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Quante und Thomson forcieren Umstellung auf IP-Telefonie

Kunden profitieren von einheitlichen Diensten unabhängig vom Endgerät
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Der Berater und Systemintegrator Quante Netzwerke [Link entfernt] hat auf der CeBIT in Hannover seine Strategie für die Migration zu "Next Generation Networks" vorgestellt. Diese basieren auf Voice over IP, kurz VoIP und ermöglichen per Softswitch eine viel höhere Effizienz bei der Abwicklung des Sprachverkehrs. Hätten Telefonieanbieter in der Vergangenheit mindestens Millionenbeträge investieren müssen, um überhaupt Dienste anzubieten, seien die Einstiegskosten mittlerweile auf einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag gesunken.

Zugleich können die Telefonieanbieter durch die Nutzung von IP ihre Dienste universell unabhängig vom Endgerät anbieten. Besonders hervorgehoben wurden "IP-Centrex"-Lösungen, bei denen die Mitarbeiter eines Unternehmens über eine virtuelle Telefonanlage verfügen. Ebenso wie mit dem VoIP-Telefon im Büro könnten sich die Mitarbeiter auch mit einem W-LAN-fähigen Handy zu Hause einbuchen. Über eine intuitive Weboberfläche können Dinge wie Rufweiterleitungen oder Kurzwahltasten programmiert werden. Dieses ginge zwar auch bei klassischen Telefonanlagen, doch müssten dafür oft kryptische Bediencodes eingegeben werden. Quittierungen der Anlage wie "Funktion aktiviert" seien aber wenig verständlich. Folglich nehme die Nutzung der Funktionen bei IP-Centrex-Diensten im Vergleich zu herkömmlichen Telefonanlagen zu.

Ausrüster der Wahl für die von Quante beratenen Kunden ist zumeist die französische Firma Thomson, die nach eigenen Angaben Marktführer bei IP-basierten Telefonie- und Videosystemen ist, und beispielsweise die komplette Kette von der Encodierung der Fernsehstreams, der Verteilung und deren Decodierung auf einer Set-Top-Box beim Endverbraucher beherrscht. Softswitches für Telefonie decken die große Bandbreite vom einfachen SIP-Server bis hin zum fast voll aufgebauten IMS-System ab.

Ein Netzbetreiber, der in Deutschland bereits intensiv NGN einsetzt, ist Hansenet/Alice. Als Referenzkunde von Quante wurde WOBCom aus Wolfsburg vorgeführt, der als einer der wenigen unabhängigen Stadtnetzbetreiber verblieben ist. Ein anderer Kunde ist GöTel aus Göttingen.

WOBCom verfügt eine gut ausgebaute IP-Infrastruktur, insbesondere sind viele Kabelverzweiger direkt mit Glasfaser angebunden. Diese FTTC-Infrastruktur ähnelt dem kontroversen VDSL, wird aber von WOBCom aus Gründen der Einfachheit mit ganz normalem ADSL2+ benutzt. WOBCom war nach eigenen Angaben der erste Stadtnetzbetreiber, der von der Telekom neben ganzen Teilnehmeranschlussleitungen (kurz TAL) auch nur den Bereich vom Kabelverzweiger bis zum Endkunden mietete. Vorteil sind höhere Bitraten auch für abgelegene Anschlüsse.

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