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Schrumpfungsprozess der Computermesse setzt sich fort

Branchenverband BITKOM rechnet mit vollen Auftragsbüchern
Von ddp / Björn Brodersen
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Seit Jahren leidet die weltgrößte Computermesse unter sinkenden Ausstellerzahlen. Zahlreiche Branchengrößen haben der CeBIT in Hannover in der Vergangenheit den Rücken gekehrt. Mit einer neuen Themenstruktur, einer Verkürzung um einen auf nun sechs Tage und dem Schwerpunktthema Umweltschutz wollen die Macher den zuletzt etwas stotternden Motor der Leitmesse für die digitale Industrie wieder in Schwung bringen.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) blickt der Leistungsschau auch deshalb optimistisch entgegen. "Wir erwarten von der Messe ein ähnlich hohes Auftragsvolumen für die digitale Industrie wie im vergangenen Jahr", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. 2007 hatte die Industrie in Hannover Aufträge mit einem Gesamtvolumen von bis zu 14 Milliarden Euro abgeschlossen. Der Branchenverband rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum des deutschen Marktes für Informationstechnik und Telekommunikation (IT) von 1,8 Prozent auf gut 150 Milliarden Euro.

Einen Bedeutungsverlust der CeBIT sieht Rohleder trotz sinkender Ausstellerzahlen nicht. Grund sei die anhaltende Konsolidierung der Branche. "Es hat in diesem Jahr keine signifikante Absage gegeben", sagt Rohleder. Derzeit sei eher ein "Rückkehrtrend" zu erkennen, wie beispielsweise im Fall von Xerox.

Ausstellerfläche geht weiter zurück

Die Deutsche Messe AG als Veranstalter der CeBIT hatte bereits im vergangenen Jahr ihr neues Konzept als Antwort auf schwindende Aussteller- und Besucherzahlen vorgelegt. Wichtigste Änderung ist die von sieben auf sechs Tage verkürzte Dauer. Die Messe endet nun am Wochenende. Die Unterteilung in mehrere Themenschwerpunkte soll den Fachbesuchern mehr Überblick verschaffen. Im Bereich "Business Solutions" werden alle wichtigen Fragen zu Software und Diensten beantwortet. Die Angebote im Sektor "Public Sector Solutions" richten sich an die öffentliche Verwaltung. Für Verbraucher dürfte dagegen der Bereich "Home & Mobile Solutions" am interessantesten sein.

Trotz des Neustarts hat sich der Schrumpfungsprozess der CeBIT weiter fortgesetzt. Die Ausstellungsfläche ist in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr von rund 280 000 auf 241 000 Quadratmeter zurückgegangen. Die Ausstellerzahl ging um rund 300 auf 5 845 zurück. Deutsche-Messe-Vorstand Ernst Raue führt dies unter anderem auf den schwachen US-Dollar zurück. Außerdem müssten Aussteller aus mehreren Ländern in diesem Jahr erstmals in vollem Umfang die deutsche Mehrwertsteuer entrichten.

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