Green IT

Flatrate-Nutzer saugen viel Daten - und mehr Strom

Experte: Download einer Tageszeitung verbrauche so viel wie ein Waschgang
Von dpa / Björn Brodersen
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Auch wer zu Hause per Flatrate surft, sollte den Rechner möglichst nicht den ganzen Tag mit dem Internet verbunden lassen. Denn verbraucht schon der Computer je nach Modell einiges an Strom, steigt der Bedarf durch die Verbindung nochmals deutlich: "Das Netz hat einen Anteil von einem Drittel oder mehr am Verbrauch". Das sagt Siegfried Behrendt, Experte für Green IT - klimaschonende Informationstechnik - beim Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin.

Berechnungen am IZT hätten ergeben, dass das Herunterladen einer kompletten Ausgabe einer Tageszeitung aus Berlin ebenso viel Strom verschlingt wie ein kompletter Waschgang einer Waschmaschine. Wer das Netz energieeffizient nutzen möchte, sollte deshalb nicht die ganze Ausgabe herunterladen, sondern nur die Seiten mit den Artikeln, die ihn interessieren. "Und diese druckt man möglichst nicht aus."

Wahlloses Daten-Downloaden kostet richtig Energie

Grundsätzlich sollten Private Anwender das Internet nach Behrends Worten möglichst gezielt nutzen. Viele würden sich enorme Datenmengen auf den Rechner laden und dann nur einen Bruchteil davon nutzen. "Sich im Netz zu verlieren und wahllos Daten herunterladen, das kostet richtig Energie." Der Verbrauch entsteht dabei nicht nur beim Nutzer selbst, sondern auch beim Internetanbieter.

Viele Nutzer denken auch nicht darüber nach, dass der Router für den Internetzugang rund um die Uhr eingeschaltet ist - und je nach Modell ähnlich viel Strom verbraucht wie eine Energiesparlampe. Idealerweise wird laut Siegfried Behrendt nicht nur der Router, sondern das ganze System nach dem Herunterfahren per Steckerleiste vom Stromnetz getrennt.

Sinnvoll genutzt, ist ein schneller Internetzugang gegenüber einem langsamen nicht nur bequemer: "Mit einem schnellen DSL-Router stehen Sie energetisch besser da als mit einem Modem", sagt der Green-IT-Experte. Eines dürfen Anwender, die den Verbrauch im Blick haben, aber nicht erwarten: dass ihre Stromrechnung wesentlich niedriger ausfällt. "Die Einsparungen für den Einzelnen sind vermutlich nicht so hoch - aber aufs Ganze hochgerechnet lässt sich dadurch eine große Menge an Energie sparen."

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