Bundesnetzagentur

TAL-Missbrauchsverfahren gegen Telekom eingestellt

Ehemaliger Monopolist habe Auftragsstau abgearbeitet
Von Thorsten Neuhetzki
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Die Bundesnetzagentur hat heute die Verfahren gegen die Deutsche Telekom wegen missbräuchlichen Verhaltens bei der Bereitstellung der "letzten Meile" (TAL) für Wettbewerber eingestellt. Das Verfahren hatte Ende vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt, weil sich mehrere Wettbewerber von der Telekom benachteiligt sahen und die Kunden der Wettbewerber zum Teil mehrere Monate auf die Umschaltung ihres Telefonanschlusses waren mussten. Grund für die Wartezeit war der starke Anstieg der TAL-Nachfrage, der bei der Telekom einem erheblichen Rückstau von TAL-Umschaltungen führte.

Telekom hat Auftragsstau abgearbeitet

Eingeleitet wurde des Missbrauchsverfahren aufgrund von entsprechenden Anträgen von Telefónica und Arcor. Im Rahmen dieser Verfahren wurden umfangreiche Ermittlungen angestellt. Diese ergaben zahlreiche Details der TAL-Bereitstellung, "die in der Summe erhebliche Zweifel an der Unbedenklichkeit der bisherigen Bereitstellungspraxis aufkommen ließen", wie es in einer Mitteilung des Regulierers heißt.

"Die Einstellung der Verfahren konnte nur erfolgen, weil die Deutsche Telekom unter dem Druck möglicher Entscheidungen den Auftragsstau abgebaut hat", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Gleichzeitig habe sich die Telekom mit den beschwerdeführenden Wettbewerbern vertraglich auf verbesserte Bedingungen für die Bestellung und die Bereitstellung von TAL geeinigt. Kurth begrüße, dass die Deutsche Telekom den Missbrauchsvorwurf selbst beseitigt habe und es nicht auf eine streitige Entscheidung durch den Regulierer habe ankommen lassen. "Es ist immer vorteilhafter, wenn es bei streitigen Themen am Ende zu freiwilligen Lösungen kommt, weil so gerichtliche Auseinandersetzungen und die daraus resultierenden Unwägbarkeiten für alle Marktteilnehmer vermieden werden können."

Telekom informiert Bundesnetzagentur weiterhin über Situation

Die Telekom hat ferner eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben, nach der sie die verbesserten vertraglichen Bedingungen für die TAL-Bereitstellung diskriminierungsfrei allen TAL-Nachfragern anbieten wird. Außerdem soll die Auftragsbearbeitung angepasst werden, damit die bestellten Leitungen künftig fristgerecht bereitgestellt werden können. Die Telekom wird die Bundesnetzagentur in den nächsten 18 Monaten zudem regelmäßig über die TAL-Nachfrage- und Bereitstellungssituation unterrichten.

Ein weiteres Verfahren zur Umschaltung von TAL zugunsten von Wettbewerbern auch an Samstagen konnte ebenfalls eingestellt werden, nachdem die Telekom sich freiwillig zu einem entsprechenden Angebot bereiterklärt hatte.

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