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debitel kündigt Kunden mit Crash-5-Tarif

Kunden bekommen Angebote für andere Preismodelle
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Im Sommer letzten Jahres führte debitel seine Last-Minute-Tarifbörse unter der Internet-Adresse www.crash-tarife.de ein. Besonders bemerkenswert war dabei der Crash-5-Tarif, mit dem die Kunden bei einer monatlichen Grundgebühr von zunächst 2,95 Euro für 5 Cent pro Minute rund um die Uhr in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze telefonieren konnten.

Anfangs war Crash 5 kaum zu bekommen, später gab es zahlreiche Aktionen, bei denen dieser Tarif ohne Probleme gebucht werden konnte. Anfang September sollte die Grundgebühr zunächst auf 4,95 Euro erhöht werden. Diese Maßnahme wurde zunächst wieder zurückgenommen und mit weiteren Aktionen konnten sich Kunden, die den Tarif nutzen wollten, eine solche SIM-Karte sichern.

War Crash 5 zunächst in den Netzen von T-Mobile, E-Plus und o2 erhältlich, gab es das Angebot später nur noch in den Netzen von T-Mobile und E-Plus. In den letzten Monaten des Jahres 2007 war der Tarif de facto nur noch im T-Mobile-Netz zu bekommen.

Seit Anfang 2008 Crash 5 wenig attraktiv und kaum verfügbar

Seit Jahresbeginn beträgt die Grundgebühr nun 4,95 Euro und die Verträge haben zwölf statt bisher sechs Monate Mindestlaufzeit. Außerdem sind sie erneut kaum verfügbar und wenn, dann nur im E-Plus-Netz. Für neue Interessenten ist es kaum noch möglich, eine Crash-5-Karte zu bekommen. Die Verfügbarkeit ist ähnlich schlecht wie im Sommer, gleich nach dem Start der Last-Minute-Tarife.

Auch für viele Bestandskunden geht die Zeit der Handy-Telefonie für 5 Cent pro Minute in alle Netze nun zu Ende. Mehrere Leser, die einen oder mehrere Crash-5-Tarife abgeschlossen haben, berichten übereinstimmend, von debitel per E-Mail eine Kündigung zum Ende der Mindestvertragslaufzeit erhalten zu haben. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Netz die Karte geschaltet wurde. Unklar ist, wie viele Kunden von den Kündigungen betroffen sind.

debitel bietet den Kunden andere Tarife aus seinem aktuellen Portfolio an, wenn sie ihre Handynummer behalten und die SIM-Karte weiter nutzen wollen. Ein Wechsel in den aktuellen Crash-5-Tarif wird allerdings nicht angeboten. Der Service-Provider will die bisherige Laufzeit auf die Mindestvertragslaufzeit des neuen Tarifs anrechnen und bietet den Kunden auch ein subventioniertes Handy an. Einen halbwegs adäquaten Ersatz für einen Tarif mit einem Minutenpreis von 5 Cent in alle Netze gibt es freilich nicht.

Unterdessen zeigen sich zahlreiche Kunden enttäuscht darüber, den Tarif nun schon nach Ende der Mindestvertragslaufzeit wieder zu verlieren. Auch in der teltarif.de-Redaktion gingen zahlreiche Lesermails ein, die das Vorgehen des Providers kritisierten. Entrüstete Crash-Nutzer werfen dem Unternehmen nun vor, mit dem Angebot auf Kundenfang gegangen zu sein. Nun versuche der Provider, die Kunden mit weniger interessanten Tarifen langfristig an sich zu binden. Auch in unserem Frei-Sprechen-Bereich diskutieren betroffene Nutzer bereits lebhaft das Verhalten von debitel.

Welche Alternativen bieten sich?

Eine Alternative im T-Mobile-Netz wäre der easy-Tarif des Discounters simply, der sogar ohne Grundgebühr auskommt. Hier kostet die Gesprächsminute in alle Netze 8,5 Cent. Dafür ist die SMS mit 15 Cent etwas günstiger als beim Crash 5, wo jede Kurzmitteilung mit 20 Cent tarifiert wurde.

Wer häufiger auch SMS-Mitteilungen verschickt, könnte auch den congstar-Prepaid-Tarif - ebenfalls im T-Mobile-Netz - wählen, bei dem es weder Grundgebühren, noch Mindestumsätze gibt. Hier kostet jede Gesprächsminute und jede SMS ab 1. März 9 Cent. Nachteil: Im Gegensatz zu simply bietet congstar bei der Prepaidkarte noch keine Rufnummernmitnahme an.

Ebenfalls 9 Cent pro Minute und SMS berechnet der Prepaid-Discounter Fonic im o2-Netz. Auch bei Fonic ist die Mitnahme der bestehenden Handynummer derzeit jedoch noch nicht möglich. Vorteil bei congstar und Fonic gegenüber simply und Crash 5: Die Abfrage der Mailbox ist kostenlos.

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