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Handy-Rechnung über 14 000 Euro für Daten-Roaming

Vorsicht bei der mobilen Internetnutzung im Ausland
Von Björn Brodersen
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Der Fall ist nicht mehr ganz jung, das dahinter liegende Problem jedoch hoch aktuell: Der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone hat einem Kunden einen Betrag in Höhe von 11 000 Pfund bzw. 14 330 Euro für mobile Datennutzung im Ausland in Rechnung gestellt. Die Ehefrau des Kunden hatte mit dessen Handy einen Download von vier Folgen der amerikanischen Sitcom "Friends" begonnen, der weiter lief, als der Mann eine Geschäftsreise nach Deutschland antrat, schilderte die britische Tageszeitung The Telegraph kürzlich den Fall. Innerhalb der Landesgrenzen hätte der Download der Filme keine zusätzlichen Kosten zum Grundpreis des genutzten Datenpaketes verursacht. Der Kunde entdeckte die horrenden Datenkosten erst nach seiner Rückkehr nach England, als er die Handy-Rechnung erhielt. Möglicherweise kann er aber auf Kulanz von Vodafone hoffen und muss nicht den gesamten Rechnungsbetrag begleichen.

Auch wenn dieser Fall zu den Extrembeispielen zu zählen ist, so macht er doch auf ein generelles Problem aufmerksam, von dem jeder ins Ausland reisende Handybesitzer betroffen ist. Mobile Datennutzung im Ausland ist teuer. Während die EU-Kommission zum vergangenen Jahr eine Begrenzung der Roaming-Entgelte für Handy-Gespräche durchsetzte, können die Mobilfunkbetreiber ihre Preise für mobile Datennutzung im Ausland weiterhin nach eigenem Gutdünken festlegen.

E-Plus-Discounter bieten noch kein Daten-Roaming im Ausland an

Mit dem Handy im Urlaub Wer darauf gehofft hat, dass der Wettbewerb schnell für deutlich niedrigere Roaming-Preise für mobile Datendienste sorgen wird, ist bislang enttäuscht worden. Drei Beispiele: Der Anbieter simply berechnet für die GPRS-Nutzung im Ausland 99 Cent pro 50 kB Datenvolumen zuzüglich eines Tagesnutzungspreises von 69 Cent. Wer in diesem Tarif in der Schweiz 1 MB Daten versurft, zahlt dafür knapp 20 Euro. Bei dem Mobilfunk-Discounter im T-Mobile-Netz ja! mobil fallen hierfür etwas mehr als 10,50 Euro an. Und der Mobilfunknetzbetreiber E-Plus verlangt knapp 16 Euro von einem solchen Nutzer mit einem E-Plus-Laufzeitvertrag.

Die Mobilfunk-Discounter im E-Plus-Netz wie etwa simyo, Blau und Medion Mobile bieten die mobile Datennutzung im Ausland gar nicht an. Das liegt zurzeit an der Prepaid-Plattform von E-Plus. Im Inland berechnet simyo wie mehrere andere Mobilfunk-Discounter 24 Cent pro Megabyte genutztes Datenvolumen. Nachdem EU-Kommissarin Viviane Reding den Netzbetreibern wiederholt weitere regulierende Eingriffe in den Roaming-Markt androhte, hat die Branche jetzt erste Preissenkungen für die mobile Datennutzung im Ausland angekündigt.

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