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NGMN: Die Kosten pro Bit müssen drastisch runter

Verhundertfachung der Datenmenge in den nächsten Jahren erwartet
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Auf einer Konferenz im Rahmen der CeBIT in Hannover hat die Netzbetreiberorganisation Next Generation Mobile Networks den aktuellen Stand der Entwicklung der mobilen Netze der nächsten Generation dargestellt und zugleich etliche Forderungen formuliert, die unbedingte Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg seien.

Alle Redner sprachen davon, dass die Kosten pro Bit drastisch reduziert werden müssten. Mehrere Redner nannten Kostenreduktionen auf ein Zehntel des heute üblichen Wertes. Die Verbraucher seien nicht bereit, die für Sprachverbindungen üblichen Bitpreise auch für Datenverbindungen zu bezahlen, da sie deren Nutzen anders bewerteten. Die übertragene Datenmenge werde in den nächsten Jahren um den Faktor hundert steigen, während bei den Erlösen nur ein vergleichsweise flaches Wachstum vorhergesagt werde.

Weiterhin seien hohe Datenraten (im Maximum unter optimalen Bedingungen über 100 MBit/s) und geringe Latenzzeiten (kleiner 10 ms) gefordert. Die Nutzer sollen am Schluss keinerlei Unterschiede zwischen mobilen und stationären Breitbanddiensten mehr spüren. Schließlich müssten Endgeräte und Netze energiesparend sein, um lange Batterielaufzeiten und geringe Betriebskosten zu erreichen.

Kosten runter

Um die genannten Kostenreduktionen zu erreichen, sollen verschiedene Maßnahmen gebündelt werden. So soll die Zahl der Systemkomponenten im Netzwerk reduziert werden, über die Datenpakete geleitet werden, und die Netzwerkstruktur vereinfacht werden. Weltweite Standards sollen große Stückzahlen und damit geringe Stückkosten ermöglichen.Der neue 4G-Standard muss in einem bestehenden 2G/3G-Netzwerk durch einfaches Update der Basisstationen implementierbar sein, ohne dass teure neue Standorte benötigt werden. Weiterhin müssten die zugewiesenen Frequenzbereiche besonders effizient genutzt werden und alle anvisierten technologischen Fortschritte auch in angemessener Zeit erreichbar sein.

Alle diese Forderungen trägt die NGMN-Initiative, die von Netzbetreibern gegründet wurde, an die Industrie (Chipproduzenten, Ausrüster, Endgerätehersteller) heran. Die Hoffnung ist, möglichst von Anfang an gute und bezahlbare Netzwerkkomponenten und Endgeräte geliefert zu bekommen, die zu einer schnellen Einführung und wirtschaftlichem Erfolg führen. Alle deutschen Netzbetreiber sind direkt oder über ihre jeweiligen Muttergesellschaften Mitglieder in der NGMN-Initiative.

Die Initiative ist grundsätzlich technikneutral. Dennoch scheint sich zunehmend LTE als Standard der Wahl herauszuqualifizieren, mit WiMAX als möglicher Alternative.

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