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Bei Handy-Gesprächen per Callthrough sparen

Telefon-Variante eignet sich für Nutzer von Flatrate-Tarifen
Von Mark Beuster / Björn Brodersen
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Immer mehr Handynutzer telefonieren inzwischen per Flatrate-Tarif ins Festnetz oder in die Mobilfunknetze. Der Vorteil der Handy-Flatrates ist eine größere Kostenkontrolle, da die Nutzer jeden Monat immer den selben Betrag für bestimmte Telefonverbindungen zahlen. Eine Handy-Flatrate für Gespräche in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze ist jedoch zurzeit mit mindestens 50 Euro pro Monat teuer. Günstiger sind Pauschaltarife rein für Gespräche ins deutsche Festnetz oder zu einzelnen Mobilfunknetzen, wie sie congstar anbietet. Bei diesen Flatrate-Tarifen muss der Nutzer allerdings die Kosten für die nicht von der Pauschale abgedeckten Handy-Gespräche im Blick behalten.

Diese in der Regel vergleichsweise hohen Gesprächsentgelte lassen sich jedoch umgehen: per Callthrough-Verfahren. Dazu ruft man mit dem Handy zunächst eine deutsche lokale Zugangsnummer aus dem Ortsnetz an und wählt dann bei freier Leitung die Zielrufnummer des gewünschten Gesprächspartners. Das Gespräch wird dadurch vom Mobilfunknetz ins Internet übergeben und von dort zur Zielrufnummer weitergeleitet. Dabei sind in einer Handy-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz die Kosten für die Anwahl der Ortsnetzrufnummer bereits im monatlichen Grundpreis enthalten und müssen nicht extra bezahlt werden. Zwar fallen für die Weiterleitung im Internet Entgelte an, die liegen aber oftmals unter den Minutenpreisen der Mobilfunkbetreiber.

Beispiele: tocall.de und JustVoIP

Beim Dienst tocall.de des VoIP-Anbieters bellshare wählen die Nutzer zum Beispiel eine Hamburger Zugangsnummer an, es lassen sich auch Kontakte direkt per DTMF-Töne (DTMF steht für "Doppeltonmehrfrequenz") aus dem Telefonbuch des Handys anwählen. tocall.de berechnet derzeit 17,9 Cent pro Minute für Verbindungen in die Netze von T-Mobile und Vodafone sowie 19,9 Cent pro Minute in die Netze von E-Plus und o2 bei Abrechnung im 30-Sekundentakt. Zum Vergleich: Handynutzer mit einer Base-1-Flatrate zahlen beispielsweise innerhalb der Landesgrenzen 25 Cent pro Minute für Gespräche in die Mobilfunknetze (teilweise erst nach Ablauf monatlicher Inklsuivminuten).

Noch günstiger geht es beim VoIP-Provider JustVoIP. Nach Aufbuchen eines Gesprächsguthabens, etwa über den Paypal-Bezahldienst oder per Kreditkarte, erhalten die Kunden eine Zugangsnummer aus ihrem eigenen Ortsnetz, über die sie Callthrough-Gespräche per Handy führen können. Verbindungen in die deutschen Mobilfunknetze kosten zum Beispiel 9 Cent pro Minute. Allerdings ist die Nutzung weniger komfortabel als bei tocall.de, denn die Rufnummern des gewünschten Gesprächspartners müssen im internationalen Format (zum Beispiel 0049 vorweg) eingegeben werden, um sie bequem per DTMF aus dem Handy-Telefonbuch anzuwählen. Wer diesen Dienst öfter nutzt, kann aber auch die Rufnummern seiner Kontakte bereits im Callthrough-kompatiblen Modus ablegen (Zugangsnummer + Zielrufnummer im internationalen Format).

Auch bei Handy-Gesprächen ins Ausland interessant

Interessant bei den beiden genannten Anbietern ist auch, dass die Nutzer ihre eigene Rufnummer abgehend per Anruferidentifikation (CLI oder "Caller Line Identification") übertragen lassen und neben Handynetzen auch ausländische Ziele deutlich günstiger erreicht werden können als über den Handyprovider direkt. Bei bellshare lassen sich zum Beispiel auch anbieterinterne Konten und gehostete Rufnummern kostenfrei über tocall.de erreichen. Tests der teltarif.de-Redaktion haben gezeigt, dass dabei in der Regel die Gesprächsqualität gut ist. Neben den beiden genannten Anbietern stehen interessierten Nutzern weitere wie etwa Sparruf.de [Link entfernt] oder clevercall zur Auswahl.

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