Arcor-Netz

Arcor erschließt in Kürze 140 neue Ortsnetze

Neue Planungen für IPTV, VDSL und einfachere Anschlüsse
Von Thorsten Neuhetzki
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Traditionsgemäß bildet die Eschborner Arcor mit ihrer Pressekonferenz den Auftakt zu jeder CeBIT. So auch heute, einen Tag vor der Eröffnung der größten ITK-Messe der Welt. Arcor nutzte die Gelegenheit und demonstrierte vor zahlreichen Journalisten, wie man den eigenen Multimedia-Anschluss künftig noch weiter aufwerten will. "All-IP" ist aus Sicht vom Arcor Vorstandsvorsitzenden Harald Stöber das Schlagwort der diesjährigen Messe, das die Grenzen zwischen den bisherigen Fest- und Mobilfunknetzen weiter aufheben wird.

Arcor will die eigenen Onlinedienste mobil machen. Eine Push-E-Mail-Lösung soll die E-Mails des Arcor-Nutzers sowohl in das gewohnte Postfach aber auch auf das Handy senden. Auch ein Abgleich des elektronischen Adressbuches und der Terminkalender können dann unterwegs genutzt werden. Von unterwegs kann der Kunde per Internet Rufumleitungen einrichten und am Rechner zu Hause genügt ein Mausklick ins Online-Adressbuch und der Kunde baut seine Gesprächsverbindung nahezu automatisch auf.

Bereits gestern war bekannt geworden, dass das Unternehmen bei seinem Digital-TV-Anschluss, der über IPTV realisiert wird, mit ProSiebenSat1 in Verhandlungen steht, die Timeshift-Restart-Funktion für die Sender der Sendergruppe anbieten zu dürfen. Einen Showcase zeigt Arcor auf der CeBIT. Doch Timeshift Restart ist nur eine der Funktionen, die den so genannten Arcor-Multimedia-Anschluss ausmachen. Auch interaktive Hintergrundinformationen, wie begleitende Bilder und Videos sollen den IPTV-Anschluss aufwerten. Auch das Aufzeichnen von Sendungen wird künftig möglich sein, vorausgesetzt der Kunde hat die neueste Generation der Set-Top-Box zu Hause stehen. Eine große Penetration hat Arcor indes bei IPTV noch nicht. Knapp zwei Monate nach dem Start spricht Arcor-Chef Stöber von einer Kundenzahl im "unteren vierstelligen Bereich".

Aus Sicht des Arcor-Chefs ist das Internet nicht mehr nur eine Welt für Profis und Freaks und es könne nicht sein, dass man seinen Sohn fragen müsse um DSL geschaltet zu bekommen. Hier möchte Arcor mit einfachen Nutzungskonzepten und einfachen, zum Teil gesprochenen Anleitungen ansetzen. Wem auch dieses noch zu kompliziert ist, der könne über eine kostenlose Hotline Hilfe bekommen.

140 neue Ortsnetze in den nächsten Wochen

Aktuell versorgt das Eschborner Unternehmen bereits mehr als 600 Ortsnetze in Deutschland mit den eigenen Dienstleistungen. "In den kommenden Wochen werden wir weitere 140 Ortsnetze in Betrieb nehmen", so Stöber. "Damit erhöht sich die Zahl der Ortsnetze, in denen wir unsere Technik installiert haben und eigene DSL-Komplettpakete anbieten, deutschlandweit auf über 800. Wir erreichen damit dann 66 Prozent der deutschen Haushalte. Diese Abdeckung wollen wir im kommenden Geschäftsjahr auf 70 Prozent erhöhen."

Zum Thema VDSL sagte Harald Stöber, er hoffe, dass man bis zum Sommer eine unternehmerische Einigung mit der Telekom über die Nutzung der Leerrohre der Telekom gefunden hat. Sollten die Verhandlungen allerdings zu keinem Erfolg führen, so bliebe als letztes Mittel doch nur ein Regulierungsverfahren. "Denn wir benötigen dringend Planungssicherheit".

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