neuen Vertrag bei der Telekom abzuschließen? Sollten sie lieber eines der diese Woche noch geltenden Angebote wählen oder mit der Auftragstellung bis zum Montag warten? Und wann empfiehlt sich für Bestandskunden ein Wechsel in einen neuen Tarif des Rosa Riesen? Wir haben nachgerechnet.

Call Time versus Call Basic

In vielen Fällen vereinfacht die Telekom bloß die Struktur einzelner Tarife und führt neue Tarifbezeichnungen ein: Beispielsweise heißt der Call-Time-Tarif ab Montag Call Basic und weist dann nach Ablauf der 120 oder 240 Inklusivminuten im Monat einen einheitlichen Minutenpreis von 2,9 Cent für Gespräche ins deutsche Festnetz auf. Bislang zahlen die Kunden hier für zusätzliche Telefonate ins Festnetz je nach Tageszeit unterschiedliche Minutenpreise, die von 1,5 Cent bis 4,6 Cent reichen. Auch Verbindungen in eines der deutschen Mobilfunknetze sind mit 19 Cent pro Minute - unabhängig vom angewählten Netz - im neuen Call-Basic-Tarif günstiger als im bisherigen Tarifangebot.

Da die monatlichen Grundpreise von 19,95 Euro in der Analog- und 27,95 Euro in der ISDN-Variante bestehen bleiben, macht hier das Telefonverhalten des Kunden den Unterschied aus: Wer häufiger in die deutschen Mobilfunknetze oder zur Hauptzeit ins deutsche Festnetz telefoniert, fährt mit dem neuen Call-Basic-Tarif günstiger als mit dem bisher verfügbaren Call-Time-Angebot. Generell lohnen sich beide Tarife jedoch nur für diejenigen Telefonteilnehmer, die weder Call by Call noch Pre-Selection nutzen wollen. Hiermit telefonieren sie zum Beispiel für Minutenpreise ab 2 Cent bzw. ab 1,5 Cent ins deutsche Festnetz, wenn sie preisbeständige Angebote in Anspruch nehmen.

Der Preisschlager für Wenigtelefonierer: Call Plus

Bei der Bezeichnung "Call Basic" für das neue Tarifangebot sollten die Telefonteilnehmer nämlich nicht vergessen, dass die Telekom noch ein im Grundpreis günstigeres Anschlussangebot im Programm hat. Der in der Analog-Variante 16,37 Euro pro Monat teure Call-Plus-Tarif kann auch über den 19. Mai weiterhin bestellt werden. Dieser Tarif bietet unter der Woche zur Abend- und Nachtzeit sowie rund um die Uhr am Wochenende günstigere Minutenpreise für Telefonate ins selbe Ortsnetz als der Call-Start- oder der Call-Basic-Tarif. Zudem müssen die Neukunden hier den Vertrag nicht gleich für mindestens ein ganzes Jahr abschließen, sondern können sofort innerhalb von 30 Tagen den Vertrag wieder kündigen.

Für Wenigtelefonierer, die zudem kostengünstig über Call-by-Call-Nummern telefonieren, gibt es keine preiswertere Anschluss-Alternative im klassischen Festnetzbereich. Da die Deutsche Telekom allerdings diesen Tarif nicht mehr aktiv vermarktet, muss der Besucher des T-Punkts in der Regel selbst nach diesem Angebot fragen.

Neuer Call-Start-Tarif bietet günstigere Gespräche in die Handy-Netze

Sowohl für Neukunden als auch - nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit ihres aktuellen Tarifs - für Bestandskunden der Telekom rechnet sich der neu gestaltete Call-Start-Tarif gegenüber dem bisherigen Angebot desselben Namens. Zwar steigt zum 19. Mai zum Beispiel in der Analog-Variante der monatliche Grundpreis um 58 Cent auf 16,95 Euro an, doch - wie bei den anderen Neu-Tarifen auch - beträgt der Minutenpreis für Telefonate in die deutschen Handy-Netze auch hier rund um die Uhr nur noch 19 Cent. Im bislang erhältlichen Call-Start-Tarif sind es je nach angewähltem Netz 20,6 oder 22,8 Cent pro Minute gewesen. Da hat man den Aufschlag von 58 Cent auf den monatlichen Grundpreis schon nach etwas mehr als 15 Minuten Telefonieren ins E-Plus- oder o2-Netz ausgeglichen.

Und auch für Wenigtelefonierer ohne Bindungsängste kann sich das neue Call-Start-Angebot lohnen: Denn nicht nur die Telefonate in die inländischen Handy-Netze, sondern auch Ferngespräche zur Haupttageszeit sind mit 2,9 Cent pro Minute günstiger als im Call-Plus-Tarif. In diesem Fall ist der 58-Cent-Zuschlag auf den Monatspreis nach etwas mehr als 27 Telefonminuten in ein anderes Ortsnetz egalisiert. Zudem ist natürlich auch mit diesem Anschluss die Nutzung von Call-by-Call oder einer Pre-Selection weiterhin möglich. Voraussetzung für den Call-Start-Tarif ist allerdings eine zwölfmonatige Mindestvertragslaufzeit

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