Sicherheit

Deutsches Sicherheitsnetz: Neue Initiative zur PC-Sicherheit

Banken wollen die Rechner der PC-Nutzer fit fürs Online-Banking machen
Von Björn Brodersen
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Die neue Initiative zur Sicherheit im Internet, der eingetragene Verein Deutsches Sicherheitsnetz, warnt vor Sicherheitslücken bei der Nutzung des Musik-Abspielprogramms Quicktime von Apple. Eine Schwachstelle in der aktuellen Quicktime-Version für Windows erlaube es beispielsweise Internet-Angreifern, Daten auf dem Rechner des Anwenders auszuspähen. "Hierzu reicht es zumeist schon, eine manipulierte Internetseite mit eingebetteten Videos zu besuchen", erklärt Frank Bock, der Vorstand des Vereins. Auf Anfrage des Deutschen Sicherheitsnetzes habe Apple bislang keinen Zeitpunkt benannt, zu dem die Sicherheitslücke behoben sein soll. "Eine fatale Bilanz, weil wir 2007 schon 37 Sicherheitslöcher feststellen mussten", so Bock weiter.

Apples Quicktime ist auf vielen PCs standardmäßig zum Anzeigen von Film- und Video-Sequenzen installiert und kann selbständig Programme ausführen, die sogar private Daten des Anwenders an Kriminelle senden können. Nach Angabe der Experten des Deutschen Sicherheitsnetzes kann nur mittels neuester Anti-Viren-Software die Bedrohung eingegrenzt werden. "Eine unbemerkte Infizierung der Festplatte sorgt in Windeseile für den Befall aller Videodateien - gerade an Wochenenden und Feiertagen tauschen Millionen Menschen private Videos aus und verbreiten ungewollt Internet-Schädlinge", gibt Bock zu bedenken.

Neue Initiative der Banken zur PC-Sicherheit in Deutschland

Hinweise des Deutschen Sicherheitsnetzes auf aktuelle Sicherheits-Risiken dürfen Internetnutzer künftiger öfter erwarten. Der Verein startet jetzt zusammen mit den Volksbanken Raiffeisenbanken und den Sparkassen eine bundesweite Initiative zur Stärkung der PC-Sicherheit. Erklärtes Ziel ist es, möglichst jeden privaten Computer in Deutschland auf den hohen Sicherheitsstandard des Online-Bankings aufzurüsten. Zur Zielgruppe gehörten aber alle privaten Haushalte in Deutschland, die über einen PC mit Internetanschluss verfügen.

Die Initiative bietet dazu Interessenten Sicherheits-Software und aktuelle Warnhinweise für einen Beitrag von 40 Euro im Jahr an. Wer sich über eine der teilnehmenden Banken für die Dienste anmeldet, zahlt nur 30 Euro. Die Differenz von 10 Euro zahlen die Banken für den sicherheitsbedachten Internetnutzer. Die Schutzsoftware sei so einfach zu bedienen, dass auch jeder Laie damit zurecht komme. Treten dennoch Fragen der Nutzer auf, stünden die Experten vom Deutschen Sicherheitsnetz jederzeit zur Verfügung. Die Sicherheitssoftware trage das Prüfsiegel namhafter deutscher und internationaler Institute, darunter der TÜV, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die International Computer Security Association (ICSA).

Der Unterschied zu anderer Schutz-Software liegt im Service

Informationen zu aktuellen Sicherheitsbedrohungen sowie Schutz-Software für den heimischen PC finden Interessenten auch bei den Herstellern von Anti-Viren-Software. Teilweise sogar kostenlos: Zum Beispiel bietet Avira die Basisversion seiner Sicherheits-Software AntiVir für Privatanwender gratis an. Eine gute Sicherheits-Software fürs Online-Banking sollte laut dem Symantec-Experten Candid Wüest neben einer Firewall und Virenschutz auch Anti-Phishing-, Anti-Spyware-, Identitätsschutz- und Webseiten-Authentifizierungs-Funktionen aufweisen, so wie zum Beispiel Symantecs Norten 360 2.0, das 69,99 Euro für die Nutzung über ein Jahr kostet. Wüest gibt aber auch zu bedenken: "Auch der Mensch ist ein wichtiger Faktor, denn bedachtes Verhalten schützt das Konto. Anwender sollten stets darüber nachdenken wie, wann und wo sie auf ihre sensiblen Daten zugreifen."

Der entscheidende Unterschied zu den Angeboten anderer Softwarehersteller liegt nach Angaben des deutschen Sicherheitsnetzes nicht im Preis, sondern im besonderen Service: Wer beim Verein Mitglied wird, erhalte bei einem akuten Sicherheitsproblem am PC Pannenhilfe. Als Vergleich ziehen die Sicherheitsexperten den Pannendienst von Automobilclubs heran. Zum Start erfolge die Unterstützung per E-Mail; noch in diesem Jahr soll für die Mitglieder auch eine telefonische Notfallhilfe eingerichtet werden.

"Schon heute ergreifen unsere Experten alle Maßnahmen, um die Sicherheit auf dem betroffenen PC wieder herzustellen", erklärt Bock. Die Dienste auf der Website der Initiative können erst ab dem 13. Mai genutzt werden. Bis dahin haben die verantwortlichen Organisationen noch etwas Zeit, mit weiteren Warnmeldungen auf ihren neuen Dienst aufmerksam zu machen. Hoffentlich künftig auch frühzeitig: Auf die Quicktime-Schwachstelle machte das BSI bereits Anfang des Monats aufmerksam.

Ist die Initiative der Banken begrüßenswert oder nicht? Diskutieren Sie mit in unserem Frei-Sprechen-Forum.

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