Schadhaft

Zahl virenverseuchter Websites ist drastisch gestiegen

Gefahr durch Spionage-Software im Internet stark gestiegen
Von Thorsten Neuhetzki / dpa
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Im Internet gibt es immer mehr virenverseuchte Seiten. Von Januar bis März 2008 entdeckte die US-amerikanische IT-Sicherheitsfirma Sophos im Schnitt alle fünf Sekunden eine neue infizierte Website. Vor einem Jahr wurde "nur" alle 14 Sekunden eine solche Seite registriert, teilt die Vertretung des Unternehmens in Mainz mit. "Wer infizierte Websites aufruft, muss mit Angriffen durch Schadprogramme rechnen", erklärt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn.

Unabhängig von den Inhalten attackierten Cyberkriminelle gezielt Sicherheitslücken der Seiten. Auch seriöse Angebote seien davor nicht gefeit. "Hacker schauen ganz genau, wo sie den größten Schaden anrichten können. So spähen sie gezielt die Sicherheitslücken von Websites mit vielen Besuchern aus", sagt der Computerexperte.

Schutz mittels Virenschutz und Firewall

Wer sich vor Schadprogrammen auf infizierten Seiten schützen will, sollte laut Gärtner ein Virenschutzprogramm und eine Firewall nutzen. Weiter seien regelmäßige Sicherheits-Updates, sogenannte Patches, unerlässlich. Noch größeren Schutz bieten Programme, die den Nutzer vor dem Aufrufen potenziell gefährlicher Websites fragen, ob er auf die Seiten möchte oder nicht.

Die meisten infizierten Websites stammten der Sophos-Analyse zufolge im ersten Quartal 2008 aus den USA (42 Prozent). Es folgten China (30,1 Prozent) und Russland (10,3 Prozent). Deutschland belegt mit 2,2 Prozent Rang vier.

Vor dem unachtsamen Herunterladen von Schummeldateien und Spiele-Erweiterungen in sogenannten P2P-Tauschbörsen warnt der Software-Herstellers G Data aus Bochum PC-Spieler. Eine aktuelle Analyse des Unternehmens habe ergeben, dass von 1 000 untersuchten Dateien 65 Prozent virenverseucht sind. Vor sechs Monaten habe der Anteil nur 30 Prozent betragen.

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