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simply: Administrationsgebühr scheinbar auch für Altkunden

Mobilfunk-Discounter kündigt Kunden Berechnung an
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Ende Januar führte der Mobilfunk-Discounter simply die neuen Tarife simply easy und simply partner ein. Damit können die Kunden für 8,5 Cent pro Minute rund um die Uhr in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze telefonieren oder aber einen Community-Tarif mit einem Minutenpreis von 3 Cent zu anderen simply-Kunden nutzen.

Wie bei fast allen Discount-Angeboten auf dem deutschen Mobilfunk-Markt gibt es keine Grundgebühr, allerdings einen versteckten Mindestumsatz. Wer seine SIM-Karte nämlich in zwei aufeinanderfolgenden Monaten nicht für abgehende Gespräche nutzt, bekommt vom Discounter eine Administrationsgebühr von 1,79 Euro in Rechnung gestellt.

Besitzer von "Schubladen-Karten" haben das Nachsehen

Für Kunden, die ihre Karte regelmäßig nutzen, sollte das selbst bei einem mehrwöchigen Urlaub, indem das Handy nicht genutzt wird, kein Problem sein. Besitzer von "Schubladen-Karten", die zwar aktiv sind, aber nie eingesetzt werden, müssen dagegen mit der Berechnung der Administrationsgebühr rechnen.

Die Regelung mag für einige Kunden ungünstig sein. Allerdings darf man nicht vergessen, dass den Anbietern durch die Bereitstellung des Anschlusses und der Rufnummer auch Kosten entstehen. Nicht zuletzt werden die Tarife immer knapper kalkuliert, so dass die Gewinnspanne der Discounter kleiner wird.

Inzwischen "ermahnt" simply allerdings auch Kunden in älteren Tarifen per E-Mail, sie mögen ihre Karte aktiv einsetzen: "Sollten Sie mit Ihrer simply-Karte auch im laufenden Monat nicht telefonieren, müssten wir Ihnen ab der nächsten Rechnung ein monatliches Administrationsentgelt in Höhe von 1,79 Euro berechnen", so heißt es wörtlich.

Ursprüngliche Regelung: Kündigung nach drei Monaten Nichtnutzung

In den älteren Tarifen war allerdings nie die Rede von einer solchen Strafgebühr für die Nichtnutzung der Karte. simply hatte sich lediglich vorbehalten, den Anschluss zu kündigen, wenn ein Kunde seine SIM mindestens drei Monate in Folge nicht nutzt. Kosten würden dem Kunden in diesem Fall nicht entstehen.

Plant simply also nun die Administrationsgebühr für alle Kunden quasi durch die Hintertür? Die Pressestelle der Drillisch-Tochter verneinte dies in einer ersten Stellungnahme gegenüber teltarif.de und sprach von versehentlich verschickten Mails. Der versprochene Rückruf, der eine endgültige Klärung bringen sollte, blieb bislang aus.

Als betroffener Kunde sollte man im Zweifelsfall auf die Vertragsbedingungen verweisen, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses Bestand hatten. Im Zweifelsfall bleibt noch die Möglichkeit der Kündigung und Portierung der Rufnummer zu einem anderen Netzbetreiber, Service-Provider oder Discounter. Dann wiederum berechnet simply teure 30,72 Euro für die Rufnummernmitnahme - rund 5 Euro mehr als die meisten anderen Unternehmen.

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